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HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Bush-Besuch „Oggersheim im Norden“

11.07.2006 ·  Bundeskanzlerin Angela Merkel holt den mächtigsten Mann der Welt in ihren Wahlkreis. Mit dem Bush-Besuch in Stralsund knüpft sie an die Tradition ihrer Vorgänger Kohl und Schröder an.

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Bundeskanzlerin Angela Merkel macht's möglich: Sie holt mit dem amerikanischen Präsidenten George W. Bush den mächtigsten Mann der Welt nach Mecklenburg-Vorpommern und präsentiert ihn in ihrem Wahlkreis Nordvorpommern mit der Hansestadt Stralsund und der Insel Rügen.

Und im nächsten Jahr findet sogar der G-8-Gipfel ebenfalls an der Ostseeküste in Heiligendamm statt. Mit der Einladung an ausländische Politiker in ihren Wahlkreis knüpft Merkel an die Tradition an, die ihre Vorgänger Helmut Kohl und Gerhard Schröder in Ludwigshafen-Oggersheim und Hannover vorgegeben haben.

Ein weltweit beachtetes Ereignis

Meisterlich hat es vor allem Kohl während seiner Kanzlerjahre verstanden, persönliche Kontakte zu Staats- und Regierungschefs mit Besuchen in seiner pfälzischen Heimat zu verbinden. Michail Gorbatschow und Margaret Thatcher waren da, Boris Jelzin und das spanische Königspaar.

Gerhard Schröder nutzte sein Reihenendhaus in Hannover regelmäßig, um befreundeten Staatsmännern wie dem britischen Premierminister Tony Blair oder dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Ehre eines Privatbesuchs bei sich und Frau Doris zu erweisen. Mehr als einmal ließ sich auch der französische Staatspräsident Jacques Chirac von den Schröders bewirten.

Merkel sorgt mit dem Bush-Besuch für ein weltweit beachtetes Ereignis an der Ostseeküste, an das die Menschen dort zu DDR-Zeiten nicht im Entferntesten gedacht hatten. Daß der Besuch des amerikanischen Präsidenten wenige Wochen vor Beginn des Landtagswahlkampfs in Mecklenburg-Vorpommern fällt, wird die CDU-Vorsitzende kaum stören. In ihrer relativ kurzen Amtszeit als Bundeskanzlerin hat Merkel zuvor immerhin auch schon den schwedischen Ministerpräsidenten Göran Persson im April nach Stralsund in ihren Wahlkreis geholt.

Lob von allen Seiten

Daß Merkel auf diese Weise die touristisch geprägte vorpommersche Region in den Blickpunkt der internationalen Öffentlichkeit rückt, darin sehen viele Menschen in Deutschlands Nordosten die Verbundenheit der Bundeskanzlerin mit ihrem Wahlkreis. „Wir spüren, daß Angela Merkel sich trotz ihrer Verpflichtungen beim Bund immer auch nach besten Kräften in ihrem heimatlichen Wahlkreis einsetzt“, lobt der Stralsunder Fischhändler Henry Rasmus.

Selbst von der Linkspartei.PDS, die ausgerechnet mit Deutschlands größter Insel, Rügen, einen Großteil von Merkels Wahlkreis regiert, kommen anerkennende Worte. Die Rügener Landrätin Kerstin Kassner kann der Kanzlerin trotz aller parteipolitischen Gegensätze Positives abgewinnen. Merkel bewege viel zum Vorteil ihres Wahlkreises, und auf dieser Grundlage sei auch eine vernünftige und sachbezogene Zusammenarbeit im Interesse der Menschen möglich, sagt sie.

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