Home
http://www.faz.net/-gpf-76z6b
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Bundestagswahl Linke uneins über Wahlziel

Der Bundesgeschäftsführer der Linkspartei wandte sich gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung dagegen, eine zweistellige Prozentzahl als Wahlkampfziel auszugeben. Er widersprach damit Äußerungen des Fraktionsvorsitzenden Gysi.

© dapd Vergrößern „In der Konsolidierungsphase“: Die Linkspartei

Die Linkspartei rechnet für die Bundestagswahl im Herbst nicht mit einer Wiederholung des Erfolgs von 2009. Bundesgeschäftsführer Matthias Höhn wandte sich dagegen, eine zweistellige Prozentzahl als Wahlkampfziel auszugeben. „Wir werden kein Wahlziel in Prozentangaben postulieren“, sagte Höhn der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung (F.A.S.). Er widersprach damit Äußerungen des Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi, der unlängst gesagt habe, die Partei könne „ein zweistelliges Ergebnis schaffen“. Vor drei Jahren war die Linke mit 11,9 Prozent in den Bundestag eingezogen.

Neuer Aufbruch nur aus dem Osten

Markus Wehner Folgen:

Angesichts ihrer Schwäche im Westen befinde sich die Linkspartei gegenwärtig „in einer Konsolidierungsphase“, sagte Höhn weiter. „Wir versuchen, die Strukturen der Partei und die kommunalpolitische Verankerung im Westen zu festigen und auszubauen“, so der Bundesgeschäftsführer. Die Partei hat in den vergangenen drei Jahren rund 15.000 Mitglieder verloren - zählt heute nur noch 63.000 statt vormals 78.000 Mitglieder.

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende im Bundestag, Dietmar Bartsch, kritisierte den niedersächsischen Wahlkampf seiner Partei. „Bankenkrise und Spekulanten sind nicht die Themen, die den Bürgern besonders auf den Nägeln brennen, sondern eher steigende Energiepreise, explodierende Mieten oder marode Schulen“, sagte Bartsch der F.A.S. In Niedersachsen hatte die Linkspartei ganz auf die Themen Bankenkrise und Spekulanten gesetzt und auf landespolitische Themen weitgehend verzichtet. Trotz besonderen Engagements der stellvertretenden Parteivorsitzenden Sahra Wagenknecht war sie bei der Wahl nur auf 3,1 Prozent gekommen.

Angesichts der Schwäche der Partei im Westen müssten die ostdeutschen Länder nun helfen, das gegenwärtige Tief zu überwinden, so Bartsch. „Ein neuer Aufbruch der Linken kann nur aus dem Osten kommen, weil dort die starken, erfolgreichen Landesverbände sind“, sagte Bartsch der F.A.S.

Mehr zum Thema

Quelle: F.A.S.

 
 ()
   Permalink
 
 
 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Justiz streitet über Fall Gysi Das Leben des Anderen

Hat Gregor Gysi eine falsche eidesstattliche Versicherung im Zusammenhang mit möglichen Stasi-Kontakten abgegeben? Der Hamburger Generalstaatsanwalt will nun eine Anklage erzwingen. Ein untergebener Beamter wehrt sich dagegen. Justizsenator Steffen prüft den Fall. Ein ungewöhnlicher Vorgang. Mehr Von Alexander Haneke und Guido Franke

21.05.2015, 15:14 Uhr | Politik
Vor Treffen mit Minister Kipping: Tsipras handelt zutiefst verantwortungsvoll

Vor Gesprächen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras in Berlin haben sich Gregor Gysi und Katja Kipping von der Partei Die Linke solidarisch mit der aktuellen Politik des europäischen Mittelmeerlands gezeigt. Mehr

24.03.2015, 16:21 Uhr | Politik
Bürgerschaftswahl Wähler strafen Rot-Grün ab

In Bremen kann Bürgermeister Jens Böhrnsen wohl weiterregieren. Seine SPD bleibt trotz herber Verluste stärkste Kraft. Die Mehrheit für Rot-Grün aber ist hauchdünn. Die FDP feiert ihr Comeback an der Weser. Auf das Endergebnis werden die Bremer jedoch warten müssen. Ein Stromausfall legte die Rechner lahm. Mehr

10.05.2015, 19:16 Uhr | Politik
Gedenkstunde im Bundestag Biermann greift Linke frontal an

In der Gedenkstunde im Bundestag zum Fall des Mauer vor 25 Jahren hat der eingeladene Liedermacher Wolf Biermann die Abgeordneten der Linkspartei scharf attackiert: Sie seien der elende Rest dessen, was zum Glück überwunden ist. Mehr

04.12.2014, 11:45 Uhr | Politik
BND-Skandal Für den Fall der Fälle

Der Berliner Politikbetrieb konnte gerade noch einen schweren Konflikt verhindern. Vorerst: Denn der Umgangston in der Koalition wird zunehmend härter. Mehr Von Günter Bannas, Berlin

22.05.2015, 08:01 Uhr | Politik
   Permalink
 Permalink

Veröffentlicht: 16.02.2013, 15:50 Uhr

Welche Alternative?

Von Jasper von Altenbockum

Muss man von der Form, in der die Machtkämpfe in der AfD ausgetragen werden, auf den Inhalt schließen? Der Hang zur Destruktivität ist unverkennbar. Mehr 68 42