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Aktualisiert: 12.02.2017, 15:03 Uhr

Bundesversammlung in Berlin Frank-Walter Steinmeier zum Bundespräsidenten gewählt

Der frühere Außenminister Frank-Walter Steinmeier wird Nachfolger von Joachim Gauck als Bundespräsident. Die Bundesversammlung in Berlin wählte Steinmeier im ersten Wahlgang mit großer Mehrheit.

© AP, afp Steinmeier macht den Deutschen Mut

Der SPD-Politiker Frank-Walter Steinmeier wird zwölfter Bundespräsident Deutschlands. Die Bundesversammlung wählte den 61-Jährigen am Sonntag in Berlin mit 931 von 1239 gültigen Stimmen zum Nachfolger von Joachim Gauck. Dieser hatte auf eine zweite Amtszeit verzichtet.

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Der frühere Außenminister Steinmeier, der der Kandidat von CDU/CSU und SPD war, kam damit auf eine Zustimmung von rund 75 Prozent. Die Kandidaten der anderen Parteien blieben wie erwartet chancenlos.

Viel Lob für Joachim Gauck

Die Linke hatte den Armutsforscher Christoph Butterwegge aufgestellt, die AfD ihren Bundes-Vize Albrecht Glaser und die Freien Wähler den Juristen Alexander Hold. Für die Piratenpartei trat Engelbert Sonneborn an, der Vater des Satirikers und Europaabgeordneten Martin Sonneborn

44745357 © dpa Vergrößern Gute Stimmung im Plenarsaal: Bundeskanzlerin Merkel mit Olivia Jones (M.), dem Trainer der deutschen Fußball-Nationalmannschaft, Jogi Löw (l.), und Katrin Göring-Eckardt (Bündnis 90/Die Grünen, r.)

Steinmeier rief die Deutschen in seiner ersten Rede zu einem mutigen Blick in die Zukunft auf. Deutschland sei in „stürmischen Zeiten“ für viele Menschen in der Welt zu einem „Anker der Hoffnung“ geworden, sagte Steinmeier nach seiner Wahl durch die Bundesversammlung am Sonntag in Berlin. „Und wenn wir anderen Mut machen wollen, dann brauchen wir selber welchen.“ Steinmeier sagte, dass er die Wahl zum Bundespräsidenten mit „großer Freude“ annehme.

Merkel: Steinmeier wird „hervorragender Bundespräsident sein“

Zugleich habe er weiter „großen Respekt“ vor dem Amt. Denjenigen, die ihn nicht unterstützt hätten, verspreche er: „In Respekt vor dem Vielklang der Stimmen in unserer Demokratie werde ich dafür arbeiten, auch ihr Vertrauen zu gewinnen.“ Steinmeier tritt sein Amt am 19. März an. Den scheidenden Bundespräsidenten Joachim Gauck würdigte er als Staatsoberhaupt, der für die Freiheit gesprochen und „das Glück der Freiheit mit jeder Faser verkörpert“ habe.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich hoch erfreut über die Wahl des SPD-Politikers. „Ich bin überzeugt, er wird ein hervorragender Bundespräsident für unser Land sein“, sagte die CDU-Vorsitzende am Sonntag nach der Bundesversammlung in Berlin. Es sei „ein guter Tag für die Bundesrepublik Deutschland“.

Infografik / Die Wahl des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier © dpa Vergrößern

Steinmeier werde Staatsoberhaupt „in schwierigen Zeiten“ sein. „Und ich traue ihm zu, dass er unser Land durch diese schwierigen Zeiten in seiner Funktion sehr gut begleiten wird.“ Der SPD-Mann habe als Außenminister in schwierigsten Situationen immer das Fingerspitzengefühl gehabt, nach Lösungen zu suchen, lobte Merkel. Der 61-jährige Sozialdemokrat sei ein Mann, „der auf Menschen zugehen kann“. Er habe aber auch gezeigt, dass er über Parteigrenzen hinweg Kompromisse schmieden könne. Sie freue sich auf die Zusammenarbeit.

Bundestagspräsident Norbert Lammert hatte zuvor die Verdienste des am 18. März aus dem Amt scheidenden Gauck gewürdigt. „Das solidarische Miteinander der Bürgerinnen und Bürger lag Ihnen ganz besonders am Herzen“, sagte der CDU-Politiker. Zugleich nutzte Lammert die Rede für eine eindringliche Warnung an den amerikanischen Präsidenten Donald Trump. Wer sich sprichwörtlich einmauere, dürfe sich nicht wundern, wenn es ihm andere gleichtäten.

Quelle: wahlrecht.de
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