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CDU : Ringen um Schavan-Nachfolge

  • Aktualisiert am

Bundeskanzlerin Angela Merkel und die rheinland-pfälzische CDU-Fraktionsvorsitzende Julia Klöckner: Künftig Vorsitzende und Stelllvertreterin? Bild: dpa

Die CDU-Landesverbände ringen darüber, wer für die bisherige Stellvertreterin Angela Merkels, Annette Schavan, in der Partei aufrücken soll. Die Saar-CDU bringt Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer ins Gespräch. Beste Chancen aber werden Julia Klöckner zugesprochen.

          Nach der Ankündigung von Bundesbildungsministerin Annette Schavan, kein weiteres Mal als stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende zu kandidieren, nimmt die Zahl möglicher Bewerber aus den Landesverbänden zu. Während aus der saarländischen CDU erste Aufforderungen an Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) vorliegen, wächst in Baden-Württemberg die Unterstützung für den Landesvorsitzenden Thomas Strobl. Aus Parteikreisen gibt es zudem viele positive Äußerungen über die rheinland-pfälzische Landesvorsitzende Julia Klöckner.

          In der baden-württembergischen CDU werden die Äußerungen Strobls am Wochenende, dass der Landesverband auf den stellvertretenden Parteivorsitz nicht verzichten werde, als klares Zeichen für seine Kandidatur gewertet: „Strobl will seine Kandidatur nicht vor der Landesvorstandssitzung ausrufen, aber wenn wir den Anspruch erheben, kommt nur er in Frage“, sagte ein Bezirksvorsitzender. Er fügte hinzu: Wenn es Julia Klöckner nicht gäbe, würde über den zerstrittenen, fünftgrößten Landesverband niemand sprechen. Frau Klöckner habe eine Chance, gewählt zu werden, Strobl aber ebenso, wenn es gelinge mit einem großen Landesverband - etwa Nordrhein-Westfalen oder Niedersachsen - vor dem Parteitag eine Absprache zu treffen.

          Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Mack und der Landesvorsitzende der „Christliche Demokratischen Arbeitnehmerschaft“, Bäumler, sprachen sich am Montag ebenfalls für eine Bewerbung Strobls aus.

          Aus der saarländischen CDU heißt es hingegen, es sei „heutzutage unumgänglich“, dass „auf eine Frau eine Frau folgt“. Neben Frau Klöckner komme dafür nur Annegret Kramp-Karrenbauer in Frage. „Sie ist die Einzige, die eine Landtagswahl gewonnen hat.“ Im neben Bremen kleinsten Landesverband der CDU ist man sich jedoch über die schwache Stellung gegenüber den mitgliederstarken Landesverbänden bewusst. Da werde es für das Saarland nicht einfach, Frau Kramp-Karrenbauer durchzusetzen. Zudem sitze die Ministerpräsidentin schon im Präsidium der CDU, dem höchsten Gremium der Bundespartei.

          In der vergangenen Woche besuchte der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe Rheinland-Pfalz und Saarland. Dem Vernehmen nach führte Gröhe dabei mit Frau Klöckner und Frau Kramp-Karrenbauer Gespräche über die neue Besetzung der Stellvertreterposten in der Führung der Partei.

          Laschet könnte Röttgen folgen

          Unterdessen heißt es aus der nordrhein-westfälischen Union, es bestehe kein Zweifel daran, dass der größte Landesverband der CDU auch in Zukunft den Posten eines stellvertretenden Bundesvorsitzenden besetzen werde. Allgemein wird damit gerechnet, dass der neue nordrhein-westfälische Landesvorsitzende Armin Laschet für das Amt kandidiert. Derzeit ist noch sein Vorgänger, der frühere Bundesumweltminister Norbert Röttgen einer der Stellvertreter der Bundesvorsitzenden Angela Merkel.

          Während sich der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion Karl-Josef Laumann schon vor einigen Wochen für eine Kandidatur Laschets ausgesprochen hat, will sich Laschet vor der nächsten Sitzung des CDU-Landesvorstands am 30. August noch nicht offiziell äußern. „Wir sind im Gespräch mit den Landesverbänden und werden nach der Sommerpause einen Vorschlag unterbreiten“, sagte Laschet der F.A.Z. Auch zur Frage, ob Julia Klöckner oder Thomas Strobl der aus der Parteispitze scheidenden Annette Schavan nachfolgen soll, wollte sich Laschet nicht äußern.

          Quelle: holl./reb./rso. ; F.A.Z.

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