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Präsident Bouteflika erkrankt : Merkel-Reise nach Algerien abgesagt

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Der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika und Bundeskanzlerin Angela Merkel 2010 bei einer gemeinsamen Pressekonferenz in Berlin Bild: dpa

Die Bundeskanzlerin wollte mit dem algerischen Staatschef über die Begrenzung der Migrationsbewegungen sprechen. Wegen gesundheitlicher Probleme Bouteflikas verschiebt Merkel ihre Reise jetzt.

          Der zweitägige Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel in Algerien ist kurzfristig abgesagt worden. Die Reise sei wegen des Gesundheitszustandes des algerischen Präsidenten Abdelaziz Bouteflika auf einen späteren Termin verschoben worden, teilte das algerische Präsidentenamt am Montag mit. Bouteflika leide unter einer akuten Bronchitis. „Der Besuch wird zu einem Termin nachgeholt, der passend für beide Seiten ist“, zitierte die algerische Nachrichtenagentur APS eine Mitteilung des algerischen Präsidialamtes.

          Regierungssprecher Steffen Seibert erklärte, die algerische Regierung habe kurzfristig um eine Verschiebung gebeten. „Die Bundeskanzlerin ist dem Wunsch nachgekommen.“

          Algeriens Präsident tritt öffentlich kaum noch auf. Nach mehreren Schlaganfällen in den vergangenen Jahren sitzt der 79 Jahre alte Staatschef im Rollstuhl und soll große Probleme mit dem Sprechen haben. Merkel wollte am Montagabend nach Algerien reisen und sich dort für eine Eindämmung der Fluchtbewegung einsetzen.

          Hintergrund ist, dass seit dem EU-Türkei-Migrationsabkommen und der Schließung der Balkan-Route die Hauptroute für nach Europa strebende Afrikaner über das Mittelmeer meist nach Italien führt. Die algerische Regierung gehört zudem zu den wichtigsten regionalen Partnern beim Versuch, das vom Bürgerkrieg zerrissene Libyen zu stabilisieren.

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