21.07.2012 · Meine Schwester wollte ihren Sohn nicht beschneiden lassen. Die Familie sammelte Argumente, um sie umzustimmen. Ich fand keines. Jetzt werde ich selbst Vater. Ich, der jüdische Arzt.
Von Gil YaronRichtlinien für Lesermeinungen
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hier treffen rationale Menschenrechts- Argumente auf religiöse Traditon.
es geht um den Primat des GG.
Ich kenne keinen Moslem (um die geht es ja vor allem), der das GG
über seine Religion stellt.
Das Beschneidungsthema deckt einen Konflikt auf, der nicht lösbar ist.
Ein ehemaliger Verfassungsrichter hat in der FAZ vor einiger Zeit
nachgewiesen, das der Islam mit dem GG nicht vereinbar ist.
Was machen wir jetzt ? Die politischen Parteien haben schon entschieden.
Das GG wird beschnitten!
Sie schreiben, dass ca. 33% aller männlichen Erdbewohner beschnitten sind. Wenn also mit dem jüdischen Beschneidungsritus ein Unterscheidungsmerkmal zwischen Juden und Nichtjuden hergestellt werden soll, wäre der Ritus hinfällig. Deshalb verwundert es um so mehr, dass das Köllner Urteil in der öffentlichen "Diskussion" und auch von Ihnen fast ausschließlich auf den jüdischen Ritus bezogen wird. Dankenswerter Weise widerlegen Sie mit Ihrem Bekenntnis zu nicht koscherem Essen, gleich auch noch das Gerede von der unwiderruflichen religiösen Fixierung durch Circumcision. (Johannes der Täufer war auch Jude und die christliche Taufe, also die Reinwaschung von der Erbsünde geht auch auf einen jüdischen Brauch zurück. Wer als Erwachsener taufen lässt, in der Hoffnung damit seine Erbsünde loszuwerden, ist garantiert unvernünftiger als Säugling). Sie haben Recht, nachdenken und diskutieren sind urjüdische Akte, welche Juden von etlichen Deutschen positiv unterscheiden.
Das kann die Mutter ja in einem Kommentar schreiben!
Hier hat ein jüdischer Vater einen sehr ehrlichen und interessanten
Artikel zum Thema verfasst, der seine persönliche Sichtweise und
Erfahrung zu einem Thema darstellt, dass ein ausgesprochen
männliches Thema behandelt. Ich habe diesen Artikel mit
großem Interesse gelesen, denn ein selbst betroffener hat sehr
ehrlich seine Gedanken und seine Meinung mit den Lesern geteilt. Was die
Mutter dazu denkt ist sicher auch interessant - aber das sollte uns die
Mutter doch bitte selbst erzählen. Der Mann, der diesen Beitrag
geschrieben hat, hat nicht das Recht für seine Frau zu sprechen,
und auch nicht die Pflicht. Ich fände die Sichtweise von
Müttern zu diesem Thema durchaus interessant, aber das möchte
ich dann auch von den Müttern selbst erfahren, und nicht durch den Ehemann.
MgG S.Züchner
Yaron zeigt, dass das Judentum keineswegs unausweichlich implodiert,
wenn Säuglingen nicht mehr die Vorhaut amputiert wird.
Allerdings verbreitet leider auch Yaron die Mär vom "60 %
weniger HIV-Gefahr durch Beschneidung", wohl weil das weiterhin von
der ansonsten — sollte man zumindest meinen können —
vertrauenswürdigen WHO angegeben wird.
Diese Zahl ruht auf drei Studien von 2007 in der Subsahara, deren
geradezu absurde Fehler 2011 jedoch in einem J Law Med-Review von
Gregory Boyle und George Hill aufgezeigt wurden. Eine Zusammenfassung
findet sich in Brian Earps Artikel "When bad science kills, or how
to spread AIDS" auf seinem Oxford-Blog.
In den US bezieht sich die CDC für ihre Empfehlung ebenfalls
darauf. Dort ist auch von einer erwiesenen HIV-Anfälligkeit der
Langerhans-Zellen der Vorhaut zu lesen. Dass es hingegen Studien gibt,
die mit einer HIV-Schutzwirkung just das Gegenteil darlegen,
erwähnt kein Wort,
Interessanter Artikel [2/2]
[cont.] genauso wenig dass die bekannte internationale Studie zur
HPV-Schutzwirkung [N Engl J Med 2002] keine signifikante Wirkung aufs
Gebärmutterkrebs-Risiko fand — oder es gegen viele der
HPV-Typen nun Impfstoffe gibt.
Letztlich, wie Yaron bereits schreibt, bleiben medizinische Argumente
auch in dieser Debatte bloß nachträgliche Rationalisierungen,
um religiöse Körperverletzung bzw. jenes Sonderrecht hinter
einem Dunsthauch der säkularen Nützlichkeit zu verkleiden.
Nicht dass das für unsere Politiker überhaupt nötig
wäre; Chefin Merkel ist die Meinung des Auslands eh wichtiger als
die der eigenen Republik — Sachzwang.
Sei vorgestellt, Vergleichbares träfe nur Mädchen — also
nicht die mit 10-15 % weltweit seltenere, krasse pharaonische
Beschneidung (WHO-Typ III, Infibulation) — sondern weit weniger
invasive Varianten der mit 80-90 % häufigsten Typen I & II, d.
h. Wegschneiden der Klitorisvorhaut oder vllt. gar Teile der
"äußeren" Klitoris selbst.
Wo unsere Politiker dann stünden?
"Danke Vater, dass ich nicht beschnitten wurde!"
Unter dieser Überschrift erschien vor einigen Tagen in der Zeitung Die Welt ein ergreifender Erlebnisbericht von Alan Posener. Sehr zu empfehlen!
... Frauen kommen in diesem Artikel ja nur als Projektionsfläche männlichen Gedankengutes vor - man würde im 21. Jahrhundert doch erwarten, dass die Meinung beider Eltern von belang ist ...
Seit Beginn der Debatte beschäftigt mich das Thema. Dieser Artikel
und einige Leserkommentare vergleichen die "Bünde" -
besiegelt durch die Beschneidung oder die Taufe. Ja, hier ist est
angezeigt, auch die Debatte um die Kleinkindtaufe zu führen. Und
dann zur Überzeugung zu kommen, dass eben nur die
Erwachsenen-Beschneidung und -taufe das Selbstbestimmungsrecht der
Kinder respektiert.
Die Taufe hinterlässt jedoch kein bleibendes körperliches
Zeichen, die Beschneidung schon.
Während man den Glauben wechseln kann, kann man die Beschneidung
nicht rückgängig machen - ausser ein kleiner Rest der Vorhaut
ist übrig geblieben und man sie durch monateslanges Strecken wieder
etwas dehnen und verlängern kann.
Respekt für den mutigen Kollegenbeitrag!
Auch im christlichen Abendland wäre eine Debatte mit ähnlich
sensibler Kritikfähigkeit hilfreich. Beispielhaft entstehen durch
das sture Festhalten am Zölibat nicht wiedergutzumachende
Kollateralschäden, die letzte Generation katholischer Priester und
Nonnen schafft sich soeben selbst ab, mangels Nachfolge. Ein hohes
Kulturgut geht verloren, nicht nur das der Barmherzigkeit und dem Dienst
am Menschen in sozialen Einrichtungen. Als einzig realistische
Perspektive bleibt meines Erachtens (noch) die Einführung
uneingeschränkter Gleichberechtigung in der Ökumene, i.S.v.
Ordination katholisch/ protestantischer PriesterInnen und
BischöfInnen, bevor die wichtige Institution ‘Kirche in
Europa‘ in der Bedeutungslosigkeit versinkt.
Dr.med.R.Schütte
Der ungetaufte Pope - Lesskows Allegorie beschreibt (einen) Konflikt der Religionszugehörigkeit
'In einem kleinrussischen Kosakendorf wohnt ein ungewöhnlich hartherziger Mann und als ihm ein Sohn geboren wird, findet sich niemand im Dorfe, bei der Taufe Gevatter zu stehen. Neffe und Hebamme sollen mit dem Kind in den Nachbarort zur Taufe fahren. Unterwegs überfällt sie ein Schneesturm. In Sorge um das ihr anvertraute Kind schlägt die Hebamme den schützenden Pelzmantel zurück, und als eine Schneeflocke auf der kleinen Stirn des Täuflings schmilzt, macht sie in ihrer Not mit dem Schmelzwasser das Zeichen des Kreuzes über das Gesicht des Kindes und spricht die Taufworte. Das Kind Ssawka überlebt, wird Pope im Heimatdorf und erfreut sich allgemeiner Beliebtheit. Auf dem Sterbebett beichtet die Hebamme dem Bischof, der entscheidet: 'sie haben die Taufe begehrt, haben in Todesängsten die feuchte Wolke durchmessen und mit dem Tau, der von jener Wolke auf die Stirn des Kindes niederfiel, auf sein Antlitz das das Zeichen des Kreuzes im Namen der Heiligen Dreifaltigkeit geschrieben'.
bei allem Verständnis für Ihre Position
was hat das mit Beschneidung zu tun ?
Wunderbar argumentiert, danke. Ich kann nur sagen, so sehr ich das Bündnis mit G'tt ehre, so sehr ehre ich auch das Selbstbestimmungsrecht meines Sohnes. Ich erkläre ihm die "göttliche" Welt und er mag entscheiden, mit wem er sein Bündnis eingehen möchte. Ich traue ihm zu, dass er das gut entscheiden kann und ich ihn hier nicht bevormunden muß. Niemand legt Hand an die Genitalien meines Sohnes und wie Mamonides schon treffen den wahren Grund für die Zirkumzision erklärte und das will ich nicht für meinen Sohn irreversibel entscheiden.
Besser kann man das Problem nicht schlüssig darlegen.
Ein tiefsinniger, zugleich verbindender Beitrag!
Intellektuelle Welten zwischen diesem Beitrag und jenem Kommentar
Bahners "Ein Rechenfehler"!
Yaron sucht zu verbinden; Bahner spaltet. Ersterem geht es um die eigene
religiöse und erzieherische verantwortung in einer rechtsstaatlich
entwickelten, zivilisatorischen Gesellschaft. Zweiterer spaltet, indem
er den aus verfassungsrechtlichen Gründen motivierten Kritikern an
einer Knabenbeschneidung in die Nähe eines unsäglichen
Antisemitismus bzw. Antiislamismus drängt und sich hierbei auf ein
'mal mot' der Bundeskanzlerin, diese Diskussion versetze die Republik in
eine "Komikernation", als Rechtfertigung abstützt.
Sie, Herr Yaron, geben genau jenen Maßstab vor, der in der
parlamentarischen Diskussion als Basis für eine am Grundgesetz
orientierte Entscheidungsfindung anzusetzen ist.
Ihnen als jüdischer Mitbürger in Deutschland sei hiermit
aufrichtig für das Aufzeigen dieser facettenreichen Problematik
gedankt; ein Aufzeigen, das nicht belehrt oder anklagt, sondern
verbindet!
Vielen Dank Herr Franz Kobech!
Ihre kritische Gegenüberstellung der beiden Artikel ist sehr
treffend. Ich traute meinen Augen nicht, als ich den Artikel von Herrn
Bahners las.
Ihren Ausführungen schließe ich mich gern an - besonders auch
dem Dank an Gil Yaron!
Hinweis auf einen weiteren Artikel
Hanna Rheinz hat im Neuen Deutschland einen Artikel "Unverzichtbar und doch Albtraum" geschrieben. Recht pessimistisch, was die Einschätzung eines Wandels innerhalb des Judentums betrifft, aber definitiv lesenswert!
Respekt! Selten so einen guten und differenzierten Artikel gelesen.
Leute wie Sie braucht unser Land. Ich würde mich freuen, wenn sich
mehr Stimmen wie die ihre finden würden und sich an den von vielen
gewünschten 'Runden Tisch' setzten.
Übrigens gibt es eine Initiative (unter change.org) die Frau
Leutheusser-Schnarrenberger dazu bewegen will, diesen Tisch
einzurichten. Ich hoffe sehr darauf, dass genug Stimmen zusammen kommen.
Dieser Artikel sollte jede Abgeordnete/ jeder Abgeordnete des Deutschen
Bundestages bis zum Ende der Sommerpause der Urlaubslektüre
beigegeben werden. Welcher Segen für unsere Gesellschaft, wenn
nicht schon wieder das nächste Gesetz als Schnellschuss durch den
Bundestag gejagt würde, sondern Juden, Muslime und der Rest des
Landes miteinander das Gespräch führten. Allerdings ein
Gespräch, das der menschlischen Größe und der
Überzeugungskraft der Argumente von Herrn Yaron würdig ist.
In Geduld mit dem religiösen Ritual warten bis die Jungen selber
das Für und Wider überblicken können - dies wäre ein
starkes mitmenschliches Zeichen.
Volker Kunz
Beschneidung bleibt Körperverletzung
Ein Gesetz kann in Deutschland nur für jedermann gelten. Ausnahmereglungen für einflussreiche Gruppen ist der Anfang von Willkür und Korruption. In Deutschland darf man keinem Hund die Ohren kupieren, keinem Pferd ein Brandzeichen setzen, einem Kind keinen Klapps, auf den Po geben, aber man darf ihm eines seiner sensibelsten Körperteile abschneiden und verstümmeln, weil Religion vorgeschoben wird. Wenn religiöse Riten mit dem in Jahrhunderten gewachsenen traditionellen deutschen Rechtssystem in Konflikt geraten, muss eine emotionslose Gerichtsentscheidung ein klare Kante bieten. Schächtung, Ganzkörperschleier, Steinigung und Beschneidung der Frauen ist in eigen Länder auch religiös bedingt. Das wollen wir doch wohl auch nicht. Wer in Deutschland leben will, hat hiesiges demokratisches Recht zu akzeptieren. Die Drohung von religiösen Führern, so wäre Leben in Deutschland nicht möglich ist arrogant, überheblich und unwichtig. Gerolf kurowski
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 24.07.2012 03:53 Uhrich bin mit Sicherheit nur einer von vielen
die Ihnen absolut zustimmen
Ein guter Beitrag zur Diskussion!
Ein schöner, sehr persönlicher Kommentar! Ich habe ihn gern
gelesen. Es gibt auch im protestantischen Raum viele Familien, die -
obwohl ihnen ihr Glaube sehr wichtig ist - ihre Kinder erst im
Jugend-Alter taufen lassen, so dass es dann eine eigene Entscheidung der
Kinder sein kann; ich verstehe die Entscheidung von Herrn Yaron
ähnlich.
Allerdings: So sehr ich dies akzeptiere und achte, denke ich nicht, dass
Herr Yaron anderen jüdischen Eltern die Brit Mila am 8. Tag
verbieten kann und möchte - genauso wenig wie ich mir die
Baby-Taufe verbieten lassen möchte. Dass religiöse Traditionen
lebendig sind und sich ändern, ist gut und wichtig; doch dieser
Prozess muss in den Religionsgemeinschaften selbst geschehen. Es ist
gut, dass unser Gesetzgeber und die freiheitliche Ordnung der westlichen
Wertegemeinschaft dem einen Raum gibt! - Politische Systeme, die die
Religion einfach auflösen wollten, weil sie ihnen nicht
zeit(geist)gemäß erschien, hatten wir auf deutschem Boden genug!
Die Mehrheit scheint sich schon entschieden zu haben, unter dem Deckmantel der Rechtsstaatlichkeit Religionsfreiheit auf Gedankenfreiheit einschränken zu wollen. Das zu hindern, hilft dieser auch vergnügliche Artikel und auch ein Blick in die Schweiz. Dort wird eine solche Beschneidung nur auf Antrag der Betroffnen strafrechtlich beurteilt und nicht durch die Staatsanwaltschaft quasi automatisch bearbeitet. Dass die weisungsgebundene Kölner Staatsanwaltschaft gegen das erstinstanzliche vernünftige Urteil Revision eingelegt hat, ist der Skandal im Skandal. Vielleicht lernen wir von diesem einzigen auch deutschsprachigen Land, das sich ohne Unterbruch demokratisch entwickelt - zumindest - hat, statt ständig die Welt belehren zu wollen, was richtig ist: Bei Gesetzen darf es nicht darum gehen, wessen Meinung richtig ist, sondern um allgemeine Regeln: das Minimum eben, auf das sich alle sollten einigen können - ansonsten ist es Terror, der sich aufklärerisch gibt.
Vielen vielen Dank, Herr Yaron, ...
auf einen Beitrag wie diesen habe ich sehr gewartet!
Sie haben den inneren Konflikt zum Thema Beschneidung anschaulich
beschrieben und gezeigt, dass man eine bisherige Haltung sehr wohl
überdenken/abwägen und schlussendlich auch ändern kann -
zuliebe des eigenen Kindes! Das nenne ich "erwachsen".
Ich hoffe Ihr Artikel trägt dazu bei, dass alle Befürworter
der Beschneidung sich ausreichend Zeit nehmen, um ihren eigenen
Standpunkt nochmal gründlich zu überdenken.
"Taufe" bedeutet soviel wie "ein-" oder "untertauchen", heute reichen ein paar symbolische Tropfen, um den gleichen Bund zu schliessen. Wie Herr Yaron ausfuehrt, dient die Beschneidung hauptsaechlich der Aufrechterhaltung einer langen Tradition, wie die Taufe stellt auch sie einen Bund her. Wird wenigstens mal darueber nachgedacht, die Beschneidung ebenfalls lediglich symblisch vorzunehmen? Wasser hinterlaesst keine Schaeden und wer einmal getauft ist, kann den Vorgang selber nicht mehr rueckgaengig machen- der Bund ist geschlossen. Die Ueberzeugung, dass eine Religion unwiderruflich in den Koerper eingeschnitten werden muss damit der Junge zeitlebens an sie gefesselt bleibt erscheint unzeitgemaess. Letztendlich ist es nicht ein Koerperteil, sondern der Geist, der eine Religion tatsachlich ausuebt.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 22.07.2012 20:28 UhrDarüber wird nicht nur nachgedacht
"Wird wenigstens mal darueber nachgedacht, die Beschneidung
ebenfalls lediglich symblisch vorzunehmen?"
--- Nicht nur nachgedacht. Die bekannteste gelebte Alterntive unter
progressiven Juden ist die Brit Shalom, also die gleiche
Namensgebungsfeier und Aufnahme des Kindes in den Bund - nur ohne Beschneidung.
Der Text klingt so, als wäre die Beschneidungsfrage alleine vom
Votum des Vaters abhängig?!
Zweitens wäre eine Entscheidung gegen die Beschneidung für den
Sohn nicht bindend und nur vorübergehend wirksam: Eines Tages
volljährig geworden, kann er sich jederzeit beschneiden lassen.
"Eines Tages volljährig geworden, kann er sich jederzeit beschneiden lassen."
Das ist sein gutes Recht, allerdings wird er bei Komplikationen keinen
Cent von den Krankenkassen bekommen, denn bei vorsätzlicher
Selbstverstümmelung ist den KK die Leistung verboten.
Sie Täten gut daran, sich einmal mit den Gesetzen, die angewendet
werden können bzw. angewendet werden müssen, intensiv zu
beschäftigen.