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Anzeigen-Affäre Agentur nimmt Wirtschaftsministerium in Schutz

13.08.2007 ·  Wegen der Affäre um gekaufte Berichterstattung in Regionalzeitungen hat das Bundeswirtschaftsministerium seine Zusammenarbeit mit der zuständigen Werbeagentur beendet. Das Unternehmen nahm unterdessen die Schuld vollständig auf sich.

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Nach Kritik wegen gekaufter Berichterstattung in mehreren Regionalzeitungen hat das Bundeswirtschaftsministerium seine Zusammenarbeit mit der zuständigen Werbeagentur beendet. Eine Kopplung zwischen der Schaltung von Werbeanzeigen des Ressorts und einer wohlwollenden Berichterstattung in den Blättern wäre absolut unzulässig, sagte ein Ministeriumssprecher zur Begründung am Montag in Berlin. Die Vorwürfe würden geprüft.

Die Agentur Flaskamp nahm die Schuld unterdessen auf sich und betonte, das Ressort des CSU-Politikers Michael Glos habe von den Vorgängen nichts gewusst. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte, soweit die vergangenen Jahre zurückverfolgt werden könnten, habe das Bundespresseamt keine Aufträge an Flaskamp vergeben. Die Sprecher der übrigen Ministerien äußerten sich ähnlich.

Veranstaltungsreihe vorerst ausgesetzt

Das Wirtschaftsministerium hatte zur Information über Mittelstand und Existenzgründung Veranstaltungsreihen mit Staatssekretären geplant. Zuvor seien einzelnen ortsansässigen Regionalzeitungen Medienpartnerschaften angeboten worden - etwa in Form von Podiumsdiskussionen oder Redaktionsbesuchen mit dem jeweiligen Staatssekretär.

„Das Schalten von Anzeigen war natürlich Teil des Konzeptes, dafür sind Gelder vorgesehen gewesen“, sagte der Ministeriumssprecher. „Die Anzeigen wurden auch geschaltet. Es gab aber nie irgendeine Verbindung mit irgendeiner inhaltlichen Berichterstattung oder der Tatsache, dass Bericht erstattet wurde.“ Angesichts der Vorwürfe sei die Veranstaltungsreihe vorerst ausgesetzt worden.

„Ich kann nur um Verzeihung bitten“

Nach einem Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ bot die Agentur bezahlte Anzeigen im Gegenzug für Berichte über die Öffentlichkeitsarbeit des Ministeriums an. Der Mitinhaber der Agentur Jan Flaskamp entschuldigte sich für das Vorgehen des Unternehmens. „Eine Kopplung von redaktioneller Berichterstattung und Anzeigen ist nicht beabsichtigt“, sagte er der Zeitung. „Sie war auch nie gewünscht. Das war ein Fehler unserer Agentur und mit dem Wirtschaftsministerium nicht abgestimmt.“ Das Ressort habe davon nichts gewusst. „Ich kann nur um Verzeihung bitten.“

Der Grünen-Vorsitzende Reinhard Bütikofer bezeichnete das Ressort von Wirtschaftsminister Glos als korrupt. Vergleichbare Vorgänge in Köln und Berlin zeigten, dass das Ressort sich systematisch günstige Berichterstattung kaufe. Scharfe Kritik kam auch von der FDP und der Linkspartei. Die Vorwürfe werden das Parlament beschäftigen. Nach dem wirtschaftspolitischen Sprecher der SPD im Bundestag Rainer Wend kündigte auch Kerstin Andreae von den Grünen eine Überprüfung der Kampagne im Wirtschaftsausschuss des Bundestages an.

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