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Christine Haderthauer In fünf Jahren zur Generalsekretärin

22.10.2007 ·  Mit ihr wird die große Traditionslinie in diesem Amt, die von Strauß über Stoiber und Huber bis zu Markus Söder reicht, in überraschender Weise fortgeschrieben: Christine Haderthauer wurde einstimmig zur CSU-Generalsekretärin berufen. Ein Amt wie dieses bringt neue Freunde - und neue Feinde.

Von Albert Schäffer
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Die bayerische Landtagsabgeordnete Christine Haderthauer ist neue CSU-Generalsekretärin. Haderthauer wurde an diesem Montag in München vom CSU-Vorstand einstimmig zur Nachfolgerin Markus Söders berufen.

Viel Einarbeitungszeit bleibt Haderthauer nicht. Im Frühjahr 2008 stehen die Kommunalwahlen bevor, im Herbst die Landtagswahl. Sie könnte rasch erfahren, dass Erfolge in der Politik viele Väter und Mütter haben, die Genealogie von Misserfolgen aber sehr überschaubar ausfällt.

Erstmals eine Frau in diesem Amt

Mit ihr wird die große Traditionslinie in diesem Amt, die von Franz Josef Strauß über Edmund Stoiber und Erwin Huber bis zu Markus Söder reicht, in einer überraschenden Weise fortgeschrieben.

Nicht nur, weil erstmals eine Frau diese Aufgabe übernimmt; die Berufung steht für eine viel weitreichendere Öffnung. Mit ihr wird von dem Muster abgewichen, dass in der Politik seinen Weg nur machen kann, wer spätestens in der Pubertät in eine Partei eintritt, spätestens mit dem Studienbeginn eine Führungsaufgabe in einer Jugendgliederung übernimmt und spätestens zum dreißigsten Geburtstag ein Mandat erringt.

Widerstände gegen ihre Berufung

Die 44 Jahre alte Frau Haderthauer blickt auf eine kurze politische Biographie zurück: Seit 2002 sitzt sie im Stadtrat von Ingolstadt, seit 2003 im Landtag. Sie hat in Zeiten, in denen das Gros der Nachwuchspolitiker die personellen Netzwerke knüpft, andere Aufgaben wahrgenommen - die beiden Kinder, die sie in jungen Jahren mit ihrem Mann, einem Arzt, bekommen hat, großzuziehen. Und sie hat sich während der Kindererziehung ein Standbein als Anwältin geschaffen, erst zu Hause, dann mit einer eigenen Kanzlei. Eine solche Person in das Amt des Generalsekretärs zu berufen könnte nicht nur in die CSU frischen Wind bringen.

Wenig erstaunlich ist es, dass sich gegen ihre Berufung Widerstände regen; dass es alte Fahrensleute in der CSU-Fraktion gibt, die aus dem Stand heraus sagen können, wie oft sich Frau Haderthauer in den vergangenen Jahren im Plenum, in Ausschusssitzungen, in der Fraktion zu Wort gemeldet habe; dass böse Beschreibungen wie „nassforsch“ die Runde machen; dass genüsslich vorgetragen wird, sie sei in Neumünster in Schleswig-Holstein geboren, mag sie auch als Kleinkind nach Bayern gekommen sein.

Mutige Entscheidung von Huber

In der Politik bringen gewichtige Ämter neue Freunde - und neue Feinde, die genau zu wissen glauben, auf welchen Silben das Wort Generalsekretärin betont werden müsse. Die Entscheidung des Vorsitzenden Huber, der das alleinige Recht hat, den Generalsekretär vorzuschlagen, ist mutig.

Viele hatten ihm zugeraten, einen Bundespolitiker zu benennen, um die Machtzentren München und Berlin mit der CSU-Landesgruppe im Bundestag besser auszutarieren - und damit auszugleichen, dass er bis zur Bundestagswahl als Finanzminister im Kabinett Beckstein sitzt. Doch damit hätte Huber seinen Anspruch geschmälert, selbst auch vor 2009 uneingeschränkt bundespolitisch präsent zu sein.

Quelle: F.A.Z. mit Material von ddp
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