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Kommentar zur Syrien-Krise : Deutschlands Stärken

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit dem dänischen Ministerpräsidenten Lars Løkke Rasmussen Bild: Reuters

Vergeltungsschläge zählen nicht zu unseren Kernkompetenzen. Doch empören können wir uns ganz gut.

          Eine lebhafte Debatte hat die Weigerung der Kanzlerin, sich an einem Militärschlag gegen das Assad-Regime zu beteiligen, nicht hervorrufen können. Aus den Reihen der Mandatsträger äußerte allein der FDP-Abgeordnete Lambsdorff Kritik an Merkel.

          Man kann gute Gründe dafür anführen, warum Deutschland in diesem Fall seine Verbündeten auch militärisch unterstützen sollte – mit den bescheidenen Mitteln, die ihm dafür zur Verfügung stünden. Zugleich lässt sich aber auch sehr grundsätzlich an Sinn und Nutzen einer solchen Aktion zweifeln, mit der eine erhebliche Eskalationsgefahr verbunden wäre.

          Doch warum wird darüber nicht einmal annähernd so engagiert gestritten wie etwa über den Familiennachzug von Flüchtlingen? Vergeltungsschläge stellten nicht „unsere Kernkompetenz“ dar, fasste Bundestagsvizepräsident Thomas Oppermann (SPD) treffend die politische und militärische Disposition Deutschlands zusammen.

          Unsere Stärken lägen in der Diplomatie und in der Deeskalation. Und, das darf man hinzufügen, in der Empörung darüber, dass niemand etwas gegen das Grauen in Syrien unternimmt.

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