29.05.2012 · Bundesfamilienministerin Schröder hat ihren lang erwarteten Gesetzentwurf zum Betreuungsgeld vorgelegt. Es soll an alle Eltern ausgezahlt werden, die keine subventionierten Betreuungsplätze in Anspruch nehmen. Hartz-IV-Empfängern wird die Leistung direkt wieder abgezogen.
Von Stephan LöwensteinRichtlinien für Lesermeinungen
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Wo bleibt die volkswirtschaftliche Perspektive in dieser Diskussion?
Die Familienministerin ist kraft Ihres Amts nicht dafür zuständig, betriebswirtschaftliche Kennziffern gegeneinander aufzurechnen (ein Krippenplatz kostet 1000 EUR während Betreuungsgeld nur 10% kostet), sondern die volkswirtschaftlichen. Ein nicht arbeitender Elternteil erwirtschaftet auch keine Steuern, was selbst die Betreuung zu Hause etwas kosten lässt (sie kostet den Staat eben nicht "nichts"); außerdem fehlen die Betreuungsjahre auf der "Karriereleiter", sodass die gesamte folgende Zeit bis zur Rente dem Staat JEDES JAHR weniger Steuern einbringt. Ich will das nicht werten, sondern an dieser Stelle nur darauf hinweisen. Weiterhin zum Thema "ich fahre nicht Straßenbahn, ich gehe nicht in die Oper" und derlei Vergleiche: häusliche Kindererziehung bringt NATÜRLICH volkswirtschaftlichen Nutzen (genauso wie ein betreuter Krippenplatz), während ich doch sehr am volkswirtschaftliche Nutzen des Nicht-Besuchs einer Bibliothek oder der Oper zu zweifeln wage!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.06.2012 13:48 UhrSie haben natürlich recht, Herr Hintze
Das alles hat vorwiegend volkswirtschaftliche Gründe.
Das Beispiel hochsubventionierter öffentlicher Verkehrsmittel und
kultureller Einrichtungen habe ich auch nur angeführt, weil dadurch
der ganze Widersinn der staatlichen Subventionietis klarer wird. Ist mir
schon bewusst, dass beides nichts miteinander zu tun hat. Da es aber bei
uns kaum noch etwas gibt, was nicht in irgendeiner Weise vom Staat
alimentiert wird - von der Agrarwirtschaft bis zum Sonnenkollektor auf
dem Privatdach - bemerken wir Bürger doch kaum noch diesen Irrsinn,
der dahintersteckt.
Der wahre Grund ist geosozialer Natur
Über die tatsächliche Grundproblematik des Betreuungsgeldes
wird nie offen gesprochen, es heißt immer nur "Fehlanreiz".
Fakt ist, dass es in den finanziell schwachen Bundesländern einen
großen Teil Eltern gibt, die ihre Kinder nicht ordentlich erziehen
können, da sie intellektuell und sozial dazu nicht in der Lage
sind. Nichts anderes ist der Grund für den Ausbau der
Kinderbetreuungsplätze, der Staat hat gesehen, dass er hier
steuernd eingreifen muss um Sozialausgaben und Kosten für
öffentliche Sicherheit und Strafvollzug in Zukunft zu verringern.
In den "reichen" Bundesländern gibt es genau dieses
Problem in weit geringerem Ausmaß, da das Sozialgefüge
wesentlich ausgeglichener ist. Somit geht es der CSU schlicht darum,
ihrem Klientel wenigstens einen Teil der Kosten eines Betreuungplatzes
(Kosten über 1.000 Euro pro Monat!) zu erstatten, damit die
Sozialabgaben- und Steuerzahler im Süden nicht noch mehr an
Gesamtdeutschen Transferbeitrag aufbringen müssen.
Also was mir auffällt ist, dass den vermeintlich Linken immer
Ideologie unterstellt wird.
Dabei ist es hier doch ganz offensichtlich so, dass die Konservativen
mit aller Macht und leider auch Polemik ein Familienbild
behalten/erhalten wollen. Es ist doch jedem selbst überlassen, wie
er seine Kinder betreut. Und wenn sich die Gesellschaft in eine Richtung
entwickelt, die diesen Menschen nicht passt, dass müssen Sie halt
damit umgehen. Ging den Linken der 50er bis 80er Jahre ja auch nicht anders.
Und bitte nicht immer die Scheinargumente, dass es Kindern nur bei der
Mutter - was ist eigentlich mit dem Vater? - gutgeht.
Familienideologie
Ich stimme Ihnen, Herr Howorka, zu 100% zu! Ideologische (Schein-)Argumente lese ich hier fast nur von Befürwortern der häuslichen Erziehung. Dazu meine Meinung: 1. NIEMAND will mit der Krippe (oder dem Hort) die Familie ersetzen. Es geht um Ergänzung des häuslichen Sozialumfelds um eine Gruppe gleichaltriger, in der sich das Kind gewisse soziale Verhaltensweisen antrainieren kann, die es mit den Eltern nicht üben kann. 2. Eine Kinderkrippe ist kein Industriebetrieb, in der die Kinder nach morgendlicher militärischer Gymnastikübung zur Gartenarbeit angehalten werden, bevor sie nach dem halbstündigen Mittagessen (natürlich billiges Tiefkühl-Käfighühnchen mit Pommes) ihr Geschirr abwaschen müssen, um am Nachmittag sehnsüchtig dem Befreiungsschlag der Abholung durch die Eltern aus ihrer unverschuldeten Knechtschaft entgegenzufiebern, die als einzige die unschuldige Kinderseele verstehen können. Moderne Kinderkrippen sind keine Kindheits-Massenvernichtungslager!
Die ganze Umverteilerei in Deutschland
muss aufhören. Steuern senken statt Geld umverteilen. Jeder hat für das selbst gewählte Lebensmodell selbst zu sorgen. Eingriffe des Staates fördern nur Lebensmodelle, die nicht oder selten erfolgreich sind (z.B. Alleinerziehende) und bremsen Lebensmodelle, die eigentlich erfolgreich sind. Gleiche Chancen für alle, aber nicht Gleichmacherei. Selbstverantwortung ist es, was dem Leben Sinn verleiht. Der Staat entmündigt die Bürger durch Umverteilungsmaßnahmen. Zur Freiheit gehört die Möglichkeit zu scheitern.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.05.2012 21:34 UhrWunderbar, liebe Sylvia Fox!
Ich stimme Ihnen 100%ig zu. Sie treffen den Nagel auf den Kopf. Herzlichen Dank!
... bekommen sie auch die entfernungspauschale. in diesem sinne läuft Ihr einwand vollkommen ins leere. leider!
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.05.2012 21:31 UhrOkay -
aber das ist unwichtig. Ich wollte nur den Irrsinn aufzeigen, dass der Staat Müttern neuerdings Geld dafür zahlen will, dass sie eine der selbstverständlichsten menschlichen Aufgaben überhaupt erfüllen, nämlich selbst für ihre Kinder zu sorgen. Aber vielleicht soll das alles ja auch nur "zur Ankurbelung der Gebärfreudigkeit" dienen? Bedaure, aber ich traue den Politikern alles zu.
Weder Kita noch Betreuungsgeld
Staatlich finanzierte Kitas für unter Dreijährige sollten der
absolute Sonderfall sein. Dann bräuchten wir auch kein
Betreuungsgeld. Eltern, die beide unbedingt arbeiten möchten,
werden die Betreuung selbst organisieren können (Nachbarschaft,
Au-pair, Betreuungsperson, Kita etc.).
Diejenigen, welche die Kinder zu Hause erziehen möchten,
müssen manchmal halt auf etwas Luxus verzichten zum Wohle der
Kleinsten. Nur im Härtefall hilft der Staat aus, evt. bei der
berühmten alleinerziehenden Schleckerverkäuferin.
Eigenverantwortung war noch immer der beste Weg zum Glück.
Bitte ne Erklärung
"Diejenigen, welche die Kinder zu Hause erziehen möchten,
müssen manchmal halt auf etwas Luxus verzichten zum Wohle der Kleinsten"
Wieso ist das zum Wohle der Kleinsten?
Und warum ist ab 3 Jahren das kein Problem mehr?
Mehr als Bereuungs-Geld hift ein Eltern-Gehalt: Die Qualifikation der Eltern fordern und fördern
Die frühkindliche Erziehung und Bildung unserer Kinder ist unabdingbar an die Erziehung und Bildung=Qualifikation der Eltern geknüpft: Nur aufgeklärte, Empathie- und Dialogfähige Eltern udn Erzieher werden die wissenschaftlichen gut erforschten und fundierten Voraussetzungen zur optimalen Persönlichkeits-Entwicklung unserer Kinder auch erfüllen. Daher meine Forderung und Förderung von persönlichkeits-orientierter Weiterbildung für alle Eltern gene Zahlung eines Erziehungs-Gehaltes bei gleichzeitiger Erfolgs- und Effizienzkontrolle in supervidierten Eltern-Kind-Gruppen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.05.2012 21:24 Uhr"Bereuungsgeld" -
das ist wirklich eine besonders schöne und nachdenklich machende "Fehlleistung"!
Wenn ich kein "öffentlich gefördertes" Verkehrsmittel benutze...
...also mit meinem Fahrrad oder meinem Auto ins Büro fahre, statt Bus oder Bahn zu benutzen - müsste ich nach dem Prinzip "Betreuungsgeld" dann nicht auch so etwas ähnliches bekommen, also vielleicht ein "Ersatzgeld"?? Das wäre doch nur gerecht!! Ich will schließlich auch etwas wiederbekommen von meinen mir zwangsweise abgenommenen Steuern... :- (
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.05.2012 21:21 UhrHerr Pütz, Pardon
...aber von Sarkasmus haben Sie wohl noch nie etwas gehört?
"Kinder gehören die ersten 3 Jahre zur Mutter, basta!",
schreiben Sie. Das ist 100%ig auch meine Überzeugung, die ich in
diesem Forum auch schon oft vehement vertreten habe (können Sie
nachlesen, wenn Sie mögen). Wo habe ich jetzt etwas anderes gesagt?
Wo habe ich gefordert, dass Betreuungsgeld gezahlt werden müsse?
Ich bin gegen diesen Wahnsinn! Wenn ich schließlich höhnisch
das Busfahren anführe, so hat das nichts damit zu tun, dass ich
für mich Sozialleistungen fordere, von denen ich
"persönlich etwas habe". Ich will überhaupt keine
Sozialleistungen, ich will, dass der Staat mir endlich von meinem
Verdienst ausreichend Geld lässt, damit ich selbst über meine
Lebensführung entscheiden kann statt von des Staates gnädiger
Umverteilungsmaschinerie abhängig gemacht zu werden!
Autofahrten und Opernkarten
Diese Geistesblitze hatten wir ja nun schon ausreichend.Man mag von der Sache ja gerne halten,was man will,aber die Erbaermlichkeit dieser Vergleiche im Zusammenhang mit kleinen Kindern und Kosten -das ist m.E. nicht smart und modern,sondern nur peinlich.
Was hat denn Busfahren mit Kinderkriegen zu tun?
Sie wollen also nur solche Sozialleistungen, von denen Sie
persönlich etwas haben?
Rechnen Sie: Ein Kitaplatz kostet 1200 € im Monat, Betreuungsgeld
nur 10 % davon. Nach Ihrer Meinung dürften also die vielen
Milliarden für Kitas nicht bezahlt werden, sondern
müßten in Betreuungsgeld investiert werden. In Schweden macht
man das und zahlt 600 E pro Monat, weil 20 Jahre Krippenideologie
gezeigt haben, dass das verheerende Auswirkungen hat. Darum bin ich
für das Betreuungsgeld! Kinder gehören die ersten 3 Jahre zur
Mutter, basta! Emotional reifen Kinder bei der Mutter immer am besten,
wenn es zwischen Eltern stimmt! Und emotional gereifte Kinder
überholen andere in der Schule locker!
Bundesfamilienministerin ist an Lächerlichkeit kaum zu überbieten
Man muss sich das mal vorstellen, die Hilfsbedürftige Mutter bekommt "nichts" und Ackermanns Frau erhält die volle Unterstüztung.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 29.05.2012 21:49 Uhrein Einzelfall, verglichen mit den Millionen anders gelagerten Fällen!
Frau Ackermann wird keine Mühe damit haben, das Geld einer sozialen Einrichtung zu spenden, aber hundertausende erziehende Mütter werden die finanzielle Anerkennung, die nur gerecht ist gegenüber denen, die als doppelverdiener ihre Kinder in Kitas stecken und den Staat dafür mit 1200 € pro Monat belasten. Da liegt das eigentliche Problem! Und Kinder sind nirgendwo besser aufgehoben als bei einer liebenden Mutter. Das kann eine Betreuerin nie; und wenn es mal ein Kind geschafft hat, die häusliche Trennung zu verschmerzen und sich an eine Betreuerin gewöhnte, ist diese plötzlich an einem Tag nicht mehr da, Mutterurlaub, Heirat, Ortswechsel etc.... Wie sollen Kinder das bloß aushalten?!
Elterngeld nur bei nachgewiesener Erziehungsleistung zahlen.
Die Politiker sprechen doch von "Erziehungsleistung". In der
Tat sollte diese Leistung auch kontrolliert werden. D.h.
Rückzahlung von Betreuungs- und Kindergeld, wenn die Kinder
straffällig werden oder die Schule verweigern.
Das empfehlen übrigens auch G. Heinsohn und Buschkowski.
Und wie wird das Ganze finanziert?
Grundsätzlich scheint mir dieser Gesetzesentwurf besser und
gerechter zu sein als das bisher diskutierte Modell. Es ist sicher
grundsätzlich auch wichtig, Eltern finanziell zu unterstützen.
Was mir hier im Artikel aber schlichtweg fehlt - und was vermutlich noch
nicht mal die Bundesregierung weiss - ist die Frage der Finanzierung.
In Zeiten, wo alle Welt vom Sparen spricht muss Deutschland trotz
sprudelnder Steuereinnahmen noch neue Schulden aufnehmen. Bisher
wohlgemerkt ohne Betreuungsgeld. Wie also soll das finanziert werden?
Rechnen
denn ein Kitaplatz kostet 1200 Euro pro Monat. Wenn Sie also sparen wollen, dann lieber 150 Euro Betreuungsgeld zahlen.
Wer braucht schon Männer ...
... um Frauen zu diskriminieren ... :-)
Das ist hier ausnahmsweise …
… nicht die vorrangige Frage. Denn das, was die Eltern hier bekommen, sind nur zehn bis fünfzehn Prozent von dem, was ein KiTa-Platz den Steuerzahler kostet. Die Eltern erbringen also die Leistung, die eine KiTa erbringen würde, nicht nur deutlich hochwertiger (in den meisten Fällen zumindest), sondern auch zu einem Bruchteil der Kosten. Die Frage nach den Kosten, so berechtigt diese grundsätzlich ist, hätte man eher vor Beschluß des Krippenausbaus stellen sollen. Das Betreuungsgeld begrenzt ja nur den dadurch entstandenen Schaden. Die gesellschaftlichen Folgekosten der DDRisierung der Erziehung sind ja sowieso nicht zu beziffern.
"Für „Hartz IV“-Empfänger wird das Geld zwar ausgezahlt,
aber wie auch das Elterngeld und Kindergeld von den Sozialbezügen
vollständig wieder abgezogen."
Es betrifft mich zwar nicht, aber irgendwo stimmt etwas in
Politiker-Hirnen nicht. Einer nicht berufstätigen gutsituierten
Ehefrau und Mutter, behält sie ihr Balg zuhause, wird das
Betreuungsgeld ausgezahlt, der arbeitslosen Verkäuferin (auch
Mutter) von Schlecker aber nach Auslauf der
Arbeitslosenunterstützung nicht. Erstere kann sogar einen Kitaplatz
einklagen und sich bei dessen Nichtvorhandensein eine Entschädigung
ausbezahlen lassen, was macht aber die Hartz IV-Bezieherin? Die guckt in
die Röhre, denn selbst wenn sie Entschädigung zugesprochen
bekäme, würde diese ja gleich wieder "verrechnet".
Und damit sänken ihre Chancen, einen neuen Arbeitsplatz zu finden.
Wer hat, dem wird gegeben, mittlerweile frisst sich das
BRD-Asozialsystem von der Bankenebene bis ganz nach unten durch.
Sehr geehrter Herr Bussenius,
die Hartz-IV-Familien erhalten natürlich höhere staatliche
Leistungen als die Familien, die ihren Lebensunterhalt durch ihre Arbeit
bestreiten. Darüber hinaus "schenkt" der Staat den
Besserverdienenden durch höhere Freibeträge nichts, er nimmt
ihnen über die Steuer nur weniger von dem Geld weg, das sie als
Einkommen für ihre Arbeit erhalten. Die Besserverdienenden
finanzieren durch ihre Steuern all die Leistungen, die der Staat so gern
verteilt. Die Geringverdiener zahlen in der Regel ja kaum
Einkommenststeuern.
Und wenn Sie schon die Mütter ins Spiel bringen, die sich einen
"wohlhabenden Mann geangelt haben", so verweise ich auf die
Mütter ohne Ausbildung und oft sogar ohne Schulabschluss, die so
schnell wie möglich Kinder bekommen, um sich aus dem staatlichen
Transfersystem maximale Leistungen zu sichern.
Die Verantwortung für Kinder sollte der übernehmen, der auch
in der Lage ist, Verantwortung für sein eigenes Leben zu übernehmen.
@ Cormelia Holtmann
Sie: "Kinder sollen eben nicht zu einer zusätzlichen
Einkommensquelle für die werden, die nicht in der Lage sind, den
eigenen Lebensunterhalt zu verdienen."
Aber nach Ihnen ist wohl ein Zusatzeinkommen für Mütter
gerecht, die sich einen wohlhabenden Mann geangelt haben, der ihnen
Tennisstunden samt Lehrer und dazu noch eine Kinderbetreuerin bezahlt?
Sozialleistungen sind dort angebracht, wo soziale Notstände
herrschen, nirgendwo sonst, das gilt für Kindergeld, Elterngeld,
Betreuungsgeld, Wohngeld etc.. Unser Sozialsystem ist pervers, es
fördert die am meisten, die über das höchste Einkommen
verfügen. Das fängt bei Steuerfreibeträgen weit über
den üblichen Kindergeldsätzen an und endet bei steuerlich
geförderten Internaten und Privatuniversitäten. Unser Sozial-
und Steuersystem ist das Werk von Kapitaleignern, die erst einmal an
sich selbst denken, dann nochmal an sich selbst und 1x im Jahr
vielleicht an andere, aber dies auch nur vielleicht.
Es liegt im Wesen von »Hartz IV«, daß
es nur eine Notsicherung ist für den Fall, daß alle anderen persönlichen und sozialen Sicherungsseile bereits gerissen sind. Es widerspräche diesem Grundsatz, Hartz IV zu gewähren, wenn es andere Einkünfte, welcher Art auch immer, gibt und würde das System wahrscheinlich auch zum Zusammenbruch bringen.
Sehr geehrter Herr Bussenius,
Kinder sollen eben nicht zu einer zusätzlichen Einkommensquelle
für die werden, die nicht in der Lage sind, den eigenen
Lebensunterhalt zu verdienen.
In längst vergangenen Zeiten wurde ein Heiratswilliger von seinem
künftigen Schwiegervater gefragt, ob er denn in der Lage sei, eine
Familie zu ernähren. Kein Mensch würde es heute wagen, eine
solche Frage zu stellen. War die Frage so absurd?
Fast jeder kann heute natürlich in die Situation kommen, auf
Sozialleistungen angewiesen zu sein, und ich nehme es vielen ab, unter
dieser Situation zu leiden. Tatsache ist aber auch, dass es häufig
gerade in den Familien, die oft schon seit Generationen allein von
staatlicher Unterstützung leben, eine recht große Kinderzahl
gibt (jede Sozialarbeiterin wird das bestätigen können, Sie
kennen auch bestimmt die Stellungnahmen von Herrn Buschkowsky).
Die ideologische Borniertheit von Frau Schröder muss ja nun nicht
weiter wundern und dass ihr Verständnis von der Gleichberechtigung
der Frau nicht über den heimischen Herd hinausreicht...geschenkt!
Alles andere wäre eine Revolution gewesen, aber das Schröder
die Chuzpe hat den Hartz IV-Empfängern das Betreuungsgeld direkt
wieder abzuziehen zeigt einmal mehr wessen Geist diese Regierung (oder
zumindest Frau Schröder) ist: der Erfüllungsgehilfe der
Wohlhabenden und Besserverdienenden unabhängig von ihrem
gesellschaftlichen Beitrag...frei nach dem Motto: Krieg den Hütten,
Macht den Palästen...
Davon abgesehen halte ich diese Ungleichbehandlung für einen
Verstoss gegen Art. 3 GG...bin gespannt was das BVerfG dazu sagt!
Konsequent und richtig ist daher die Forderung: Keine Herdprämie
für niemanden!
VG
und noch eine weitere Förderung im Förderungsdschungel
Warum führt man nicht einfach ein Erziehungsgeld für alle
Kinder in Abhängigkeit des Kindesalters und der Qualifikation des
Erziehers (min Niveau Tagesmutter, höheres Niveau: Erzieher) ein.
Dieses Erziehungsgeld ist dann sozialabgabenpflichtig. Im Gegenzug
streicht man: Elterngeld, Betreuungsgeld, Ehegattensplitting, kostenlose
Krankenmitversicherung von Ehegatten, Rentenansrüche, usw.
Eltern können dann selbst frei entscheiden, wer das Geld für
die Erziehung bekommt. Auch das Problem, das es in Deutschland zuwenig
Erzieher gibt, sollte sich dann selbst erledigen, denn Frauen, die mit
Kindererziehung ihren Familienunterhalt verdienen wollen, müssen
mehrere Kinder erziehen.
sehr gut, dass es Hartzler direkt wieder abgezogen wird
denn die haben genug Zeit, sich um ihre Kinder zu kümmern. Denen sollte sogar ein recht hoher Betrag für die Kita einbehalten werden.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 30.05.2012 00:13 UhrHerr Banaschak,
Sie können ja gar nicht an sich halten;Hartzler,die,denen:Hochmut
kommt vor dem Fall.
Beate Dreher
Die die haben denen wird gegeben! Warum sind die Gemeinden nicht in der
Lage, genug Betreuungsplätze für Kleinkinder zu schaffen? Weil
viele Bürgermeister nur mit dem Mundwerk für Kinder da sind.
Für ihre Prachtbauten, die dann dreimal so teuer werden wie
veranschlagt, haben sie doch auch Geld. Zuerst wird doch überall
bei Sozial- und Jugendeinrichtungen gespart. Die Unionspolitiker tun
sich da immer besonders hervor.
Als Ausgleich dafür sind sie bei Banksubventionen besonders großzügig!
Wenn man jungen Frauen, die keine Arbeit finden, keinen Zuschuß
gewährt, bestraft man die unschuldigen Kinder. Angeblich sollen sie
doch gefördert werden durch den Bürokratiedschungel von Frau
von der Leyen. Das ich nicht lache! Die CSU/CDU fördert mit diesem
Gesetz ganz offen die Zweiklassengesellschaft! Sie outet sich als
unsoziales Parteienbündnis.
Wer hat, der gebe dem, der nichts hat
sagte Jesus. Von Zwang aber hat er nicht gesprochen! Ein Kommunist und
ein Kapitalist unterhalten sich: "Angenommen", sagt der
Kapitalist, "ich gebe Dir die Hälfte meines Geldes. Du aber
ruhst dich aus und verbrauchst alles. Ich dagegen arbeite und
investiere. Nach einem Jahr bist du wieder arm und ich reich. Was
dann?"
"Ach", sagt der Kommunist, "das ist ganz einfach. Dann
teilen wir eben wieder"!
Es ist immer leicht zu fordern, aber bevor man einen Kuchen verschenken
kann, muss man ihn backen!
Die Frage ist nicht, warum die Gemeinden nicht genug ausgeben (die sind
sowieso hoch verschuldet!), sondern die Frage ist, warum die
Superreichen vom Geld besessen sind und die Mütter lieber arbeiten
gehen wollen (obwohl es finanziell oft nicht nötig ist), statt die
ersten Jahre bei ihren Kindern zu sein!
Wir leben in einer rücksichtslos vom Mamon verblendeten Gesellschaft.
Linksideologische Kritiker sind schlecht beraten
Die ganze Kritik am Betreuungsgeld ist sachlich falsch. Kinder
gehören die ersten drei Jahre zur Mutter, basta! Die emotionale
Reifung ist tausendmal wichtiger als sog. Bildung im Hort, darauf weisen
Psychologen immer wieder hin! In Skandinavien hat man nach 20 Jahren
negativer Erfahrung die Krippenpolitik zugunsten von Betreuungsgeld in
Höhe von 600 Euro im Monat längst aufgegeben! Ein Krippenplatz
kostet 1000 € im Monat, Betreuungsgeld nur 10 % davon. Können
SPD, GRÜNE, FDP, GEW, DGB und andere extrem Linke nicht rechnen,
wenn sie das Geld lieber in Kitas stecken wollen und sind sie
ideologisch so verblendet, dass sie nicht wissen, was für Kinder
das Beste ist? Auf keinen Fall die Kita bis zum 3. Geburtstag!
Außerdem wollen wir keinen (sozialistischen) Einheitsstaat, der
Eltern alles vorschreibt und Eigeninitiative und Einsatz (von
Müttern) nicht belohnt! Wahlfreiheit statt staatlicher
Einbahnstraße! Die ganze grünrote Hysterie zeigt nur die
ideologische Verblendung!
Missverständnis
Ich weiß nicht, worin der Zusammenhang zwischen nicht Rechnen können und linker Ideologie bestehen sollte. Außerdem ist Ihre Rechnung - weil betriebswirtschaftlich geführt - zu kurz gedacht. Kinderbetreuung zu Hause kostet den Staat eben mehr als nur das Betreuungsgeld, es fallen noch Opportunitätskosten an (Steuerausfälle, ggf. Langzeitsarbeitslosigkeit etc.). Ich will das nicht werten, möchte aber klarstellen, dass es nichts mit beschränktem mathematischen Verständnis zu tun hat, für einen Ausbau der Krippen zu sein. Sie betonen wiederholt, "Kinder gehören die ersten drei Jahre zur Mutter". Welche Studie belegt das? Außerdem heißt ja der Besuch der Krippe nicht, dass die Kinder die ersten drei Jahre ihre Mutter nicht mehr sehen. Sie kommen ja nicht ins Straferziehungslager oder die Kaserne! Emotionale Reifung ist sehr wichtig, einverstanden, aber kann denn "sog. Bildung im Hort" schaden? Mann will ja nicht "sog. Bildung im Hort" STATT emotionaler Reifung, sondern BEIDES ZUSAMMEN.
Einheitsstaat???
"Außerdem wollen wir keinen (sozialistischen) Einheitsstaat,
der Eltern alles vorschreibt und Eigeninitiative und Einsatz (von
Müttern) nicht belohnt!"
Mit dem was Sie wollen hätten wir dann halt den konservativen
Einheitsstaat der 50er Jahre. Ihnen erscheint das besser, anderen aber
nicht. Und damit müssen Sie halt leben...
Herrn Pütz und denen, die ihm zustimmen
kann ich mich nur anschließen.
Da ich persönlich jede Art von Subventionierung ablehne,
plädiere ich dafür, dass unsere Politiker endlich ihr
Versprechen wahr machen, eine große Steuerreform auf den Weg zu
bringen, die den Bürgern merkbar mehr Geld zur persönlichen
Verfügung lässt. Unsere derzeitige Besteuerung grenzt doch
hart an Raubrittertum!
Allerdings ist mir klar, dass das ein frommer Wunsch bleiben wird. Das
wird nie geschehen. Wir haben uns schon viel zu lange daran
gewöhnt, dass wir wie Untertanen behandelt werden, beziehungsweise
wie unmündige Kleinkinder, die sich nicht selber helfen und nur an
der führenden Hand der Politiker laufen können.
Ich stimme Ihnen vollkommen zu, Herr Pütz.
Und auch die beste Kita kann einem Kind nicht die Aufmerksamkeit geben,
derer es bedarf. Die individuelle Zuwendung eines Erwachsenen, für
den das Kind nicht eines von vielen ist, ist für seine Entwicklung
von entscheidender Bedeutung.
Und besonders traumatisch wird ein Kind eine Situation erleben, die in
Kitas nicht selten und auch gar nicht zu vermeiden ist: Es hängt in
besonderer Weise an einer Erzieherin, die sich besonders herzlich um
dieses Kind gekümmert und auch eine persönliche Bindung zu ihm
aufgebaut hat. Das Kind muss erleben, dass die - aus unterschiedlichsten
Gründen (Schwangerschaft, Ende eines Praktikums, Umzug) - von einem
auf den anderen Tag nicht mehr kommt. Der frühe Verlust einer
Bezugsperson hat natürlich fatale Auswirkungen auf seine seelische Entwicklung.
Herr Pütz, sie haben völlig recht - und gerade die sozialistischen Länder haben gezeigt
wie miserabel staatliche Betreuung ist.
Ich will das auch, ich fahre nie Straßenbahn
Jetzt scheint es ja schon Geld zu geben, wenn man vom Staat kein Geld
nimmt, das will ich auch,
ich verspreche auch, dass ich nie mehr Strassenbahn fahre und ich geh
auch nicht mehr ins Schwimmbad;-)
Und,
wenn andere das anders machen wollen als Sie, dann lassen Sie die doch...
Sie haben völlig recht Herr Schubert!
An diesem wahnwitzigen "Betreuungsgeld" kann man bestens erkennen, was für ein grandioser Irrsinn alle diese staatlichen Subventionierugen sind. Jeder, der sie nicht in Anspruch nimmt, müsste doch gerechterweise auch solche "Ersatzzahlungen" bekommen - ob es nun um den Nicht-Besuch von (hochsubventionierten) Einrichtungen geht wie Theater , Oper und Museen geht, um die Nicht-Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel und Büchereien oder den ebenfalls mit Steuergeldern geförderten deutschen Film im Kino, den man nicht sehen will. Und wer nicht an einer deutschen Uni studiert, müsste auch eine Ausgleichzahlung erhalten. An diesen Beispielen wird klar, wie mit unserem Steuergeld umgegangen wird. Vielleicht sollte man gegen diese Ungleichbehandlung beim Verfassungsgericht klagen?
Sie vergessen, dass Kitas ein einseitiges Programm sind
wenn der Staat nur Kitas finanziert, dann gehen Mütter die selbst
betreuen, leer aus.
Ich wäre dafür, aus besagten Gründen die Kitas von den
Eltern, die sie nutzen, finanzieren zu lassen, dann brauchen wir auch
kein Betreuungsgeld. Wenn der Staat aber die schlechte Lösung mit
Kitas finanziert, dann muss er auch die Leistung von erziehenden
Müttern anerkennen, wenn es ausgewogen und gerecht sein soll! Dabei
sind 150 Euro im Monat nur ein Minimallohn! Wir sollten endlich
Müttern mehr Prestige und finanzielle Anerkennung zollen, wenn Sie
die ersten Jahre bei ihren Kindern bleiben. Das ist wichtiger als Kitas
zu finanzieren!
wer hat was von weg mit Staatsfinanzierung für Kitas gesagt.....
Es geht doch bei dieser Leistung keineswegs um das Kindeswohl. Das
müssen sie doch schon gemerkt haben. Die CSU versucht, damit ihre
koventionell ausgerichtete Wählerschiht zu mobilisieren. Das hat
sie ja schon mit der unseligen Mehrwertsteuergeschichte bei dne Hotelies
gemacht. Kein vernünftiger Mensch hat ein Problem, wenn jemand
seine Kinder selber erziehen möchte und soe nicht in die
Kinderkrippe schickt. Dass es aber jetzt Prämien dafür gibt,
wenn man staatliche Leistungehn NICHT in Anspruch nimmt, ist angesichts
unserer Haushaltssituation und des ewigen Gejammers über "kein
Geld" ein Unding.
Wenn sie das geld für die Finanzierung von Kitas genommen
hätten, wäre ich voll damit einverstanden....
Ich habe keine Kleinkinder, also weg mit Staatsfinanzierung für Kitas !!
Das ist doch Ihre Logik, nicht wahr! Also alle staatlichen Leistungen abschaffen, von denen Sie nichts haben! Sehr weitherzig gedacht oder kurzsichtig? Solche Sprüche ähneln den laienhaften Schlagworten von "Herdprämie" und "Bildungsverhinderungsprämie". Das ist natürlich dummes Gerede, denn eine Betreuerin kann die Liebe einer Mutter nie ersetzen und emotionale Bildung (die ein gut gereiftes Kind allemale zum schulischen Überholer macht) ist in den ersten Lebensjahren immer wichtiger als Wisssensvermittlung! Die gute alte Familie war noch immer jedem Hort haushoch überlegen, wenn es zwischen den Eltern stimmt. Der materialistischen Kurzsichtigkeit von Eltern sollte man die Erinnerung zukommen lassen, dass Liebe, Dankbarkeit und Zufriedenheit die besten Pillen sind, die Ärzte Eltern im Interesse der Kinder verschreiben können! Der "Abschiebehaft" in den Rangierbahnhof Krippe mit immer neuen Betreuern sollte man mit noch höherem Betreuungsgeld von 500 € monatlich den Abschied geben!
Stephan Löwenstein Jahrgang 1968, politischer Korrespondent für Österreich und Ungarn mit Sitz in Wien.
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