27.05.2012 · Der niederländische frühere SS-Angehörige Klaas Carel Faber ist tot. Das melden mehrere Medien unter Berufung auf eine Klinik in Ingolstadt. In den Niederlanden war Faber für den Mord an Gefangenen im Transitlager Westerbork zum Tode verurteilt worden. 1952 floh er nach Deutschland, das eine Auslieferung bis zuletzt ablehnte.
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Keiner wusste wo dieser Typ war ?
Der BND weiß sehr genau, wo, wer sich aufhält. Was war denn nach dem Krieg, die Administration in Westdeutschland war durchseucht von Nazis. Das fing bei Adenauer an, Globke und wie sie alle hießen. Es durchzog die Bundeswehr, den BND und, und, und ... Keiner wurde verfolgt. Und genauso ist es heute noch. Warum konnten denn Rechte über Jahre Menschen in Deutschland umlegen ? Weil sie von diesem Staat geschützt werden. Weil der BND und BKA nichts sehen wollten. Und genauso erging es diesem jetzt gestorbenen Mörder, weil dieser geschützt wurde. Feines System !
daß solche Kreaturen wie Faber straffrei und meh oder wenig
unbehelligt 90Jahre alt werden durften.
Diese Chance hatten die Opfer NIE!
Ich bin nicht naiv. Es gab nach dem Krieg viele, die sich einer gerechten Strafe entziehen konnten. Und es gab viele, die trotz ihrer braunen Gesinnung weiterhin in ihren Ämtern blieben. Ich erinnere nur an Filbinger. Aber 60 Jahre. Was hatte der für einflußreiche Freunde in Deutschland. Freunde, die ja offensichtlich bis heute Einfluß haben. Die müßte man einmal beleuchten. Diese Vorstellung finde ich gruselig.
Der Fortbestand nationalsozialistischen Unrechts ist eine Erbsünde,
die Deutschland auch weiterhin belasten wird. Nicht nur, daß
Mörder mehr oder weniger straffrei blieben, daß Nazis
wichtige Ämter in der BRD bekleideten, sondern auch, daß die
Arisierung nicht umfänglich zurückgenommen wurde, wird auf
ewig einen Schatten auf unser Land werfen.
Die Euphemismen, wie die Befreiung Deutschlands, tun ihr übriges
dazu. Nazideutschland wurde nicht befreit, es wurde besiegt. Was
wäre wohl, wäre es anders gekommen? Hätte Nazideutschland
sich dann selbst befreit? Wohl kaum, oder?
Tatsächlich hat Deutschland bis Heute nicht mit der Zeit des
Nationalsozialismus abgeschlossen. Und solange das so bleibt, bleibt die
Erbsünde bestehen. Von Befreiung, gar Selbstbefreiung, keine Spur.
Ich habe Recht! Der gehört mir!
Das ist doch das Problem, es ging nicht um die Sache, sondern um das
Rechthaben. Wäre es um die Sache gegangen, hätten die
Niederländer die Beweise an die Bundesrepublik weitergereicht und
dieser Schwerverbrecher wäre auch in Deutschland zu
lebenslänglich verurteilt worden. Denn wenn er deutscher
Staatsbürger ist dann ist er es nun mal. Und das gilt für die
Nazis vor 60 Jahren (... so wie für die Salafisten Heute), das kann
man nicht rückgängig machen.
Aber so ging es nur um ein unglückliches Gezetere das letztendlich
dafür sorgte das ein Schwerverbrecher nicht bestraft wurde.
Der Vergleich hinkt
So schlimm sich die Salafisten benehmen, aber diese mit
Nazi-Mördern zu vergleichen? Sehr gewagt, die These. Würden
Sie auch meinen, dass es keine Prozesse von deutschen Nazis in Israel
hätte geben dürfen? Kein Recht den Opfern? Und Opfer waren
niederländische Juden und letztlich auch der überfallene
niederländische Staat. Was glauben Sie, wieviel Vertrauen die zu
deutscher Justiz hatten?
Mit Recht, muss man leider sagen. Denn der deutsche Staat hätte
durchaus nicht auf sein Recht pochen "müssen".
Efraim Zuroff, Direktor des Simon-Wiesenthal-Zentrums, bezeichnete dies als Schande
Rechtsstaatlichkeit ist keine Schande. Nach dt. Recht darf er nicht ausgeliefert werden und fertig. Aufgrund der selben Rechtslage werden und wurden mutmaßliche NS-Verbrecher, die in den NL, Kanada oder den USA wohnen, auch nicht nach D ausgeliefert. Im Fall Demjanjuk mussten die US-Behörden ihm erstmal nach jahrelangem Hickhack die Staatsbürgerschaft aberkennen. Zuvor wurde er in Israel aus Mangel an Beweisen freigesprochen. In Österreich der selbe Fall mit Asner. In Australien wird Zentai auch nicht an Ungarn ausgeliefert. Oberlander von den Kanadiern nicht an D. Deren mutmaßliche Verbrechen sind nun mal bereits 70 Jahre her und es mangelt häufig an Beweisen. Und selbst wenn es, wie bei Faber, direkt nach dem Krieg zu einer Verurteilung kam, besteht die Chance, dass diese formell fehlerhaft war. Viele Angeklagte bekamen damals etwa keinen Verteidiger gestellt. Dann geht das Ding wieder x Jahre in die Berufung und endet wahrscheinlich mit Freispruch oder dem Tod des Angeklagten.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.05.2012 18:39 UhrUnd all dies empfinden Sie nicht als Schande?
Ich würde sagen, da wurde, egal von wem, das Mäntelchen Rechtsstaatlichkeit umgehangen. Statt dass alle an einem Strang ziehen, um wenigstens die schlimmsten Verbrecher zur Verantwortung zu ziehen. Und Sie wundern sich, dass Opfer dieser Kreaturen das als Schande empfinden? Wer Jahrzehnte Gerechtigkeit verhindert, der will keine Gerechtigkeit. Und da kann man sich schon fragen, warum es in all den Fällen keine Lösungen geben konnte. Das gilt übrigens nicht nur für ungesühnte Naziverbrechen.
"Eine Auslieferung nach Holland lehnte Deutschland unter Berufung auf den „Führererlass“ von 1943 stets ab." Erlasse des Gröfazes als Rechtsgrundlage?! Unfassbar! Nehme an, dass die zuständigen Richter hier eine der vielen braunen Gesellen waren, die die Justiz zu der damaligen Zeit noch verseuchten. Gott sei Dank sind sie größtenteils langsam ausgestorben.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 27.05.2012 17:25 UhrVöllig richtig!
Aber... das eine Auslieferung noch nicht in den 50er oder sogar 60er Jahren erfolgte, kann ich ja noch irgendwie nachvollziehen. In dieser Zeit war überall noch das große Schweigen. Aber was war in den dann kommenden 40 Jahren. Wie konnte es sein, dass wir 60 Jahre einen verurteilten Mörder beherbergt haben. Der hatte Nachbarn, Freunde, Arbeitgeber. Wie hat der überhaupt hier gelebt. Wenn ich darüber nachdenke, wird mir ganz übel.
Quelle Wikipedia: Faber meldete sich 1940 während der deutschen
Besetzung der Niederlande im Zweiten Weltkrieg wie sein Bruder Pieter
Johan zur Niederländischen SS. Dort bewachte er Gefangene, unter
anderem im Durchgangslager Westerbork. Er war an der Tötung von
Gefangenen beteiligt. Außerdem soll er im Rahmen des
Sonderkommandos Silbertanne an der Ermordung mutmaßlicher
niederländischer Widerstandskämpfer mitgewirkt haben.
In den Niederlanden wurde er am 9. Juni 1947 zunächst wegen
Ermordung von 22 Gefangenen wie sein Bruder zum Tode verurteilt.
Während man 1948 dessen Urteil vollstreckte, wurde das
Strafmaß von Klaas Carel Faber am 14. Januar 1948 zu lebenslanger
Freiheitsstrafe reduziert. Seine niederländische
Staatsangehörigkeit hatte er zudem nach niederländischem Recht
wegen seiner SS-Mitgliedschaft verloren.
Weihnachten 1952 floh er mit sechs Mithäftlingen aus dem
Gefängnis Breda und setzte sich mit Hilfe eines deutschen
Polizisten und ehemaligen Kriegskameraden in die BRD ab.
Mit Hilfe von "Kriegskameraden?
Wohl eher mit Hilfe von "Co-Mördergesindel"..
In Kriegshandlungen, sprich Kampfeinsätze, war dieses Pack wohl
nicht verwickelt, war auch gefährlicher, als das Quälen
Unschuldiger in den Lagern.
"Himmlers Helden" halt....größtteils feige bis auf
die Knochen, wie er selbst!
Damals haben Deutsche also Niederländer dazu bewegt sich uns im Krieg anzuschließen, und nun, wo der Pulverdunst verzogen ist, kommen die selbstgerechten Enkel und Urenkel dieser Deutschen von damals und wollen jenen, die auf deutschen Befehl hin gearbeitet haben, dafür bestrafen. Manchmal glaube ich wir Deutschen leider unter geschichtlicher Schizophrenie.
Antworten (5) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.05.2012 15:22 UhrHerr M. II
Mord bleibt Mord - drehen Sie es wie Sie wollen. Dafür ist erstmal
jeder selbst verantwortlich und die Ausrede, daß andere dazu
aufriefen, anleiteten oder gar den Befehl gaben, ist dann eine ziemlich
dünne. Es steht zu bezweifeln, daß man Faber zu den Morden
gezwungen hat. Wenn es hier Leser gibt, die das verurteilen, dann hat
das weder mit Selbstgerechtigkeit noch mit geschichtlicher
Nichtzurechnungsfähigkeit zu tun. Es geht hier auch nicht um eine
mehr oder weniger greifbare "Kriegsschuld", sondern darum,
daß der bundesdeutsche Rechtsstaat einen Mörder, der
überdies nur auf dem Papier Deutscher war, über Jahrzehnte vor
seiner Bestrafung geschützt hat.
Daß Ihre sehr fragwürdige Argumentation hier 50+
"Empfehlen" Klicks bekommen hat, finde ich sehr bedenklich.
Und traurig dazu.
Dreht es, wie ihr wollt...
es waren nun einmal Deutsche, die die Niederlande besetzt und dort
SS-Kräfte rekrutiert haben. Es war mittelbar die SS und unmittelbar
die deutsche Regierung bzw. das Deutsche Reich, das diese
Niederländer zu den Taten veranlasst hat. Jetzt soll der
Rechtsnachfolger dieses Staats Leute ausliefern, weil sie auf seinen
Befehl hin gehandelt haben? Was soll es denn sein, wenn nicht verlogen?
Nebenbei gefragt: Erregen Sie sich auch so über Piloten der Royal
Airforce oder der US Airforce, von denen sicher einige hundert bis
tausend frei herumlaufen und mit weitaus mehr Zivilisten, insb. Frauen
und Kindern, auf dem Gewissen, als dieser Niederländer? Ach, nein?
Ich sage ja, wir Deutschen sind bezüglich unserer Geschichte
überhaupt nicht mehr zurechnungsfähig.
Herr M.
man muß nicht alles automatisch gutheissen, was die Altvorderen getan haben. Eine eigene Meinung darf man schon haben. Manchmal wächst eine Gesellschaft daran, Dinge ins Nachhinein infragezustellen, anstelle sie totzuschweigen.
Unter geschichtlicher Schizophrenie scheinen
wirklich noch eine ganze Reihe von Menschen zu leiden. Wie kann man sonst die Geschichte so verdrehen wie Sie. Deutsche haben die Niederlande überfallen und ja, es gab rechtsnationalistische Niederländer, die es nicht verwerflich fanden, Juden im "Reich" zu vernichten und es gab auch welche, die sich aktiv daran beteiligten. Die haben nicht "gearbeitet", sondern auf Befehl gemordet. Und Mörder gehören hinter Gitter. Es ist eine Schande, dass es offensichtlich bis heute Kräfte gab, die in der Lage waren, die berechtigte Auslieferung in das Geburtsland des Mörders verhindern konnten. Wegen eines Gesetzes, das von Nazis erlassen wurde. Das ist unfassbar. Mit Selbstgerechtigkeit hat das überhaupt nichts zu tun. Mit Ihren "wir Deutschen" will ich jedenfalls nichts zu tun haben.
@K.Meier: Bilden Sie sich doch erst einmal ein bißchen eine richtige Meinung, bevor Soe so etwas...
schreiben. Empfehle da einen Schnelldurchgang bei Wikipedia zu K.C. Faaber, der in den Niederlanden verurteilt worden war und dann floh. In Fr, B und NL, wie auch später inden USA gab es verblendete. Durch den Reichserlaß bekam er die deutsche Staatsbürgerschaft Der Kadavergehorsam der deutschen Justiz verdankte er seine Nichtsauslieferung. Im II.Weltkrieg war es zu 80 % der deutsche Adel der sich von dem Eid auf den Führer lossagte und dem Widerstand beitrat. Viele wurden dann am 20.Juli 1944 hinerichtet. Sie fühlten sich ihrem Gewissen verantwortlich und sagten sich von dem "Führer" los. Mein Vater war als Versorgungsoffizier in den NL und wir hatten lange nach dem Krieg eine Pastorenwitwe zu Besuch. Sie ging prügelnd auf meinen Vater zu, die Gefühle von dem miterlebten waren immer noch so stark.Erst nachdem sie wußte wo mein Vater gedient hat beruhigte sie sich. Die SS , Deutsche und Niederländer- durch den Erlaß s.o.- wüteten furchtbar hinter der Front. Verlogenheit,fehl am Platze
Es ist schrecklich, aber meistens ist er irgendwann vorbei.
Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 28.05.2012 09:32 UhrHerr Teich
der Krieg ist tatsächlich vorbei, doch haben Subjekte wie Faber an
"Kriegshandlungen" teilgenommen?
Eher ist es doch so, daß sie feige waren und um nicht in den
Fronteisatz zu kommen, sich an am Quälen und Töten von
Zivilisten beteiligt haben.
Helden halt!
So'n Stuss!
Und Millionen - meist Unschuldige, die eigentlich nur Frieden haben wollen - sind tot.