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Chronik : Die Affäre Wulff

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Christian Wulff und der Mitangeklagte David Groenewold am 20. Februar im Landgericht in Hannover Bild: dpa

Vom Privatkredit für den Hauskauf über den Rücktritt als Bundespräsident bis zur Anklage wegen Bestechlichkeit. Kaum ein Fall hat die Öffentlichkeit in den letzten Jahren so beschäftigt wie der Fall Christian Wulff. Eine Chronik der Ereignisse.

          Mit einem günstigen Privatkredit für sein inzwischen verkauftes Haus in Burgwedel begann die Affäre, die 2012 zum Rücktritt von Christian Wulff vom Amt des Bundespräsidenten führte. Jetzt scheint von den Vorwürfen kaum noch etwas übrig zu bleiben. Eine Chronik der Ereignisse:

          25. Oktober 2008: Christian Wulff, damals niedersächsischer
          Ministerpräsident, erhält von der Frau eines Unternehmers einen
          Privatkredit über 500.000 Euro zum Kauf eines Hauses.

          18. Februar 2010: Wulff antwortet auf eine Anfrage im niedersächsischen Landtag, er pflege keine geschäftlichen Beziehungen zu dem Unternehmer. Den Kredit verschweigt er.

          13. Dezember 2011: Die „Bild“-Zeitung berichtet erstmals über Wulffs Hauskauf-Finanzierung. Zuvor hatte Wulff, inzwischen Bundespräsident, auf der Mailbox von „Bild“-Chefredakteur Kai Diekmann mit Konsequenzen gedroht, falls die Geschichte erscheint.

          15. Dezember 2011: Wulff bedauert in einer schriftlichen
          Mitteilung, den Hauskredit im Landtag nicht erwähnt zu haben.

          22. Dezember 2011: Wulff entschuldigt sich öffentlich für die Irritationen und entlässt seinen Sprecher Olaf Glaeseker.

          16. Februar 2012: Die Staatsanwaltschaft Hannover beantragt die Aufhebung der Immunität Wulffs, um Ermittlungen führen zu können.

          17. Februar 2012: Wulff erklärt seinen Rücktritt. Die
          Staatsanwaltschaft beginnt wegen möglicher Vorteilsannahme zu
          ermitteln. Es geht um zwei Urlaube auf Sylt und einen
          Oktoberfest-Besuch mit Hotelübernachtung 2008, die der Filmproduzent
          David Groenewold zunächst für Wulff bezahlt haben soll.



          2. März 2012: Kriminalbeamte und ein Staatsanwalt durchsuchen
          Wulffs Wohnhaus in Großburgwedel bei Hannover.

          22. Juli 2012: Neue Vorwürfe werden bekannt. Wulff soll sich als Ministerpräsident dafür eingesetzt haben, der Versicherungswirtschaft Vorteile zu verschaffen. 2008 verbrachten die Wulffs ihre Flitterwochen im Haus eines Versicherungsmanagers in Italien.

          9. Oktober 2012: Die Flitterwochen in Italien rechtfertigen keine
          Ermittlungen wegen Vorteilsannahme, teilt die Staatsanwaltschaft mit.

          7. Januar 2013: Die Wulffs haben sich getrennt, wie der Anwalt der
          Eheleute bestätigt.

          13. März 2013: Die Staatsanwaltschaft bietet Wulff an, das Verfahren gegen 20.000 Euro Geldauflage einzustellen. Sie ermittelt
          inzwischen nicht mehr wegen Vorteilsannahme, sondern Bestechlichkeit. Groenewold wird eine Einstellung des Verfahrens gegen Zahlung von 30.000 Euro angeboten.

          9. April 2013: Wulffs Anwälte lehnen das Angebot ab. Sie fordern,
          das Verfahren ohne Auflagen einzustellen.

          12. April 2013: Die Staatsanwaltschaft klagt Wulff wegen Bestechlichkeit und Groenewold wegen Bestechung an. Zugleich wird das Verfahren wegen der Sylt-Urlaube mangels Tatverdachts eingestellt.

          27. August 2013: Das Landgericht Hannover eröffnet das
          Hauptverfahren gegen Wulff und reduziert den Vorwurf wieder auf
          Vorteilsannahme.

          6. September 2013: Das Gericht eröffnet gegen Wulffs früheren
          Sprecher Glaeseker ein Hauptverfahren wegen Bestechlichkeit.

          14. November 2013: Der Prozess gegen Wulff beginnt.

          9. Dezember 2013: Glaeseker geht zu Beginn seines eigenen
          Prozesses auf Distanz zu Wulff und versichert, er habe nichts ohne
          Wissen seines früheren Dienstherrn getan.

          19. Dezember 2013: Der Vorsitzende Richter Frank Rosenow schlägt die Einstellung des Prozesses gegen Wulff vor, weil es aus seiner Sicht keine Beweise für eine Vorteilsannahme Wulffs gibt. Staatsanwaltschaft und Verteidigung lehnen das ab.

          22. Januar 2014: Groenewolds Ex-Assistentin sagt aus, sie habe
          einen Bittbrief an Wulff schreiben müssen. Die Verteidigung hatte
          erklärt, Groenewolds Brief sei nie abgeschickt worden. Glaeseker
          bestätigt die Freundschaft der beiden Männer.


          6. Februar 2014: Die Staatsanwaltschaft beantragt neue
          Zeugenvernehmungen - ohne Erfolg.

          20. Februar 2014: Plädoyers - der Staatsanwalt fordert eine
          Fortsetzung der Beweisaufnahme, die Verteidigung Freispruch.

          27. Februar 2014: Tag der Urteilsverkündung.

          Quelle: FAZ.NET

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