20.02.2006 · Zu Beginn der „Wertekonferenz“ der CDU hat die Kanzlerin die „Solidarität“ auf eine Ebene zu den Begriffen von Freiheit und Gerechtigkeit gestellt. Zuvor bestätigten die Delegierten des „Kleinen Parteitages“ Ronald Pofalla als Generalsekretär.
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Christliche "Leitkultur" anstelle gesellschaftlicher Gleichheit
Genau diese Interpretation des Menschenbildes ist es, die die heute notwendige Integration andersgläubiger verhindert und Empörungen hervorruft.
Ein Zeichen der Anerkennung wäre für die integrationsbedürftigen Menschen unserer Gesellschaft genauso wichtig, wie der Wille und die Bereitschaft, sich in unsere Gesellschaft zu integrieren und anzupassen.
Daher sind Formulierungen wie "Christliches Menschenbild und "Deutsche Leitkultur" äußerst bedauerlich.
„Christliches Menschenbild“ – der „freundliche“ Verrat an der biblischen Lehre
Es gibt kein christliches Menschenbild, sondern IM GEGENTEIL VERBIETET DIE BIBEL in beiden Testamenten, sich ein Bild zu machen: von Gott, genau wie von dem, was in „Seinem Bilde geschaffen“ ist. Gäbe es ein (wahres) Menschenbild, so wäre dies zugleich indirekt ein Gottesbild, und damit für die Moral ein „Leitbild“, eine (abgöttische) IDEE. („Idee“ und „Götze“ kommen aus derselben Wurzel: vgl. engl. „idol“) Ein Leitbild ist deshalb schlecht, weil es die Suche nach der Wahrheit (die Jesus Christus selbst ist, vgl. Joh. 14,6) im Keim erstickt. Jesus sagte: „Suchet, so werdet ihr finden“ Während liberale oder östlich-religiöse Neu-Interpretationen diesen Satz subtil verändern – in eine Art ‚Erkennet, daß das Suchen schon das Finden ist!‘ –, macht umgekehrt die überkommene dogmatische Vereinnahmung aus diesem Satz ein Diktum wie ‚Suchet, daß Ihr erkennet, was gefunden werden muß!‘ – nämlich die dogmatische Erklärung des Heilsweges, eben das, was WIR persönlich erkannt (zu) haben (glauben).
Das ist Theologie, aber Ethik geht immer auf Glauben(straditionen) zurück (und seien sie als ÜBERZEUGUNG auch noch so verblaßt, als PRÄGUNG wirken sie fort, - vgl. z.B. Max Webers Werk über protestantische Ethik und Kapitalismus!) und Politik wiederum auf die Ethik der Massen.
Ergo: Gerade Christen dürften eine Partei nicht wählen, die statt ernsthafter Auseinandersetzung mit aktueller Ungerechtigkeit die Menschen an einen Gedankengötzen namens „christliches Menschenbild“ verweist.
Neue Rhetorik - Gleiches Fahrwasser und nicht Hochqualität
Sollte Frau Merkel die Rhetorik der CDU ändern, ändert sich nicht die Zielsetzung.
Auf das christliche Menschenbild kann dieser Partei gar nicht verzichten, denn sonst würde die Parteibezeichnung überflüssig.
Vielleicht sind ja ein paar wenige auf die Idee gekommen, das Parteiprogramm zu lesen und haben festgestellt, dass die diskutierten Themen im Parteiprogramm gar nicht vorkommen.
„Neue soziale Marktwirtschaft" ist das Schlagwort und sagt genau so viel aus wie "nicht Hochqualität" in der Altenpflege. Dieses Schlagwort führte ein Landtagsabgeordneter der CDU in BW ins Gefecht, wenn es um die Zuschüsse der neuen Pflegeheime geht.
Also, auf zur Suche der schönen Worte für die ungeschminkte Realität.