07.07.2012 · Planungschaos und ausufernde Kosten am Hauptstadtflughafen - jetzt ist der Ärger groß. Aber Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit wusste, was er tat.
Von Christiane HoffmannRichtlinien für Lesermeinungen
Die FAZ.NET-Redaktion bietet allen registrierten und eingeloggten Nutzern die Möglichkeit, sich mit den aktuellen Beiträgen auf FAZ.NET konstruktiv und kritisch auseinanderzusetzen und eigene Leser-Kommentare zu veröffentlichen. Für jede Meinungsäußerung stehen 1000 Zeichen zur Verfügung. Voraussetzung für eine Veröffentlichung ist, dass die Verfasser und Verfasserinnen ihren wirklichen Namen nennen, d.h. in ihrer FAZ.NET-Registrierung den korrekten Vor- und Nachnamen eingetragen haben. Im Falle der Veröffentlichung des Leser-Kommentars weisen wir am Beitrag sowohl den Klarnamen als auch den Nickname des Lesers aus. Unter Pseudonym oder anonym verfasste Texte können nicht berücksichtigt werden.
Veröffentlicht werden nur Beiträge, die auf den jeweiligen Artikel und sein Thema seriös und sachbezogen eingehen. Links- und rechtsradikale, pornographische, rassistische, beleidigende, verleumderische sowie ruf- und geschäftsschädigende Inhalte können nicht berücksichtigt werden, ebenso wenig sachlich falsche oder in angemessener Zeit nicht nachprüfbare Behauptungen. Links sind in den Leser-Kommentaren von FAZ.NET nicht gestattet. Die Redaktion behält sich vor Leser-Kommentare zu kürzen oder zu modifizieren. Jeder verfasste Beitrag wird von der Redaktion geprüft und schnellstmöglich veröffentlicht, sofern er diesen Richtlinien für FAZ.NET-Lesermeinungen nicht zuwiderläuft. Nutzern, die wiederholt versuchen, den Richtlinien nicht entsprechende Beiträge zu veröffentlichen, kann die Registrierung entzogen werden.
Für veröffentlichte Meinungsbeiträge gewähren Sie uns das unentgeltliche, zeitlich und örtlich unbegrenzte und nicht ausschließliche Recht, diese Aussagen ganz oder teilweise zu nutzen, zu vervielfältigen, zu modifizieren, anzupassen, zu veröffentlichen, zu übersetzen, zu bearbeiten, zu verbreiten, aufzuführen und darzustellen, Dritten einfache Nutzungsrechte an diesen Aussagen einzuräumen sowie die Aussagen in andere Werke und/oder Medien zu übernehmen.
Wir möchten Sie ausdrücklich darauf hinweisen, dass der gesamte Auftritt von FAZ.NET von verschiedenen Suchmaschinen intensiv ausgewertet wird und die Inhalte dort auch gelistet werden. Das schließt die Leser-Kommentare automatisch ein, so dass diese auch über FAZ.NET hinaus im Internet jederzeit recherchierbar sind.
Und aus dem Hintergrund ertönt eine Fistelstimme, die mit sächsschor Färbung spricht: »Niemand hat die Absicht, einen Flughafen zu eröffnen.«
Wie der Junge mit dem Ball neben der eingeworfenen Glasscheibe ...
Es gab also 4 Sitzungen des Aufsichtsrats in 2011, insgesamt 18 Stunden?
Wow, da hat sich jemand richtig reingehängt!
„[Wowereit] einer, der ausflippe, wenn er mit Schwierigkeiten
konfrontiert werde, sagt einer. ‚Er schreit die Leute an, und die
kuschen dann.‘ Wowereit habe nicht wissen wollen, was los ist.“
Das ist das politische Spitzenpersonal dieses Bundeslandes, der Mann
gehört zur politdarstellerischen Crème de la crème
dieser Republik. In ein paar Jahren, wenn man die irrsinnigen Summen
vergessen haben wird, die der deutsche Steuerzahler für dieser
vermurkste Renommierprojekt auf den Tisch legen durfte, wird der Mann
mal bei seinen Kollegen im SPD-Vorstand anklopfen, ob man sich eventuell
noch um diese Kanzlerkandidatur bewerben könne. Seine Umfragewerte
werden steigen. Frauen finden ihn niedlich, obwohl er ja nicht zu haben
ist, mancher Mann bewundert dieses berlusconihafte Talent zum Durchkommen.
Man träumt von Grundgesetzänderungen, Verantwortung, Haftung.
Verharmlosender Aufsichtsratschef Wowereit hat sich genug geleistet
Wer als Aufsichtsratschef u. maßgeblicher Politiker offensichtlich
versagt hat, soll - eingedenk seiner eigenen hohen Anforderungen an ein
politisches Amt/Diepgen lässt grüßen - rasch die
Konsequenzen ziehen, um noch mehr Schaden aus dieser völlig aus dem
Ruder gelaufenen Baumaßnahme abzuwenden.
Inwieweit die fehlende Professionalität der Gleichmacher-SPD beim
Umgang mit Geld u. branchentypisch ausgefuxten Geschäftspartnern
sich hier ausgewirkt hat, sei dahingestellt.
Aber kein Bundesland, u. erst recht nicht die Bundeshauptstadt, kann
sich einen politischen Chef leisten, der nicht über das Format
verfügt, als Aufsichtschef eines Unternehmens bei einem
Großprojekt die eigene Verantwortung so zu unterschätzen.
Ungeachtet der juristischen Relevanz ist Wowereits Ruf arg
geschädigt, wie der Großflughafen
Aber Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit wusste, was er tat.
Und er weiß es immer noch. Subventionsgelder verbraten.
Dieser Flughafen ist ein politisches Projekt,
eine kleine Kaste Politiker hat sich durchgesetzt. Damit dieses, von
ihnen gewollte Projekt durchgeführt werden kann, werden die Kosten
politisch kleingerechnet, denn würden die ingenieurmäßig
ermittelten Gesamtkosten vorher bekannt, gäbe es keine
parlamentarische Zustimmung. Derartige Projekte werden zudem immer mit
der Minimalausstattung projektiert, Änderungen, die dann das
Projekt dahin bringen wo es planungsmäßig schon immer war,
werden regelmäßig „als nicht vorhersehbar“ oder
mit „neuen Sicherheitsvorschriften“ erklärt. Das dies
schon vorher bekannt war, wird von verantwortlichen Politikern immer verschwiegen.
Ein ehemaliger S-H-Minister sagte in einem NDR-Interview: „Auf
Grund meiner Kenntnisse, die ich als Referatsleiter einer Behörde
gesammelt habe, rechne ich ihnen jedes Projekt gemehmigungsfähig“.
Da liegt der Hase im Pfeffer.
Sie haben recht! Man fragt sich nur, wussten die Berliner Wähler, was sie taten, als sie bei ihm ihr Kreuzchen machten! Mit nur Schick- und Schwulsein hat noch keiner erfolgreich ein Land regiert. Aber es geht ja auch so: der Länderfinanzausgleich und der Bund werden es schon richten, sein Lebenswerk, der "wowi-airport" wird schon gebaut.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 09.07.2012 13:23 UhrHerr Graf,
ich habe mittlerweile den Eindruck, daß in Berlin und bei den
Berlinern alles möglich ist:
schräg sein ....und nach uns die Sintflut!
Mich würde wirklich mal interessieren, wie das die Generalplanung
um GMP sieht, die gekündigt wurde, sich aber aus rechtlichen
Gründen nicht äußern kann.
Und wenn schon GMP und das Begleitbüro JSK Schwierigkeiten mit
diesem Chaos Projekt hatten, die immerhin eine lange Erfahrung mit
Großprojekten dieser Art haben, wie will die Flughafengesellschaft
dies nun stemmen und welchem Spezialistenstamm?
Wer schafft es denn nun die Gewerke zu koordinieren, was eine
gehörige Einarbeitungszeit erfordert, und wie will der Aufsichtsrat
des Politikgeschachers dies nun verantwortlich kontrollieren, was er bis
jetzt nie geschafft hat? Und Wowereits dreiste Teflonstrategie,
verantwortlich sind immer andere?
Die Kapazitätenvorgabe ist ein Irrsinn, geschah auch 1927. Berlin
ist zudem die einzige Hauptstadt Europas, die wirtschaftlich schlechter
dasteht als das Land selber. Geschadet hat das bis jetzt der
Landesregierung nicht die Bohne. Man fragt sich, ob Berlin dies wirklich
verdient hat?
dass es Wowereit doch noch „erwischt“ (wenn auch nicht gründlich genug)! – Berlin ist nicht mit ihm gleichzusetzen, und nichts ist damit, dass dieser stadtnahe Flughafen auch noch als dessen Lebenswerk daherkommen könnte. Wowereit hat noch weniger als Diepgen „gespannt“, was der ermittelte Drehkreuzfavoritenstandort Sperenberg wirtschaftlich für die Region hätte bringen können. Er weiß nicht zu fragen: Wo bleibt bei Schönefeld die interkontinentale Lufthansa?, kann man zum Standort Schönefeld nach der Gerichtsverschärfung noch Ja sagen? Kann man Fraport, das weltweit beteiligt ist und bei Sperenberg dabei sein wollte, ziehen lassen? Wie ist das zu nehmen, wenn Air Berlin Chef Hunoldt angesichts der Nachtflugbeschränkungen zu Schönefeld äußert: „Bräuchte nicht gebaut zu werden“? – Wie ich das sehe, kommt der Flughafenneubau für Berlin LEIDER zu früh. Berlin muss erst sein angestammtes Flächenstaat-Niveau, das es unter Wowereit verloren und vergessen hat, zurückhaben.
Der Fall war doch "eigentlich" schon für die Politiker
erledigt.
Vor einigen Wochen haben sich Wowereit und Platzeck im Fernsehen
für die Mißwirtschaft "ENTSCHULDIGT". damit ist
für deren Verständnis der Fall erledigt und der Steuerzahler
darf den Pfusch bezahlen.
Aufschlußreich ist der Satz, in diesem Artikel :
"Der Aufsichtsrat ist komplett politisch besetzt."
Da fragt man sich, wieviele Tantiemen wurde denn von diese
unfähigen Politikern "abgepumpt" und für was
eigentlich ?
Warum werden Sie denn nicht für ihre Pflichtverletzungen vor
Gericht gestellt und zum Schadenersatz heran gezogen..... ???
Planer feuern ist extrem sinnlos
Wenn man während der Bauausführung Planer und
Bauüberwacher feuert, ist das extrem sinnlos. Der neue Planer und
der neue Bauüberwacher werden alle Schuld auf die Vorgänger
schieben. Die werden den Nachfolgern die Schuld geben und verfügen
dazu auch über alle relevaten Unterlagen. Die Baufirmen werden das
Blaue vom Himmel an Absprachen mit den alten Planern behaupten. Allein
die geordnete Übergabe an den neuen Planer wird ca. 2 Monate dauern.
Professioneller wäre es gewesen, den alten Planer und den alten
Bauüberwacher das Projekt zu Ende führen zu lassen und ihn
dann zu verklagen. Um zwar wenn er die Projektdokumentation
übergeben hat. Er muss ohnehin über eine
Haftpflichtversicherung verfügen, es läuft also nicht weg.
Wenn man ihm so eine Minihaftpflichversicherung von 2,5 Millionen Euro
abgenommen hat, dann war man schön blöd.
Ein weiteres Beispiel sozialdemokratischer Verantwortungslosigkeit in Sachen Steuergelder ...
... und genau deswegen ist es so, wie es ist, das namlich in sozialdemokratisch regierten Bundeslander industrieller, sozialer und wirtschaftlicher Chaos pur herrscht und wenn sie mir es nicht glauben, das sehen sie sich mal die haushaltspolitische Lage in Berlin, Brandenburg, Pommern, aber wir konnen auch einBlick nach Westdeutschland werfen ... Die Christdemokraten haben grosse wirtschaftspolitische Fehler gemacht und wurde dafur abgewahlt und jetzt kommt da ein Sozialdemokrat, der in den Land - und Bundestagen rummschreit und die CDU zur Verantwortung ziehen will, was da beim Flughafen passiert, nur hat er durch seine Arroganz und Drohgebarden selbst dazu beigetragen, das die letzten ubrig gebliebenen Steuergelder weiter verschwendet werden mussen und da er und seine Stadt - und Landesparlament in Berlin Brandenburg regiert, muss diese rot/rot/grune Regierung fur dieses derzeitige Disaster zur Verantwortung gezogen werden ... Hat Steinmeier Wowereit zum Rucktritt aufgefordert ???
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.07.2012 12:30 UhrSozial-, Christ-, Freidemokraten - alles das gleiche!
Verengen Sie Ihren Blick nicht auf Berlin/Brandenburg! Überall das gleiche: Mappus in Baden-Württemberg läßt sich von einem Spezi, zufällig Chef von Morgan Stanley, einen Megadeal zum viel zu teuren Rückkauf der EnBW Aktion aufscwatzen, am Parlament vorbei. Und was war mit der Bayerischen Landesbank? Und wieder die Sozis: Rheinland-Pfalz und Nürburgring. Nee, diese Politiker schaffen peu à peu die Demokratie ab!
..werde ich das blöde Gefühl nicht los, dass man diesen Text
auch für eine andere Großbaustelle im Süden der Republik
verwenden könnte:
Zitat: ...dass die Beteiligten von vornherein wussten, wie unrealistisch
die Planung war: „Man startet mit einem unrealistischen Zeitplan
und einer Planungssumme, von der man weiß, dass sie zu niedrig
ist. Man vertraut darauf, dass es irgendwann kein Zurück mehr gibt
und niemand einen halbfertigen Flughafen stehen lässt.“
wie kommt das bloß?
ich verstehe da immer nur bahnhof!
RB Wowereit je, was er tut?
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 08.07.2012 13:06 UhrJa, er weiß es
Ich befürchte, Herr Wowereit weiß sehr genau, was er tut. Seine Ignoranz und Überheblichkeit kennen offensichtlich keine Grenzen.