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Terrorismus : Mutmaßlicher IS-Kämpfer in Bremen festgenommen

  • Aktualisiert am

Hat den Generalbundesanwalt informiert: die Staatsanwaltschaft Bremen Bild: dpa

Am Flughafen Bremen hat die Polizei einen mutmaßlichen Unterstützer des „Islamischen Staats“ festgenommen. Der junge Mann soll in Syrien für die Terrormiliz gekämpft haben.

          Ermittler haben einen mutmaßlichen Kämpfer der Terrororganisation Islamischer Staat (IS) am Flughafen in Bremen gefasst. Der 26 Jahre alte Mann steht im Verdacht, eine schwere staatsgefährdende Gewalttat vorbereitet zu haben. Es ist der erste Verdächtige, der in Bremen als Unterstützer der Terrororganisation festgenommen wurde. Er gehört nach Angaben des Bremer Innenressorts vom Mittwoch der salafistischen Szene der Hansestadt an und hatte enge Kontakte zu einem im Dezember vergangenen Jahres als IS-Unterstützer verbotenen Verein.

          Die Staatsanwaltschaft will die Vorwürfe gegen den 26-Jährigen dem Generalbundesanwalt vorlegen. Es solle geprüft werden, ob auch der Anfangsverdacht der Beteiligung an einer terroristischen Vereinigung im Ausland besteht. Im Falle einer Anklage und eines Prozesses droht dem 26-Jährigen eine mehrjährige Haftstrafe.

          Den bisherigen Ermittlungen zufolge soll der Mann Anfang April nach Syrien gereist sein, um sich in einem IS-Trainingscamp für den Kampf gegen die syrische und irakische Armee ausbilden zu lassen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Es gebe Anhaltspunkte, dass er an Kampfhandlungen der Terrororganisation beteiligt gewesen sei. Bei seiner Rückkehr nach Deutschland wurde der Mann aus Bremen am Montag per Haftbefehl festgesetzt.

          Aus der Hansestadt haben laut Innenressort bislang 20 Erwachsene und Jugendliche versucht, in die Kriegsgebiete zu kommen. Es handelte sich um elf Männer, sieben ältere und zwei jugendliche Frauen, zudem elf Kinder. „Vier erwachsene Männer wurden bei Kämpfen mutmaßlich getötet“, sagte Sprecherin Rose Gerdts-Schiffler. Vier Männer, eine Frau und die beiden Jugendlichen seien mittlerweile zurückgekehrt. „Sie stehen unter besonderer Beobachtung, werden jedoch nicht als Gefährder gesehen.“

          Bundesweit zählen die Sicherheitsbehörden rund 7500 Salafisten, sagte Gerdts-Schiffler. Mindestens 700 hätten bislang versucht in die Kampfgebiete zu kommen, von denen rund ein Drittel wieder zurückgekehrt sei.

          Das Ermittlungsverfahren gegen den 26-Jährigen steht nach Angaben von Oberstaatsanwalt Frank Passade nicht im Zusammenhang mit den Hinweisen auf einen möglichen terroristischen Anschlag in Bremen im Februar. Dabei war auch eine Moschee des Islamischen Kulturzentrums durchsucht worden. Die Razzia wurde mittlerweile für rechtswidrig erklärt. Der 26-Jährige stand nach Angaben des Innenressorts jedoch früher in enger Verbindung mit der Organisation „Kultur & Familien Verein“. Der von Salafisten geprägte Verein war vom Bremer Innensenator Ulrich Mäurer im vergangenen Dezember als IS-Unterstützer verboten worden.

          In Niedersachsen startet am 3. August ein Prozess gegen zwei mutmaßliche IS-Kämpfer in Celle. Einer der beiden packte bereits aus und berichtete über die Gräuel im Kriegsgebiet. Der Bundesanwaltschaft zufolge soll er bereit gewesen sein, als Selbstmordattentäter zu sterben. Sein mitangeklagter Freund soll für den IS gekämpft haben.

          Quelle: dpa

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