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Islam-Debatte : Bosbach verteidigt die Haltung der CSU

  • Aktualisiert am

Trotz Ruhestand noch aktiv: Wolfang Bosbach (CDU) Bild: dpa

Der langjährige CDU-Politiker stellte sich früher öfter gegen die Kanzlerin und eckt auch heute noch an. Nur einen Tag nach ihrer Regierungserklärung widerspricht er seiner Parteivorsitzenden in der Debatte um den Islam.

          Der langjährige Bundestagsabgeordnete und Innenpolitiker Wolfgang Bosbach (CDU) hat die CSU in der Islam-Debatte gegenüber Kritik auch aus seiner Partei in Schutz genommen. „Viele Menschen diskutieren über das Thema, und sie wollen wissen, wer welche Haltung in dieser Frage einnimmt“, sagte Bosbach der „Welt“.

          Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) habe nicht völlig grundlos oder pauschal religiöse oder philosophische Betrachtungen über Rolle und Stellung des Islam in Deutschland angestellt, sondern der These widersprochen, dass der Islam zur nationalen Identität der Bundesrepublik gehöre.

          Ähnlichkeiten von Aussagen Seehofers mit jenen der AfD sieht Bosbach nicht. „Die Unterschiede sind offenkundig. Denn es gibt aus den Reihen der AfD Wortmeldungen zu den Themen Migration, Integration, Muslime und Islam, die tatsächlich diskriminierend und ausgrenzend, abwertend sind. Das kann man der CSU und ihren führenden Repräsentanten nun wirklich nicht vorwerfen.“ Muslimische Gotteshäuser gehören laut Bosbach dagegen inzwischen zu den Ortsbildern. „In Köln-Ehrenfeld ist die neue, große Moschee schon fast stadtbildprägend.“

          CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt hatte am Dienstag gesagt, dass aus seiner Sicht Moscheen nicht zur Heimat gehörten. Dass die CSU mit solchen Aussagen Aggressionen schüre, bezweifelt Bosbach. „Wer Anschläge auf Moscheen verübt, handelt nicht wegen der Haltung der CSU in der Islamdebatte, sondern aus Hass gegenüber Andersdenkenden und Andersgläubigen.“

          Am Mittwoch hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Regierungserklärung Seehofer widersprochen. „Es steht völlig außer Frage, dass die historische Prägung unseres Landes christlich und jüdisch ist.“ Sie fügte hinzu: „Doch so richtig das ist, so richtig ist es auch, dass mit den 4,5 Million bei uns lebenden Muslimen ihre Religion, der Islam, inzwischen ein Teil Deutschlands geworden ist.“

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