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Gründer von Cap Anamur : Rupert Neudeck gestorben

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Christel Neudeck und ihr Ehemann Rupert im April bei der Verleihung des Erich-Fromm-Preises in Stuttgart Bild: dpa

Als Kind war er selbst ein Flüchtling, später rettet er Bootsflüchtlinge im chinesischen Meer. Heute morgen ist Rupert Neudeck, Journalist und Gründer von „Cap Anamur“, mit 77 Jahren gestorben.

          Rupert Neudeck, Journalist und Mitbegründer der Hilfsorganisationen Cap Anamur und Grünhelme, ist tot. Er starb nach Angaben aus dem Freundeskreis am Dienstagmorgen im Alter von 77 Jahren nach einer Herzoperation.

          Der gebürtige Danziger Neudeck hatte 1979 mit Unterstützung des Schriftstellers Heinrich Böll (1917-1985) das Komitee „Ein Schiff für Vietnam“ gegründet, das bis 1982 mehr als 11.000 „boat people“ im Chinesischen Meer rettete. Daraus ging 1982 das Komitee Cap Anamur/Deutsche Notärzte hervor. Im Jahr 2002 gründete der Vater von drei Kindern die Organisation „Grünhelme“, in der sich junge Handwerker verpflichten, für drei oder mehr Monate beim Aufbau von Häusern, Dörfern oder zerstörten Wasserleitungen in Krisengebieten zu helfen.

          Neudeck entging als Kind auf der Flucht aus Ostpreußen nur knapp dem Untergang des Flüchtlingsschiffs „Wilhelm Gustloff“, das von sowjetischen Torpedos versenkt wurde. Später studierte er Theologie, wurde kurzzeitig Novize bei den Jesuiten und promovierte über „Politische Ethik bei Jean-Paul Sartre und Albert Camus“. Dann arbeitete er als Journalist, zunächst bei der katholischen „Funk-Korrespondenz“ in Köln, anschließend als freier Journalist und Redakteur beim Deutschlandfunk.

          Neudeck erhielt - teilweise zusammen mit seiner Frau Christel - zahlreiche Auszeichnungen, so die Theodor-Heuss-Medaille, den Bruno-Kreisky-Menschenrechtspreis, den Erich-Kästner-Preis und den Walter-Dirks-Preis. Mit Blick auf seine Kirche sagt der Katholik, er wünsche sich weniger Sorge um Kirchbauten, „weniger Weihrauch und Selbstbeschäftigung, dafür mehr Telefonseelsorge und konkrete Hilfe für Menschen in Not. Das ist für mich die Kirche von morgen“. Papst Franziskus und dessen Besuch bei den Flüchtlingen auf Lampedusa nannte er einen Glücksfall.

          Quelle: KNA

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