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Bundespräsident Tritt „Tatort“-Kommissar gegen Köhler an?

28.09.2008 ·  Die Spitze der Linkspartei verhandelt angeblich mit dem Schauspieler Peter Sodann über eine Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten. Die Entscheidung soll am 14. Oktober fallen. Sodann selbst ließ noch offen, ob er zur Verfügung steht.

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Die Linkspartei ist bei der Suche nach einem eigenen Kandidaten für die Bundespräsidentenwahl im Mai 2009 möglicherweise fündig geworden. Laut „Bild am Sonntag“ verhandelt die Parteispitze mit dem ehemaligen „Tatort“-Kommissar Peter Sodann (72) über eine Kandidatur. Der Zeitung zufolge stehen die Linke-Parteichefs Oskar Lafontaine und Lothar Bisky sowie der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi in Kontakt mit dem Schauspieler. Ein Spitzenpolitiker der Partei bestätigte dem Blatt: „Wir haben mit Sodann gesprochen. Es gibt in der nächsten Woche weitere Gespräche. Dann fällt die definitive Entscheidung.“

Fraktionssprecher Hendrik Thalheim bekräftigte die offizielle Parteilinie: „Die Entscheidung über die Kandidatur fällt am 14. Oktober. Vorherige Spekulationen über Persönlichkeiten kommentiere ich nicht.“ Ob er als Kandidat zur Verfügung stehe, ließ Sodann noch offen. „Das kann ich jetzt nicht beantworten. Da kann ich erst Mitte Oktober drüber sprechen“, sagte der Schauspieler der Zeitung.

Ein reiner Zählkandidat ohne wirkliche Chance

Sodann wollte 2005 bereits für den Bundestag kandidieren, machte aber kurze Zeit später einen Rückzieher, weil er seine Kommissar-Rolle nicht aufgeben wollte. Sodann ist einem breiten Fernsehpublikum durch seine Rolle als „Tatort“-Kommissar Bruno Ehrlicher bekannt. In 45 „Tatort“-Folgen spielte er den Leipziger Kommissar 15 Jahre lang. Im November 2007 lief die letzte Folge mit Sodann. Zusammen mit dem früheren Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) tourte Sodann im vergangenen Jahr zudem mit einer Ost-West-Kabarettshow durch viele deutsche Städte.

Sollte Sodann antreten, wäre er ein reiner Zählkandidat ohne wirkliche Chance auf Einzug ins Schloss Bellevue. Union und FDP wollen Köhler abermals wählen. SPD und Grüne setzen auf Gesine Schwan. Offen ist, ob die Linke Schwan in einem dritten Wahlgang mitwählen würde. Die Suche der Linken nach einer Präsidentschaftskandidatin hatte im August auch zu öffentlichem Streit innerhalb der Partei geführt. So hatte Linke-Fraktionsvize Bodo Ramelow erklärt, es sei bereits eine Kandidatin gefunden worden. Das Linke-Vorstandsmitglied Ulrich Maurer sprach von einer „persönlichen Einschätzung“ Ramelows. In einer gemeinsamen Erklärung betonten beide dann lediglich, dass ein Fahrplan zur Aufstellung einer eigenen Kandidatin oder eines eigenen Kandidaten stehe.

Auch die Schriftstellerinnen Christa Wolf und Daniela Dahn sollen Zeitungsberichten zufolge im Sommer im Gespräch gewesen sein. 1999 hatte die damalige PDS bereits mit Uta Ranke-Heinemann eine eigene Kandidatin zur Bundestagswahl aufgestellt. Die Theologin und Tochter des früheren Bundespräsidenten von Gustav Heinemann scheiterte aber. Trotz Chancenlosigkeit nach dem ersten Wahlgang trat sie damals für den zweiten Wahlgang an, in dem Johannes Rau dann zum Staatsoberhaupt gewählt wurde.

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