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Arbeitnehmerfreizügigkeit : Ausländische Bevölkerung 2011 deutlich angestiegen

  • Aktualisiert am

Am Düsseldorfer Hauptbahnhof Ende März Bild: dpa

Die Zahl der in Deutschland lebenden Ausländer ist im vergangenen Jahr so stark gestiegen wie seit 15 Jahren nicht mehr. 2011 lebten etwa 6,93 Millionen Ausländer in Deutschland, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

          Die ausländische Bevölkerung in Deutschland ist 2011 so stark gewachsen wie seit 15 Jahren nicht mehr. Die meisten Einwanderer stammten dabei aus EU-Ländern, für die seit dem vergangenen Jahr die Arbeitnehmerfreizügigkeit gilt, teilte das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mit.

          Insgesamt seien 2011 rund 177.300 Menschen nach Deutschland gezogen. Damit leben rund 6,93 Millionen Personen mit ausschließlich ausländischer Staatsangehörigkeit in der Bundesrepublik.

          Besonders aus osteuropäischen Ländern nahm die Einwanderung stark zu. Die Zuwanderung nach Deutschland nahm vergangenes Jahr um 2,6 Prozent gegenüber 2010 zu. „Dies war der höchste Zuwachs seit 15 Jahren“, teilten die Statistiker weiter mit. Fast 90 Prozent der Einwanderer kamen demnach aus einem anderen EU-Land nach Deutschland.

          51.000 Rumänen und Bulgaren eingewandert

          Besonders deutlich wirkt sich die Arbeitnehmerfreizügigkeit aus. Menschen aus Ländern, die seit 2004 der Europäischen Union angehören, können seit Mai 2011 ohne Einschränkungen in Deutschland arbeiten. Aus diesen Staaten kamen 2011 fast die Hälfte der Einwanderer. Insgesamt stellt Polen mit fast 50.000 Menschen die größte Einwanderungsgruppe. Aus Ungarn kamen knapp 14.000 Personen. Aber auch aus osteuropäischen EU-Ländern, für die die Arbeitnehmerfreizügigkeit noch nicht gilt, zogen viele Menschen nach Deutschland.

          So kamen aus Rumänien und Bulgarien 2011 rund 51.000 Menschen in die Bundesrepublik. Zudem macht sich die Euro-Krise bei der Einwanderung aus südeuropäischen Ländern bemerkbar. Mehr als 14.000 Menschen zogen vergangenes Jahr aus Griechenland, Italien und Spanien nach Deutschland. Der Zuzug aus Ländern, die nicht der EU angehören, ist mit insgesamt etwa 21.000 Einwanderern hingegen gering.

          Die größte ausländische Bevölkerungsgruppe schrumpfte 2011 sogar: Die Anzahl der Menschen mit türkischer Staatsangehörigkeit nahm um etwa 22.000 ab. In Deutschland leben nach Untersuchungen des statistischen Bundesamtes knapp 82 Millionen Menschen. Rund neun Prozent besitzen ausschließlich eine ausländische Staatsangehörigkeit. Fast jeder Fünfte in Deutschland hat nach Angaben des Statistischen Bundesamtes einen Migrationshintergrund.

          Quelle: dapd

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