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CDU-Vorschlag : Merkel wollte Marianne Birthler als Bundespräsidentin

Bundeskanzlerin Merkel mit Marianne Birthler, Bild aus dem Jahr 2009 Bild: © epd-bild / Markus Schreiber/AP

Bundeskanzlerin Merkel hatte offenbar eine bestimmte Person im Auge, die sie für das Amt des Bundespräsidenten vorschlagen wollte. Doch jene sagte im letzten Augenblick ab.

          Angela Merkel hatte eine Kandidatin für die Wahl einer Bundespräsidentin gefunden, die ihr bereits zugesagt hatte, dann aber im letzten Augenblick einen Rückzug machte: Marianne Birthler. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung  hatte sich die frühere Grünen-Politikerin und Beauftragte für die Stasi-Unterlagen Ende voriger Woche nach auf Anfrage bereit erklärt, für das höchste Staatsamt zu kandidieren. Auch die CSU hätte, so war in München zu erfahren,  die Kandidatur mitgetragen. Birthler verfügt über ein hohes, parteiübergreifendes Ansehen. Bei ihrer zweiten Amtszeit als Stasi-Unterlagen-Beauftragte hatte sie im Bundestag mehr als achtzig Prozent der Stimmen erhalten.

          Peter Carstens

          Politischer Korrespondent der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.

          Die Grünen waren an der Vorbereitung der Kandidatur aktiv beteiligt, Birthler hätte, obgleich keine aktive Politikerin der Grünen mehr, doch für die Perspektive schwarz-grüne Zusammenarbeit nach der nächsten Bundestagswahl gestanden. Nach Recherche der F.A.S. war die CSU darüber informiert, dass Merkel in dem vereinbarten Gespräch mit Gabriel Birthler vorschlagen werde. Aus CSU-Kreisen hieß es, man hätte diesen Vorschlag schwerer ablehnen können, als die Kandidatur des aktiven Grünen-Politikers Kretschmann. Wenn die CDU-Vorsitzende das nachhaltig vorgetragen hätte, wäre es schwergefallen, so hieß es in Parteikreisen, dagegen zu sein.

          Birthlers Entscheidung fiel, während die gesamte Grünen-Parteispitze zu einem turbulenten Parteitag in Münster zusammengekommen war. Dann aber waren Birthler kurzfristig Bedenken gekommen, ob sie dem Amt gewachsen sei, so erfuhr die F.A.S.. Am Sonntagmorgen, Stunden vor dem entscheidenden Treffen der Parteivorsitzenden von CDU, SPD und CSU rief sie dann die Kanzlerin an und sagte ab.

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