Home
http://www.faz.net/-gpf-76z6b
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 16.02.2013, 15:50 Uhr

Bundestagswahl Linke uneins über Wahlziel

Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei wandte sich gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung dagegen, eine zweistellige Prozentzahl als Wahlkampfziel auszugeben. Er widersprach damit Äußerungen des Fraktionsvorsitzenden Gysi.

© dapd „In der Konsolidierungsphase“: Die Linkspartei

Die Linkspartei rechnet für die Bundestagswahl im Herbst nicht mit einer Wiederholung des Erfolgs von 2009. Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn wandte sich dagegen, eine zweistellige Prozentzahl als Wahlkampfziel auszugeben. „Wir werden kein Wahlziel in Prozentangaben postulieren“, sagte Höhn der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Er widersprach damit Äußerungen des Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi, der unlängst gesagt habe, die Partei könne „ein zweistelliges Ergebnis schaffen“. Vor drei Jahren war die Linke mit 11,9 Prozent in den Bundestag eingezogen.

Neuer Aufbruch nur aus dem Osten

Markus Wehner Folgen:

Angesichts ihrer Schwäche im Westen befinde sich die Linkspartei gegenwärtig „in einer Konsolidierungsphase“, sagte Höhn weiter. „Wir versuchen, die Strukturen der Partei und die kommunalpolitische Verankerung im Westen zu festigen und auszubauen“, so der Bundesgeschäftsführer. Die Partei hat in den vergangenen drei Jahren rund 15.000 Mitglieder verloren - zählt heute nur noch 63.000 statt vormals 78.000 Mitglieder.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Dietmar Bartsch, kritisierte den niedersächsischen Wahlkampf seiner Partei. „Bankenkrise und Spekulanten sind nicht die Themen, die den Bürgern besonders auf den Nägeln brennen, sondern eher steigende Energiepreise, explodierende Mieten oder marode Schulen“, sagte Bartsch der F.A.S. In Niedersachsen hatte die Linkspartei ganz auf die Themen Bankenkrise und Spekulanten gesetzt und auf landespolitische Themen weitgehend verzichtet. Trotz besonderen Engagements der stellvertretenden Parteivorsitzenden Sahra Wagenknecht war sie bei der Wahl nur auf 3,1 Prozent gekommen.

Angesichts der Schwäche der Partei im Westen müssten die ostdeutschen Länder nun helfen, das gegenwärtige Tief zu überwinden, so Bartsch. „Ein neuer Aufbruch der Linken kann nur aus dem Osten kommen, weil dort die starken, erfolgreichen Landesverbände sind“, sagte Bartsch der F.A.S.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.S.

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Pass gegen Spionage? Geheimdienste knüpften zu 850 Asylbewerbern Kontakt

Flüchtlinge können für Geheimdienste interessante Informanten sein. Zu Hunderten von ihnen nahmen BND und Verfassungsschutz Kontakt auf. Die Linke hat den Verdacht, dass dabei Informationen erkauft worden sind. Das Innenministerium weist den Vorwurf zurück. Mehr

30.01.2016, 19:14 Uhr | Politik
Mittlerer Westen Schneestürme und Blizzards treffen Amerika

Wieder Winterchaos in Amerika: Schneestürme und Blizzards haben den Mittleren Westen der Vereinigten Staaten getroffen. Vor allem Wisconsin und Michigan sind besonders schwer betroffen. Mehr

03.02.2016, 15:17 Uhr | Gesellschaft
Rechtsextreme Gewalt 75 Angriffe auf Abgeordnete im Jahr 2015

Politiker sind in den vergangenen Monaten oft bedroht und angegriffen worden. Die Täter kamen meist aus dem rechten Lager. Besonders SPD- und Linke-Abgeordnete sind betroffen. Mehr

28.01.2016, 11:20 Uhr | Politik
Atomabkommen Westen hebt nach Atom-Einigung Sanktionen gegen Iran auf

Ohne Sanktionen wird der Iran unter anderem wieder viele Industriegüter frei einführen und Öl auf dem Weltmarkt frei verkaufen können. Mehr

17.01.2016, 18:40 Uhr | Politik
TV-Kritik: Sandra Maischberger Wer kann Frau Petry noch den Wahlabend verderben?

Ralf Stegner will in der Sendung von Sandra Maischberger die AfD entzaubern. Das wäre gelungen, wenn es der SPD-Politiker mit Argumenten versucht hätte. Er bevorzugt allerdings plumpe Polemik. Mehr Von Frank Lübberding

28.01.2016, 05:01 Uhr | Feuilleton

In der Heimat

Von Reinhard Müller

Die Basis der Union bricht auch in der Flüchtlingskrise keineswegs weg. Denn: Wer will eigentlich von denen regiert werden, die der Kanzlerin die Flucht nach Südamerika nahelegen? Mehr 0