16.10.2008 · Der Kandidat der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten, Peter Sodann, will im Fall seiner Wahl eine neue Nationalhymne einführen und für „mehr Heiterkeit“ sorgen. Als „Polizeikommissar von Deutschland“ würde er gern Deutsche-Bank-Chef Ackermann verhaften.
Der Kandidat der Linkspartei für das Amt des Bundespräsidenten, Peter Sodann, hält die Bundesrepublik nicht für einen demokratischen Staat. Auf die Frage, ob man als Bundespräsident den Menschen nicht auch erklären müsse, wie schwierig Entscheidungsprozesse in der Demokratie seien, antwortete Sodann: „Ich halte das, was wir haben, ja nicht für eine Demokratie.“
In dem Interview mit der „Sächsischen Zeitung” skizzierte Sodann seine Vorstellungen für die ersten Amtshandlungen als Bundespräsident. So würde er in seiner Antrittsrede eine neue Hymne für Deutschland vorschlagen wollen, sagte der 72 Jahre alte Schauspieler. Künftig solle als Nationalhymne der Text der Kinderhymne von Brecht gesungen werden: „Anmut sparet nicht noch Mühe, Leidenschaft nicht noch Verstand, dass ein gutes Deutschland blühe, wie ein andres gutes Land.“
„Der Wessi redet mehr, als er weiß“
Sodann kündigte an, bei einer Wahl „etwas mehr Heiterkeit“ in das Bundespräsidialamt bringen zu wollen. Zudem würde er „zum Papst gehen und sagen: Herr Papst, Se wärn entschuldschn, warum reden Sie nur gegen den Krieg und nennen keine Namen?“ Als „Polizeikommissar von Deutschland“ würde der ehemalige Tatort-Kommissar gerne den Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bank, Josef Ackermann, festnehmen. „Dann würde man mich zwar rausschmeißen, aber ich hätte es wenigstens mal gemacht.“
Über seine Wahlchancen sagte Sodann: „Wer nicht an Wunder glaubt, ist kein Realist.“ Im Verlauf des Gesprächs mit der Zeitung fragt er die Interviewer: „Kennen Sie eigentlich den Unterschied zwischen Ossis und Wessis?“ Er beantwortet seine Frage sodann mit den Worten: „Der Wessi redet mehr, als er weiß. Der Ossi sagt nicht alles, was er weiß.“
Die Linkspartei, die Sodann für das Amt des Bundespräsidenten vorgeschlagen hat, kann derweil bei Umfragen zulegen. Im Osten Deutschlands kommt sie nach Angaben des „ARD-Deutschlandtrend“ auf 31 Prozent der Stimmen und gewönne damit vier Prozentpunkte mehr als die CDU. Im ganzen Bundesgebiet würden 13 Prozent der Befragten die Linkspartei wählen.