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ARD-„Deutschlandtrend“ : Vertrauen der Deutschen in Bundeswehr gesunken

  • Aktualisiert am

Fallschirmjäger in Schleswig-Holstein Bild: dpa

Die Bundeswehr verliert an Rückhalt in der Bevölkerung. Nach der Rechtsextremismus-Affäre äußert in einer Umfrage jeder Zweite wenig oder gar kein Vertrauen in die Armee.

          Das Vertrauen der Deutschen in die Bundeswehr ist im Zuge der Affäre um rechtsextreme Umtriebe gesunken. Nach einer am Donnerstagabend veröffentlichten Umfrage des ARD-„Deutschlandtrends“ haben 49 Prozent der Befragten sehr großes oder großes Vertrauen in die Bundeswehr. Genauso viele haben wenig oder gar kein Vertrauen. Im Juli 2016 hatten dagegen noch 59 Prozent der Befragten sehr großes oder großes Vertrauen in die Bundeswehr.

          Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen hat nach der Verhaftung dreier Soldaten wegen mutmaßlicher Anschlagsplanungen mit rechtsextremem Hintergrund umfassende Reformen der Bundeswehr angekündigt. 38 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die CDU-Politikerin eine gute Besetzung an der Spitze des Verteidigungsministeriums ist. Allerdings sind inzwischen weniger Bürger mit ihr zufrieden. 38 Prozent sind mit von der Leyens Arbeit zufrieden oder sehr zufrieden, das ist ein Minus von 16 Punkten im Vergleich zum April. 58 Prozent sind weniger oder gar nicht zufrieden mit der Arbeit der Ministerin.

          Zugleich finden es 84 Prozent der Bürger gut, dass von der Leyen offen die Probleme in der Bundeswehr anspricht. Zwei Drittel der Deutschen sind der Meinung, dass es der Bundeswehr an Führung und Kontrolle fehlt. Gut ein Drittel ist überzeugt, dass rechtsradikales Gedankengut in der Bundeswehr mehr verbreitet ist als im Rest der Gesellschaft, 58 Prozent denken das nicht. Für die Erhebung wurden vom Montag bis Mittwoch dieser Woche 1000 Wahlberechtigte befragt.

          Verteidigungsministerin : Von der Leyen kündigt umfassende Reformen nach Bundeswehr-Affäre an

          Quelle: Reuters

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