22.11.2005 · Als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik wird die CDU-Vorsitzende Angela Merkel zur Bundeskanzlerin gewählt. Vor Merkel bekleideten sieben Männer - vier CDU- und drei SPD-Politiker - das wichtigste Staatsamt der Bundesrepublik:
Als erste Frau in der Geschichte der Bundesrepublik wird die CDU-Vorsitzende Angela Merkel am Dienstag zur Bundeskanzlerin gewählt. 16 Jahre nach dem Mauerfall wird mit ihr zudem erstmals eine Politikerin aus Ostdeutschland Regierungschefin.
Vor Merkel bekleideten sieben Männer - vier CDU- und drei SPD-Politiker - das wichtigste Staatsamt der Bundesrepublik:
KONRAD ADENAUER (CDU; 1949-1963): Adenauer war der erste und der bisher älteste Bundeskanzler. Der ehemalige Kölner Oberbürgermeister war 73 Jahre alt, als er 1949 mit nur einer - seiner eigenen - Stimme Mehrheit erstmals gewählt wurde.
In seiner stark vom Kalten Krieg geprägten Amtszeit setzte er die feste Westintegration der Bundesrepublik durch. Adenauer wurde drei Mal wiedergewählt.
Ludwig ERHARD (CDU, 1963-1966): Als Wirtschaftsminister unter Adenauer galt der Mann mit der Zigarre als „Vater des Wirtschaftswunders“. Dennoch war er in der eigenen Partei, der er erst in den sechziger Jahren beitrat, heftig umstritten.
Schon ein Jahr nach der gewonnenen Bundestagswahl 1965 zerbrach die Koalition mit der FDP und Erhard mußte zurücktreten.
Kurt Georg KIESINGER (CDU, 1966-1969): Das einstige NSDAP-Mitglied führte die erste Große Koalition an. Während seiner Kanzlerschaft wurden die Rezession überwunden und die umstrittenen Notstandsgesetze verabschiedet.
Nach der Bundestagswahl 1969 mußte die Union mit der Bildung der sozialliberalen Koalition erstmals seit 20 Jahren in die Opposition.
Willy BRANDT (SPD, 1969-1974): Der erste Sozialdemokrat im Kanzleramt bemühte sich mit der „neuen Ostpolitik“, für die er 1971 mit dem Friedensnobelpreis geehrt wurde, um eine Entspannung im Verhältnis zu Osteuropa.
Bei der Wahl 1972 wurde die SPD erstmals stärkste Fraktion und konnte die sozialliberale Koalition fortsetzen. Im Zuge der Guillaume-Affäre trat Brandt 1974 von seinem Amt zurück.
Helmut SCHMIDT (SPD, 1974-1982): Größte Herausforderung seiner Amtszeit war der Kampf gegen die terroristische „Rote Armee Fraktion“ (RAF), insbesondere im so genannten „Deutschen Herbst“ 1977. Schmidt initiierte den auch in der eigenen Partei heftig umstrittenen NATO-Doppelbeschluß.
Nach dem Bruch der sozialliberalen Koalition 1982 wurde er durch ein konstruktives Mißtrauensvotum abgewählt.
Helmut KOHL (CDU, 1982-1998): Mit einer Regierungszeit von 16 Jahren war Kohl der bislang am längsten amtierende Kanzler. Nach dem Fall der Mauer 1989 setzte der „Kanzler der Einheit“ in internationalen Verhandlungen die Wiedervereinigung des geteilten Deutschlands durch.
Außenpolitisch trieb er maßgeblich den europäischen Integrationsprozess und die Euro-Einführung voran.
Gerhard SCHRÖDER (SPD, 1998-2005): Schröders rot-grüne Regierung verantwortete 1999 im Kosovo-Krieg den ersten Kampfeinsatz der Bundeswehr, lehnte indes eine Beteiligung am von den Amerikanern initiierten Irak-Krieg entschieden ab.
Mit der „Agenda 2010“ verfolgte Schröder ab 2003 einen innerparteilich heftig umstrittenen Reformkurs. 2005 setzte er vorgezogene Neuwahlen durch, bei denen Rot-Grün abgewählt wurde.