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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Bush-Kritik „Da kann einem schon der Kamm schwellen“

07.09.2005 ·  Der baden-württembergische Sozialminister Renner hat über den amerikanischen Präsidenten Bush gesagt, dieser gehöre „abgeschossen“. Nun zeigt er Reue. Er habe die Aussage „politisch umgangssprachlich“ gemeint.

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Baden-Württembergs Sozialminister Andreas Renner (CDU) zeigt Reue über seine verbalen Entgleisungen. Am Dienstag hatte er bei einer Betriebsbesichtigung in Gomaringen (Kreis Tübingen) über den amerikanischen Präsidenten George W. Bush gesagt: „Der gehört abgeschossen.“ Nun hat er seine scharfe Kritik an Bush zurückgenommen. „Ich nehme meine Wortwahl mit dem Ausdruck des Bedauerns zurück“, sagte Renner am Mittwoch abend.

Er habe die Aussage „politisch umgangssprachlich“ gemeint, betonte Renner. Dies habe er auch sofort klargestellt. Die Kritik bezog sich auf die schleppende Hurrikan-Hilfsaktion im Süden der Vereinigten Staaten.

„Da kann einem schon der Kamm schwellen“

Zu einem vorab verbreiteten Bericht des „Reutlinger General-Anzeigers“ für die Donnerstagsausgabe der Zeitung, über seine Äußerung sagte Renner: „Ich rufe nicht zur Gewalt an Politikern auf.“ Richtig sei aber auch: „Bei uns würde das kein Politiker durchhalten, wenn er so handeln würde wie Bush.“ Ein Sprecher der Landesregierung wollte auf Anfrage zunächst keine Stellungnahme dazu abgeben.

Video: Bush nennt Einsatz nach „Katrina“ inakzeptabel

Nach Renners Angaben hatte die Betriebsbesichtigung in Gomaringen in einem kleinen Kreis stattgefunden. Dabei sei die Sprache auf die Flutkatastrophe in New Orleans gekommen. „Da kann einem schon der Kamm schwellen“, sagte der 46-Jährige. Der von ihm gewählte Ausdruck sei gebräuchlich in der Umgangssprache. Er habe niemanden aufgefordert, „Raketen auf Bush zu feuern“.

Schirmherr des Christopher Street Day

Nach einem angeblichen Vergleich von Bush mit Adolf Hitler hatte die damalige Bundesjustizministerin Herta Däubler-Gmelin (SPD) 2002 ihr Amt abgegeben. Damals war sie im „Schwäbischen Tagblatt“ mit den Sätzen zitiert worden: „Bush will von seinen innenpolitischen Schwierigkeiten ablenken. Das ist eine beliebte Methode. Das hat auch Hitler schon gemacht.“

Renner war nach dem Amtsantritt von Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) im April ins Kabinett berufen worden. Der ehemalige Oberbürgermeister von Singen (Kreis Konstanz) war bereits nach wenigen Wochen als Sozialminister innerparteilich in Bedrängnis geraten. Denn im Juni übernahm er als erster CDU-Minister die Schirmherrschaft für das Schwulen- und Lesbenfest Christopher Street Day in Stuttgart. Schlagzeilen hatten zu Jahresbeginn bereits seine Äußerungen über den Chef der Energie Baden-Württemberg (EnBW), Utz Claassen, gemacht. Renner hatte den Manager wegen dessen Führungsstil als „Rambo unter den deutschen Managern“ bezeichnet.

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