http://www.faz.net/-gpf-7btme
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 28.07.2013, 12:18 Uhr

Bayern startet Kampagne Bislang kaum Anträge auf Betreuungsgeld

Am 1. August wird das Betreuungsgeld eingeführt. Trotzdem sind bislang so gut wie keine Anträge eingegangen. Bayern verschickte deshalb fast vollständig vorausgefüllte Formulare an berechtigte Familien.

© dpa

Wenige Tage vor Einführung des Betreuungsgeldes sind offenbar erst wenige Anträge auf die neue Familienleistung eingegangen. Wie das Magazin „Spiegel“ am Sonntag vorab berichtete, zählte Thüringen bislang keinen einzigen Antrag, Mecklenburg-Vorpommern kommt auf nur 44 Anträge. Auch in Rheinland-Pfalz „kann von einem Ansturm keine Rede sein“, sagt eine Mainzer Regierungssprecherin.

Ein Grund für das geringe Interesse ist offenbar, dass die SPD-geführten Ministerien in den jeweiligen Bundesländern nicht für die von der schwarz-gelben Koalition durchgesetzte Leistung werben mögen, die ab 1. August bezogen werden kann. „Wir lehnen das Betreuungsgeld nach wie vor ab und tun unsere Pflicht, aber mehr nicht“, sagte die rheinland-pfälzische Regierungssprecherin dem Magazin. Aus dem Thüringer Sozialministerium hieß es demnach, „warum sollten wir extra für eine Sache werben, der wir skeptisch gegenüber stehen?“

Die geringe Zahl der Anträge zeige, „dass das Betreuungsgeld an den Bedürfnissen der meisten Familien vorbeigeht“, sagte die Sozialministerin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD), dem „Spiegel“.

Werbekampagne in Bayern

In Bayern setzt hingegen das Sozialministerium von Christine Haderthauer (CSU) auf eine Werbekampagne: 55.000 Haushalte erhielten einen Flyer, ein Info-Telefon wurde eingerichtet, zudem wurden die berechtigten Familien angeschrieben. Bis Ende voriger Woche erhielten laut „Spiegel“ 2755 Haushalte im Freistaat fast vollständig ausgefüllte Anträge. Rund 500 Anträge seien schon zurückgeschickt worden, sagte eine Ministeriumssprecherin.

Das Betreuungsgeld soll an Eltern gezahlt werden, die ihre kleinen Kinder nicht in eine staatlich geförderte Kita geben. Vorgesehen ist eine Zahlung von zunächst 100 Euro, später 150 Euro im Monat.

Mehr zum Thema

Quelle: AFP

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Ampelkoalition in Mainz Grüne müssen Mittelrheinbrücke mittragen

Die Koalition aus SPD, FDP und Grünen in Rheinland-Pfalz steht, der Koalitionsvertrag wird an diesem Freitag vorgestellt. Den Neubau von zwei Rheinbrücken werden die Grünen ihren Wählern erklären müssen. Mehr Von Timo Frasch

21.04.2016, 20:46 Uhr | Politik
Sicherheit in der Höhe Hightech-Seile aus Rheinland-Pfalz

Die Firma Skylotec stellt hochteschnische Seile und Sicherungssysteme für den Rettungsdienst oder als Sicherung bei Arbeiten in luftiger Höhe her. Mehr

23.04.2016, 12:52 Uhr | Wirtschaft
Internet-Ausbau Startschuss für Gigabit-Deutschland

420 Millionen Euro an Fördermitteln hat der Verkehrsminister zu vergeben. Die meisten Mittel gehen in die brandenburgische Provinz. Kritik kommt von den Grünen. Mehr

28.04.2016, 17:40 Uhr | Wirtschaft
SPD, FDP und Grüne Ampel-Koalition in Rheinland-Pfalz steht

In Rheinland-Pfalz haben sich die Spitzen von SPD, FDP und Grünen nach den Landtagswahlen auf ein Regierungsbündnis verständigt. Die rot-grüne Regierung in Mainz hatte bei der Wahl am 13. März ihre Mehrheit verloren. Als Koalitionspartner kommt nun die FDP hinzu, die mit 6,2 Prozent der Stimmen vor den Grünen (5,3 Prozent) landete. Die SPD siegte deutlich mit 36,2 Prozent. Mehr

23.04.2016, 09:41 Uhr | Politik
Oldschool Society Eine Terrorzelle mit eigenem Pressesprecher

Die Mitglieder der Oldschool Society wollten einen Nagelbombenanschlag auf ein Asylbewerberheim verüben – doch ihre Telefonate wurden belauscht. Der Prozess gibt Einblicke in die Pläne der Gruppe. Mehr Von Matthias Wyssuwa

27.04.2016, 17:45 Uhr | Politik

Das Wagnis der Religionsfreiheit

Von Reinhard Müller

Das Grundgesetz schützt den Islam. Es kommt aber immer darauf an, wie er hier gelebt wird. Mehr 53