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Beschneidungsdebatte : Gauck: Jüdischer Glaube ist Teil deutscher Kultur

  • Aktualisiert am

Gauck: „Jüdisches Leben gehört zu Deutschland - heute und in Zukunft.“ Bild: dpa

Bundespräsident Joachim Gauck hat sich anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes dafür ausgesprochen, Juden in Deutschland die rituelle Beschneidung weiterhin zu ermöglichen.

          Bundespräsident Joachim Gauck hat sich dafür ausgesprochen, Menschen jüdischen Glaubens in Deutschland weiterhin die rituelle Beschneidung zu ermöglichen. Jüdische Lebenspraxis sei Teil deutscher Kultur. „Das ist selbstverständlich und muss selbstverständlich bleiben“, so der Bundespräsident am Donnerstag in einer Grußbotschaft zum jüdischen Neujahrsfest.

          Die Debatte über die rituelle Beschneidung war von einem Urteil des Kölner Landgerichts ausgelöst worden, wonach sie eine strafbare Körperverletzung ist. Das Urteil hatte einen Sturm der Entrüstung in der jüdischen Welt ausgelöst. Unter anderem bat der israelische Staatspräsident Schimon Peres Deutschland, das Ritual der Beschneidung zu schützen. Gauck sagte, er verstehe die Sorge um die Zukunft jüdischen Lebens in Deutschland aber er teile sie nicht.

          Gacuk äußerte auch seine Bestürzung angesichts von Drohungen gegen jüdische Menschen in Deutschland. Erst kürzlich war ein Rabbiner in Berlin angegriffen und verletzt worden. „Das ist ein beschämender Vorgang, der alle Menschen guten Willens in unserem Land empört. Solche Untaten müssen streng verfolgt und bestraft werden“, schrieb Gauck nach Angaben des Präsidialamtes. Manche sorgten sich deshalb um die Zukunft des jüdischen Lebens. Gauck: „ Jüdisches Leben gehört zu Deutschland - heute und in Zukunft.“

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