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Argumente gegen Kinder : Ruhe, ihr Jammer-Frauen!

Kinder zu haben ist wie Himmel und Hölle zugleich. Über den jeweiligen Anteil kann man sich allerdings streiten. Die junge Frau in dieser Filmszene aus „Scary Movie 5“ scheint den Höllen-Anteil deutlich dominant zu finden. Doch es verhält sich genau umgekehrt: Sie schreit, weil sie von ihrem Nachwuchs weggezogen wird. Darum steht das Bild über diesem Text ganz richtig. Bild: Constantin Film Verleih GmbH

Die Gesellschaft, das System oder die doofen Politiker machten es unmöglich, Kinder in die Welt zu setzen, sagen manche Frauen ohne Kinder. Solche Ausreden sind narzisstisch und absurd.

          Allmählich nervt es, und zwar richtig. Dauernd dieses Gejammere junger Frauen, es sei so unheimlich schwierig, sich heutzutage für Kinder zu entscheiden. Diese Frauen sind meist um die 30 und Teil einer am liebsten selbstdefinierten Bildungselite. Seitenweise nörgeln sie Zeitungen und Blogs voll: Die Gesellschaft, das System oder die doofen Politiker machten es ihnen unmöglich, Kinder in diese Welt zu setzen. Das ist lächerlich. Und allerhöchstens eine schlechte Ausrede.

          Florentine Fritzen

          Redakteurin in der Politik der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung.

          Tobias Rösmann

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          In Wahrheit sind diese Frauen Selbstoptimierer, permanent auf der Suche nach dem perfekten Leben. Deshalb treffen sie lieber keine Entscheidungen und setzen keine Prioritäten. So glauben sie verhindern zu können, dass sie falsche Entscheidungen treffen oder falsche Prioritäten setzen. Denn sonst könnte ja am Ende etwas passieren, was so nicht geplant war – zumindest nicht vom höchstpersönlichen, narzisstischen Selbst. Die Jammer-Frauen halten sich am liebsten alles offen, damit sich bloß kein Möglichkeitsfenster schließt. In der Kinder-Frage geht diese Taktik aber nicht auf.

          Wer könnte da hineinfunken?

          Darüber hinaus ist es unverständlich, warum irgendeine Außenwelt überhaupt die Macht haben sollte, beim Thema Kinderwunsch hineinzufunken. Wenn zwei sich sagen: Wir wollen ein Kind und dann vielleicht sogar noch eins, wir wollen also Kinder – wo ist dann noch das Problem? Vielleicht genau dort: Es jammern immer nur Einzelne. Die Beziehung, die Partnerschaft, das Wir spielen dabei keine Rolle. Aber ohne so ein Wir sollte man das lieber lassen mit dem Kinderkriegen.

          Wer Kinder hat, wird spätestens jetzt nicken. Wir sind in der Mehrheit, aber der Eindruck ist ein anderer. Wenn es nur nach den dauernd veröffentlichten Klage-Arien ginge, müsste man annehmen, eine Entscheidung für Kinder wäre in diesem Land (in diesem reichen, sicheren Land) ungefähr so sinnvoll, wie stinkende Windeln in den Papierkorb zu werfen.

          Ersparen kann man sich an dieser Stelle jede Empirie. Wer Kinder hat, braucht sie nicht, die Hinweise auf all das Schöne. Und wer keine Kinder hat, wird das beschriebene Schöne ohnehin nicht vollends erfassen können. Keine Kinder zu haben, ist übrigens von niemandem zu kritisieren, und dieser Text richtet sich nicht gegen all jene, die ehrlich genug sind zu sagen: „Kinder will ich nicht.“ Das ist okay – wenngleich für fast alle Eltern unverständlich.

          Lieblingsjammervokabel: „Vereinbarkeit“

          Eine Lieblingsjammervokabel ist die von der Vereinbarkeit. Angeblich müssen in diesem Land beide Teile eines Bildungselite-Paars Vollzeit arbeiten, um über die Runden zu kommen. Das ist falsch. Richtig ist, dass in diesem Land beide Teile eines Bildungselite-Paars Vollzeit arbeiten müssen, um exakt dasselbe Leben mit Kindern führen zu können wie ohne. Wer das wirklich möchte, hat nichts verstanden. Denn darum geht es nicht. Und deshalb ist auch das Gerede von Kind oder Karriere im Prinzip überflüssig. Wer viel Zeit mit seinen Kindern verbringen will, wird weniger Karriere machen. Nehmt es endlich hin.

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