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Veröffentlicht: 08.01.2014, 18:12 Uhr

Baden-Württemberg Bürger gegen Homosexualität als Unterrichtsthema

In Baden-Württemberg soll Homosexualität als Unterrichtsinhalt verankert werden. Dagegen protestieren Bürger mit einer Online-Petition. Die Grünen erkennen darin „ein erschütterndes Maß an Homo- und Transphobie“.

© dpa „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ als Unterrichtsziel: Schulklasse im baden-württembergischen Pforzheim

Mit einer Unterschriftensammlung wollen Bürger in Baden-Württemberg verhindern, dass Homosexualität künftig ausführlicher im Unterricht behandelt wird. Hintergrund sind Pläne der grün-roten Landesregierung, die „Akzeptanz sexueller Vielfalt“ als Ziel im Bildungsplan 2015 festzuschreiben. Die Pläne zielten „auf eine pädagogische, moralische und ideologische Umerziehung an den allgemeinbildenden Schulen“, kritisieren die bisher knapp 60.000 Unterzeichner der Petition.

Gegen den Initiator, einen Realschullehrer, gebe es inzwischen eine Strafanzeige und eine Dienstaufsichtsbeschwerde, sagte ein Sprecher des Kultusministeriums. Die Grünen kritisierten, viele Kommentare auf der Petitionsseite ließen auf „ein erschütterndes Maß an Homo- und Transphobie“ schließen.

„Unterste Schublade“

Es sei wichtig, die Schule zu einem Ort der Vielfalt und Akzeptanz zu machen, sagte der Grünen-Landesvorsitzende Oliver Hildenbrand. Ähnlich äußerte sich Stefan Fulst-Blei, bildungspolitischer Sprecher der SPD-Landtagsfraktion: „Die SPD steht für eine offene und tolerante Gesellschaft. Die jetzige Online-Petition birgt den Geist massiver Intoleranz und ist pädagogisch wie politisch unterste Schublade.“

Die CDU rief die Landesregierung zur Zurückhaltung auf. Eine Petition sei in erster Linie eine parlamentarische Angelegenheit, sagte der Obmann der CDU-Fraktion im Petitionsausschuss, Werner Raab. „Allein die Abgeordneten entscheiden, was mit einer Petition passiert“, betonte er. Das Verhalten des Kultusministeriums sei „ein Stück weit anmaßend“. Aus Fraktionskreisen hieß es zudem, statt über Homosexualität solle in der Schule lieber über Werte und Normen gesprochen werden.

Landesparteitag Bündnis 90 / Die Grünen © dpa Vergrößern Der Grünen-Vorsitzende in Baden-Württemberg, Oliver Hildenbrand, betrachtet Homosexualität und Toleranz als wichtiges Thema für den Schulunterricht.

Ein Sprecher des Parlaments machte klar, dass die Zahl der Unterschriften bei einer Petition keine Rolle spielt. „Jedermann kann eine Petition einreichen. Es gibt keine Quoren.“. Der Ausschuss könne anschließend eine Stellungnahme vom zuständigen Ministerium anfordern. Durch die grün-rote Mehrheit ist es jedoch fraglich, ob die Initiative im Landtag erfolgreich sein wird.

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