Seehofer war zwar nicht auf dem Weg zum Emir, und schon gar nicht hatte er selbst angerufen. Auch gibt es keinen Mitschnitt des Telefonats, der durchaus interessant sein könnte. Doch hat der bayerische Ministerpräsident und CSU-Vorsitzende anders als ein früherer deutscher Bundespräsident gleich verstanden, dass man eine solche Sache schnell abräumen muss. Auch mit länglichen Erklärungen und Versicherungen ist da nämlich nichts zu gewinnen.
Im besten Falle war der Anruf des beflissenen Parteisprechers beim ZDF oberdämlich. Die Opposition kann nun lautstark am Respekt der CSU vor der Pressefreiheit zweifeln. Und Seehofer selbst muss den Spott ertragen, sein in der Rolle der ehrlichen Haut in die Kamera gesprochenes „Das können Sie alles senden“ gelte nur, wenn im Gesendeten nicht das Wort Ude vorkomme.
Der CSU-Sprecher hatte offenbar nicht damit gerechnet, dass das Fernsehen seinen Chef beim Wort nehmen und auch „senden“ würde, dass sich die CSU nach Berichten über die SPD erkundigte. Dazu hätte man Seehofers damaligen Auftritt freilich ernst nehmen müssen.
Umfragen
Sebastian Kreibig (tucaram)
- 26.10.2012, 06:28 Uhr
War der CSU-Funktionaer so daemlich, ZDF anzutrufen mit einem solcheen Wunsch?
Josef Bujtor (Mramorak)
- 26.10.2012, 06:04 Uhr
Spitzenkommentare
Raphael Widmann (Wirama)
- 26.10.2012, 02:38 Uhr
Und der Spiegel?
Michael Emmerich (michemm)
- 25.10.2012, 21:06 Uhr
Albernes Theater um eine nicht exsistierende Unabhängigkeit.
Caspar Mendrzyk (Buergersicht)
- 25.10.2012, 20:10 Uhr