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„Das letzte Tabu“ Trittin sieht Grüne reif für Innenministerposten

Die Grünen haben ein traditionell schwieriges Verhältnis zu Sicherheitskräften. Doch nun wollen sie nach F.A.S.-Informationen auch den Posten des Innenministers.

© dpa Vergrößern „Es ist an der Zeit, dass Grüne auch Innenministerien führen”

Die Grünen wollen in Zukunft auch den Posten des Innenministers besetzen. Das haben sie bisher weder in einer Landesregierung noch im Bund getan. Der Fraktionsvorsitzende im Bundestag Jürgen Trittin sagte der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (F.A.S.): „Wir hatten in mehreren Bundesländern schon das Finanzressort inne und haben nun in Rheinland-Pfalz das Wirtschaftsressort übernommen. Sicher ist es an der Zeit, dass Grüne auch Innenministerien in ministerieller Verantwortung führen.“

Durch ihre Entstehungsgeschichte als Protestpartei haben die Grünen ein traditionell schwieriges Verhältnis zu dem für die Sicherheit zuständigen Teil des Staatsapparates. Trittin ist zwar nicht der Ansicht, dass die Grünen sich immer noch mit der Polizei schwertäten, doch will er, dass seine Partei das auch beweist: „Damit klar wird, dass es sich um ein Vorurteil handelt, sollten wir auch entsprechende Führungsämter übernehmen.“

„Das Tabu muss fallen“

Der Grünen-Politiker erhebt zwar nicht ausdrücklich den Anspruch für seine Partei, bei der nächsten Beteiligung der Grünen an einer Bundesregierung das Innenressort zu übernehmen, deutet jedoch in diese Richtung: „Wenn die Grünen wieder in die Bundesregierung kommen, dann werden sie wichtige Ressorts beanspruchen, auch solche, die bisher nicht als typisch für die Grünen galten.“

Der grüne Bundestagsabgeordnete Wolfgang Wieland äußerte sich ähnlich. Zu der Tatsache, dass die Grünen in Bund und Ländern noch nie den Innenminister gestellt hätten, sagte er der F.A.S.: „Das ist das letzte Tabu.“ Der Innenpolitiker fügte hinzu: „Es ist betrüblich, dass wir nach wie vor weder in der Innen- noch in der Justizministerkonferenz vertreten sind.“ Für eine Partei, die für sich beanspruche, Bürgerrechtspartei zu sein, sei das keine gute Bilanz, fügte der Bundestagsabgeordnete hinzu. „Das Tabu muss fallen“, forderte Wieland.

Quelle: F.A.S.

 
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