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Bistum Limburg : Seelenschaden

Nein, nicht Hunderttausende, sondern einige tausend Katholiken haben den Brief unterschrieben, den der Bischof von Limburg vergangene Woche in Empfang genommen hat.

          Nein, nicht Hunderttausende, sondern einige tausend Katholiken haben den Brief unterschrieben, den der Bischof von Limburg am Freitag in Empfang genommen hat. Und auch diese bilden nur einen Bruchteil der Gläubigen, die sich Sonntag für Sonntag in den Kirchen zwischen Westerwald und Main versammeln. Dennoch führte es in die Irre, würde man die Unterzeichner in die sattsam bekannten Schubladen von „Frankfurter Linkskatholizismus“ über „saturierte Besitzstandswahrer“ bis „Wir sind Kirche“ stecken.

          Daniel Deckers

          in der politischen Redaktion verantwortlich für „Die Gegenwart“.

          Als Erste hatten im Frühjahr 2012 fast zwei Dutzend Priester ihre Stimme gegen die „Atmosphäre lähmender Furcht“ erhoben, die vom Limburger Domberg aus die gesamte Diözese erfasst hatte. Seither ist nichts besser, aber vieles noch schlimmer geworden. Nun schweigen auch andere Priester nicht mehr, gar nicht zu reden von tausenden Laien. Sie nehmen Anstoß an der Amtsführung (governance) eines Bischofs, der den Anforderungen, die das Recht der Kirche an ihn stellt (rule of law), offenbar nicht gewachsen ist und seine Autorität eingebüßt hat.

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