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Baden-Württemberg : Bildungsplan verzögert sich

Sandra Boser, die bildungspolitische Sprecherin der grünen Regierungsfraktion Bild: dpa

Der neue Bildungsplan für Baden-Württemberg wird wohl erst 2016 in Kraft treten. Grund dafür ist auch die Debatte um das Thema „Sexuelle Vielfalt“. Die CDU fordert eine Rücknahme der Leitprinzipien.

          Der neue Bildungsplan für Haupt-, Werkreal-, Real-, Gemeinschaftsschulen sowie für das neunjährige Gymnasium in Baden-Württemberg wird möglicherweise erst mit einem Jahr Verspätung in Kraft treten. Ursprünglich sollte er schon 2015 zur Grundlage der Unterrichts werden, nun wohl erst 2016. „Es muss jetzt geprüft werden, ob wir den Bildungsplan qualitativ gut hinbekommen. Wenn nicht, sollte man die Reform um ein Jahr verschieben, die Schulen hätten dann ein Jahr mehr Zeit, sich darauf vorzubereiten“, sagte die bildungspolitische Sprecherin der grünen Regierungsfraktion, Sandra Boser, dieser Zeitung. Ein Grund für die Verschiebung ist auch die anhaltende Kritik an den Leitprinzipien und die vielfach monierte Überhöhung des Themas „Sexuelle Vielfalt“ in den Bildungsplänen für die allgemeinbildenden Schulen.

          Rüdiger Soldt

          Politischer Korrespondent in Baden-Württemberg.

          Frau Boser lehnt Modifikationen der Leitprinzipien („Berufsorientierung“, „Medienbildung“, „Prävention“, „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ sowie „Verbraucherbildung“) ab. In den Regierungsfraktionen war ursprünglich sogar vorgesehen, das Thema „Sexuelle Vielfalt“ zu einem eigenen Leitprinzip zu machen. Wissenschaftsministerin Theresia Bauer (Grüne) verteidigte die Verankerung des Themas „Sexuelle Vielfalt“ im Bildungsplan, es gehe um „Liberalität, Weltoffenheit und Respekt“. Sie gestand allerdings ein, dass es besser gewesen wäre, wenn die grün-rote Landesregierung angesichts der Kritik „früher abgerüstet“ hätte. „Es geht ja nicht darum, das Lebensmodell Homosexualität nach vorne zu bringen“, sagte die Ministerin. Der bildungspolitische Sprecher der oppositionellen CDU–Landtagsfraktion, Georg Wacker, sagte, eine Rücknahme der „willkürlich“ ausgewählten Leitprinzipien sei dringend geboten, eine Verschiebung der Bildungsplanreform somit „unausweichlich“. Für das achtjährige Gymnasium wird es 2016/2017 einen gesonderten Bildungsplan geben.

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