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Atomenergie Kernkraftwerk Krümmel steht wieder still

04.07.2009 ·  Nach einer automatischen Schnellabschaltung steht das Krenkraftwerk Krümmel wieder still. Der Vorfall führte zu einem Spannungseinbruch im Stromnetz. In Hamburg fielen 1500 Ampeln aus.

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Das Kernkraftwerk Krümmel in Schleswig-Holstein steht wieder still. In dem Reaktor sei es zu einer automatischen Schnellabschaltung gekommen, teilte das Kieler Sozialministerium als Aufsichtsbehörde am Samstag mit.

Ursache für den Vorfall waren nach Angaben des Betreibers Vattenfall Probleme mit einem Maschinentransformator. Erhöhte Radioaktivität sei nicht freigesetzt worden. Die Anlage befinde sich in stabilem Zustand und werde über das Fremdnetz mit Strom versorgt. Ursprünglich sollte das Atomkraftwerk an diesem Wochenende nach mehreren Defekten wieder hochgefahren werden und seine volle Leistung erreichen.

Kiel ordnet Zuverlässigkeitsprüfung für Vattenfall an

In Hamburg kam es durch den Defekt am Samstag zu Störungen durch einen Spannungseinbruch im Stromnetz. Rund 1500 von insgesamt 1800 Ampelanlagen fielen aus. Nach drei Stunden waren bis auf rund 50 Anlagen alle wieder am Netz. Betroffen waren auch Einkaufszentren sowie eine Fabrik.

Nach der Reaktorschnellabschaltung veranlasste das Kieler Sozialministerium als Aufsichtsbehörde vor einem Wiederanfahren des Kernkraftwerks eine abermalige Zuverlässigkeitsprüfung des Betreibers. „Vattenfall ist jetzt in der Pflicht, weitreichende Konsequenzen aus dem jüngsten Störfall zu ziehen“, sagte die zuständige Ministerin Gitta Trauernicht (SPD). „Dies habe ich Vattenfall-Europe-Chef (Tuomo) Hatakka unmissverständlich deutlich gemacht.“

Das umstrittene Kernkraftwerk war erst vor zwei Wochen nach zwei Jahren des Stillstands wieder in Betrieb gegangen. Kurz danach war es zunächst zu einem Defekt in der Elektronik gekommen. Einige Tage später schaltete sich der Reaktor wegen eines Problems in der Turbine ab, konnte aber mit verminderter Leistung weiter betrieben werden. Nach Angaben Vattenfalls, die noch nicht von der Atomaufsicht bestätigt sind, war menschliches Versagen der Grund für die Störung. Ein Ventil an einem ausgefallenen Eigenbedarfstransformator sei falsch eingestellt gewesen.

Naturschutzorganisationen und die Grünen fordern, den Reaktor wegen seiner Störanfälligkeit vom Netz zu nehmen. Ende Juni 2007 wurde er abgeschaltet, weil ein Trafohaus auf dem Gelände des Atomkraftwerks ausbrannte.

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