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CDU-Parteitag Reibungslos der Sonne entgegen

Die Umfragen zaubern ein entspanntes Lächeln in die Gesichter der Delegierten, das Wahlergebnis der CDU-Vorsitzenden erreicht kubanisch anmutende Höhen. Angela Merkel beherrscht die CDU - für Diskussionen und Debatten besteht wenig Bedarf auf dem Parteitag.

© dapd Vergrößern Einsam an der Spitze: Angela Merkel regiert die CDU

Einen Scherz hat Angela Merkel in ihre Rede eingebaut, in eine Parteitagsansprache, die sich offenbar zum Ziel gesetzt hatte, die anstehenden Wahlkämpfe in Niedersachsen, auch Bayern und auf jeden Fall im Bund mit den Grundsätzen der Partei zu untermauern. Es war ein Scherz zur Auflockerung, wie das Prediger tun, um ihre Gemeinde bei Laune zu halten. Es war ein Scherz, der - zu Lasten Dritter - bei den Delegierten des CDU-Parteitages gut ankam, des 25. ordentlichen CDU-Parteitages nach der Vereinigung Deutschlands und seiner beiden CDU-Parteien, wie das immer wieder hervorgehoben worden war. Eine Satire-Sendung habe sie im Fernsehen gesehen, rief die Parteivorsitzende.

Günter Bannas Folgen:    

Und sie lebe ja auch nicht auf einem anderen Stern, was wohl bedeuten sollte, sie kenne die Stimmung in der Partei. Und sie habe gedacht, schilderte sie, ja, der Scherzbold des Fernsehens könne womöglich nicht ganz unrecht gehabt haben, der sich offenkundig in die Gedankenwelt eines CDU-Mitgliedes versetzt hatte. „Gott hat die FDP vielleicht nur geschaffen, um uns zu prüfen.“ Da lachten die CDU-Delegierten im Saal ziemlich laut auf und sie klatschten - wahrscheinlich, weil sie sich freuten und das auch so sahen. Die Rednerin mag geahnt haben, dass da noch eine weitere Bemerkung nötig sei, dass die Freunde von der FDP nicht böse würden. „Vielleicht“, so rief sie also, sehe das mancher in der FDP genau andersherum so.

© reuters, Reuters Vergrößern Angela Merkel auf dem Gipfel ihrer Macht

Beinahe acht Minuten sollten die Delegierten am Ende ihrer Rede klatschen, immer wieder, so hieße es in der Theaterwelt, gab es Vorhänge. Kaum hatte die Rednerin gesessen, da hatte sie wieder aufzustehen. Dabei hatten parteiinterne Kritiker vermerkt, im klassischen Sinne sei es keine „gute Rede“ gewesen. Doch die Delegierten und die anderen Fans hatten sich vorgenommen, darüber hinwegzugehen. Sie wollten Beifall spenden, der Wahlkämpfe wegen und des Kampfeswillens wegen: Kampf der SPD, Kampf den Grünen - was hernach daraus werden wird, so sagen die Führungsleute dann auch, entscheide sowieso der Wähler. Also: Ausgeschlossen wurde nichts, was wiederum in den Scherz der Rednerin eingeflossen sein mag. Von einem Denkmalstein in ihrem Wahlkreis auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern hatte sie gesprochen. Ein Sinnspruch: „Gottes sind Wogen und Wind - aber Segel und Steuer sind Euer.“ Vieles scheint er zu ermöglichen, wenn Anlässe und Umstände stimmen.

FDP-freundlicher Kontext

Im Rahmen des Möglichen versicherte die Bundeskanzlerin, die Koalition mit der FDP fortsetzen zu wollen. CDU, CSU und FDP hätten die „meisten Gemeinsamkeiten“ - was heißen sollte: mehr Gemeinsamkeiten als mit SPD und Grünen. „Die gute Entwicklung ist nicht vom Himmel gefallen“, rief Frau Merkel, nachdem sie vielseitig begründet hatte, weshalb „diese Bundesregierung die erfolgreichste“ seit der Vereinigung Deutschlands, seit 1990 also sei. Sie hatte die Wortwahl schon unlängst im Bundestag, als es um die Lesung ihres Haushaltes gegangen war, benutzt, abermals begründete sie es mit Hinweisen auf Wirtschaftswachstum, Arbeitslosigkeit und Beschäftigung, auf Ausgaben für Forschung und nun sogar auf die Bundeswehrreform. Keine andere als die christlich-liberale Koalition könne eine solche Arbeit leisten. Ihren Scherz also hatte sie in einen solchen FDP-freundlichen Kontext gesetzt. Was von ihm übrig bleiben wird, wird zu sehen sein.

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