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CDU-Generalsekretär Tauber : Am Ende fehlte ihm die Autorität

Peter Tauber hört als CDU-Generalsekretär auf Bild: AFP

Den einen war er zu konservativ, den anderen zu modern: Nach vier Jahren im Amt als CDU-Generalsekretär hört Peter Tauber auf. Kanzlerin Merkel könnte schon morgen einen Nachfolger vorschlagen.

          Mit ihm sollte die CDU jünger, weiblicher und bunter werden – das war der Auftrag, den Peter Tauber sich selbst stellte, als er vor gut vier Jahren von Angela Merkel zum Generalsekretär bestellt wurde. Ein Hesse sollte es sein, und zugleich wollte die CDU-Vorsitzende ein Signal der Verjüngung an ihre Partei senden. Der damals 39 Jahre alte Bundestagsabgeordnete aus Gelnhausen war der interessanteste Mann aus der jungen Garde. Schließlich hatte der studierte Historiker etwas mit Internet am Hut und sah auch ein bisschen so aus wie ein Nerd. Nach vier Jahren wird Tauber sich nun von seinem Amt zurückziehen.

          Markus Wehner

          Politischer Korrespondent in Berlin.

          Die Bilanz seines Wirkens als Generalsekretär fällt gemischt aus. Tauber hat eine Parteireform angestoßen, die nun seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger mit Leben füllen müssen. Er hat dafür gesorgt, dass die CDU sich im Internet besser repräsentiert. Schon früh hatte sich der Generalsekretär für die Ehe zwischen gleichgeschlechtlichen Partnern ausgesprochen, er hat als Erster in der CDU ein Einwanderungsgesetz gefordert, auch wenn er keine rechte Vorstellung davon hatte, wie es aussehen sollte. Nun ist es im Koalitionsvertrag vereinbart worden.

          Den Konservativen in der CDU war Tauber deshalb zu modern, auch wenn er selbst immer zwischen dem Profil des Modernisierers und des Konservativen schwankte. Das wenig berauschende Abschneiden der Union bei der zurückliegenden Bundestagswahl wurde ihm auch persönlich angekreidet. Dass seine Autorität angeschlagen war, zeigte sich schon zuvor darin, dass Merkel ihm im Wahlkampf Hilfe aus dem Kanzleramt angedeihen ließ – in Person des Kanzleramtschefs Peter Altmaier und ihrer Medienberaterin Eva Christiansen.

          Tauber zog daraus seine Schlüsse. Schon vor der Wahl war klar, dass er das Amt nach der Regierungsbildung nicht mehr ausüben würde. Bei den Gesprächen über eine Jamaika-Koalition war er nur am Anfang dabei, dann ereilte ihn eine schwere Darmkrankheit. Mehr als einen Monat musste er im Krankenhaus verbringen, eine Not-Operation überstehen. In Berlin wurde er vom Parlamentarischen Geschäftsführer im Bundestag, Michael Grosse-Brömer, vertreten. An diesem Montag will Tauber den CDU-Führungsgremien offiziell mitteilen, dass er sein Amt aufgibt; eigentlich ist er bis zum Dezember gewählt. So kann der CDU-Parteitag schon am 26. Februar über eine Nachfolge entscheiden. Für Angela Merkel bietet der Rückzug die Chance, die geforderte Verjüngung und Erneuerung der CDU nicht nur im Kabinett, sondern auch in der Partei sichtbar zu machen. Schon an diesem Montag will Merkel einen Vorschlag dazu machen.

          Tauber selbst ist seit Anfang Februar zur Reha in der Nähe seines Heimatortes. Ob er einfacher Bundestagsabgeordneter bleibt oder ein neues Amt annimmt, ist noch ungewiss. Erst einmal müsse er ganz gesund werden, hat er kürzlich gesagt. Sein nächstes Ziel benannte er auch: „In der Sonne sitzen und eine eiskalte Cola trinken.“

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