http://www.faz.net/-gpf-8cguk
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 17.01.2016, 07:50 Uhr

Rechte Gewalt BKA-Chef warnt vor rechtsextremen Terrorgruppen

Aus der zunehmenden Gewalt gegen Flüchtlinge könnten sich neue terroristische Gruppierungen nach dem Vorbild der NSU entwickeln, warnt BKA-Präsident Münch. Er kritisiert auch die zuletzt entstandenen „Bürgerwehren“.

© dpa Brandanschlag auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Baden-Württemberg. Entstehen gerade neue rechte Terrorgruppen?

BKA-Präsident Holger Münch hat angesichts zunehmender Gewalt gegen Flüchtlinge vor dem Entstehen rechtsextremer Untergrundgruppen nach NSU-Vorbild gewarnt. Die Polizei brauche „schnelle Ermittlungsergebnisse und Urteile, um die Dynamik der rechtsextremen Straftaten zu unterbrechen“, sagte Münch der „Bild am Sonntag“. Sonst könnten sich schlimmstenfalls terroristische Strukturen bilden, wie es sie mit der NSU-Gruppe bereits gegeben habe.

Von den rund ermittelten 500 Tätern bei Straftaten gegen Asylunterkünfte im vergangenen Jahr seien 70 Prozent vorher nicht wegen politisch motivierter Delikte aufgefallen. Sie seien überwiegend aus der Umgebung der Unterkünfte gekommen.

Mehr zum Thema

Mit Sorge sehe er zudem die selbst ernannten Bürgerwehren, die Recht und Gesetz in die eigene Hand nehmen wollten, sagte Münch. Da müsse man genau hinschauen, wer da wie tätig werde. In rechtsextremen Internetforen gebe es seit den Übergriffen auf Frauen an Silvester so viel Kommunikation wie nach dem Anschlag von Paris. „Dort wird zur Notwehr aufgerufen mit dem Ziel, in der Bevölkerung hoffähig zu werden.“

Quelle: Reuters

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Waffenhandel im Netz Viele Verdächtige im Darknet

Auf kein anderes Land haben es Cyberkriminelle so sehr abgesehen wie auf Deutschland. Derzeit stehen 85 Menschen im Verdacht, im Darknet mit Waffen oder Sprengstoff gehandelt zu haben. Mehr Von Timo Frasch, Wiesbaden

27.07.2016, 15:23 Uhr | Gesellschaft
Nach Anschlägen in Bayern Seehofer kündigt massive Sicherheitsanstrengungen an

Nach den mutmaßlich islamistisch motivierten Anschlägen von Würzburg und Ansbach hat Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) massive Anstrengungen im Bereich der inneren Sicherheit angekündigt. Der islamistische Terrorismus ist in Deutschland angekommen, und die Bevölkerung erwartet mit Recht, dass wir dieser Herausforderung mutig die Stirn bieten, sagte Seehofer in Gmund am Tegernsee vor Journalisten. Mehr

27.07.2016, 09:02 Uhr | Politik
Polnische Ängste Wie die Medien der Nachbarn auf Deutschland schauen

Blickt man aus dem Ausland auf Deutschland, bestimmen in diesen Tagen Polizeiwagen das Bild. Polnische Medien finden das beängstigend – und suchen nach Ursachen. Mehr Von Gerhard Gnauck, Warschau

28.07.2016, 16:45 Uhr | Feuilleton
Anschlag in Nordfrankreich Geiselnehmer in der Normandie trug Fußfessel

Einer der beiden Geiselnehmer, die in einer katholischen Kirche in der Normandie einen Priester töteten und mehrere Geiseln nahmen, musste eine Fußfessel tragen und war somit der französischen Polizei bekannt. Der 19 Jahre alte Mann sei eng überwacht worden, nachdem er im vergangenen Jahr zwei Mal vergeblich versucht habe, nach Syrien zu gelangen. Der zweite Täter ist den Ermittlern zufolge noch nicht identifiziert. Mehr

27.07.2016, 08:56 Uhr | Politik
Terrorismus Kann eine Bombe Mensch sein?

Selbstaufopferung und Selbstanmaßung göttlicher Macht: Worin der fundamentale Unterschied zwischen den von den Dschihadisten als Märtyrer verherrlichten Attentätern und den Märtyrern des Judentums und des Christentums besteht. Ein Gastbeitrag. Mehr Von Michael Wolffsohn

27.07.2016, 18:24 Uhr | Politik

Clinton gegen den Populisten

Von Klaus-Dieter Frankenberger

Hoffentlich siegt in Amerika am Ende die Vernunft und nicht das große Ressentiment. Es wird ein harter Kampf für Clinton mit unvorhersehbaren Wendungen. Ein Kommentar. Mehr 13