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Bundeswehr Vier weitere Soldaten suspendiert

02.11.2006 ·  Im Zusammenhang mit dem Skandal um das Verhalten der Bundeswehr in Afghanistan sind vier weitere Soldaten vom Dienst suspendiert worden. Das Verteidigungsministerium geht einem Bericht nach, laut dem KSK-Truppen Symbole der Wehrmacht imitiert haben sollen.

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Im Zusammenhang mit dem Skandal um das Verhalten von Bundeswehrsoldaten in Afghanistan sind vier weitere Soldaten vom Dienst suspendiert worden. Damit steigt die Zahl der Soldaten, denen die Ausübung des Dienstes verboten wurde, auf sechs, wie ein Sprecher des Verteidigungsministeriums am Mittwoch in Berlin sagte. Der Kreis der verdächtigen Personen erhöhte sich demnach von 20 auf 23, darunter seien 16 noch aktive Soldaten. Es gebe aber nach wie vor keinerlei Hinweise darauf, daß auch Vorgesetzte von den Vorgängen wußten. Die jüngst veröffentlichten Totenschädel-Fotos seien nicht an Grab- oder Gedenkstätten entstanden, hieß es.

Der Sprecher sagte weiter, die Bundeswehr gehe einem Bericht nach, laut dem Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) Fahrzeuge der Bundeswehr mit einem imitierten Symbol der Wehrmacht besprüht haben sollen. Das hatte die Zeitschrift „Stern“ berichtet. Sie zitierte einen KSK-Soldaten mit den Worten: „Ein paar unserer Jungs sind Ewiggestrige und fanden es besonders schick, mit dieser Wehrmachtsinsignie herumzufahren.“

Kein Hakenkreuz

Im Internet veröffentlichte das Magazin das Bild eines hellen Geländewagens, an dessen Seitentür eine braune Palme zu sehen ist. Dabei soll es sich um ein verändertes Symbol von Adolf Hitlers deutschem Afrika-Korps handeln, von dem es sich allerdings deutlich unterscheidet. Auf dem Geländewagen ist eine sich im Wind biegende, schlanke, vierblättrige Palme aufgemalt, an der einige Kokosnüsse hängen. Das Abzeichen des Afrika-Korps zeigte hingegen - weiß auf schwarzem Grund - eine senkrecht wachsende, stämmige, fünfblättrige Palme ohne Früchte, unter deren Stamm ein Hakenkreuz zu sehen ist.

Laut „Stern“ wurde das nun veröffentlichte Foto von KSK-Soldaten in einem Lager auf der omanischen Halbinsel Masirah aufgenommen, wo sie sich ab Ende November 2001 auf ihren Einsatz in Afghanistan vorbereitet hätten. Soldaten sollen mit derartig veränderten Fahrzeugen vor und während des Einsatzes in Afghanistan umhergefahren sein. Ein Zeuge will zudem solche Symbole an Fahrzeugen am Heimatstandort des KSK im baden-württembergischen Calw gesehen haben.

„Keinerlei Anhaltspunkte“ für Nazi-Ideologie

Der Sprecher des Verteidigungsministeriums sagte, auf dem Foto des „Stern“ sei nicht erkennbar, ob es sich tatsächlich um ein Fahrzeug der Bundeswehr handele. Das dort abgebildete Auto sei weiß, was für Bundeswehrfahrzeuge unüblich sei. Für eine dem Symbol entsprechende Ideologie in der Truppe gebe es „keinerlei Anhaltspunkte“.

Der Kommandeur der internationalen Schutztruppe in Afghanistan (Isaf), der britische General David Richards, hat anscheinend nicht genug Soldaten, um die Taliban in absehbarer Zeit militärisch zu schlagen. „Wenn Sie fragen, ob mein Ziel der Sieg ist, dann würde ich nein sagen. Ich habe nicht genug, um hier, sagen wir, in den nächsten sechs Monaten zu siegen“, sagte er der Zeitung „Financial Times“. Richards hob aber hervor, daß er mit den derzeit etwa 31.000 Nato-Soldaten, zu denen auch Einheiten der Bundeswehr gehören, über genug Personal verfüge, um die Lage in Afghanistan soweit zu verbessern, daß „die Leute hier mit uns und ihrer Regierung zufrieden sind“.

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