28.12.2008 · Der CSU-Vorsitzende und Ministerpräsident Seehofer hat seinen Führungsanspruch bei der Suche des Spitzenkandidaten für die Europawahl bekräftigt. Er sei verantwortlich und „sonst niemand“.
Die Debatte in der CSU über die Spitzenkandidatur bei der Europawahl geht weiter. Der Parteivorsitzende und bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer bekräftigte am Wochenende seinen Führungsanspruch in dieser Frage. Sollte die CSU bei der Wahl am 7. Juni ein schlechtes Ergebnis bekommen, trage er als Parteivorsitzender die letzte Verantwortung – „sonst niemand“, sagte Seehofer der Zeitschrift „Focus“. Deshalb nehme er sich „auch die Freiheit zu entscheiden, in welcher Formation wir in den Wahlkampf ziehen“.
Seehofer lobte die in der Partei umstrittene Tochter des früheren Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß, Monika Hohlmeier, als großes politisches Talent. „Wir brauchen Monika Hohlmeier zur Optimierung unserer Wahlchancen und für eine starke Vertretung unserer bayerischen Interessen.“
Der Zeitung „Welt am Sonntag“ sagte Seehofer, ihre Aufstellung solle auch „ein Signal“ an die Familie Strauß sein. „Ich möchte, dass wir wieder in Harmonie mit der Familie Strauß auskommen. Franz Josef Strauß ist schließlich der Vater des CSU-Erfolges.“ Frau Hohlmeier sei lange eine tüchtige Landesministerin gewesen. Nach „Querelen“ innerhalb der Partei habe sie nun „genug Auszeit hinter sich“.
Seehofer bezog sich damit auf eine Kontroverse um offenbar gefälschte Aufnahmeanträge und gekaufte Mitglieder vor fünf Jahren im CSU-Bezirksverband München, dessen Vorsitzende Frau Hohlmeier damals war. Mit Blick auf den Sprecher der CSU-Europagruppe, Markus Ferber, der in der vergangenen Woche geäußert hatte, er werde einer Kampfabstimmung über die Spitzenkandidatur nicht aus dem Weg gehen, sagte Seehofer, alles habe sich dem Wahlerfolg unterzuordnen. Die letzte Entscheidung über die CSU-Europaliste hat eine Landesdelegiertenversammlung am 17. Januar.