http://www.faz.net/-gpf-98vf9

Andrea Nahles : „So kann es nicht weitergehen“

  • Aktualisiert am

Andrea Nahles ist unzufrieden mit der Regierungsarbeit. Bild: dpa

Für die SPD-Fraktionsvorsitzende hat die große Koalition einen Fehlstart hingelegt. Dafür macht Andrea Nahles vor allem zwei Minister aus der Union verantwortlich. Kanzlerin Merkel müsse einschreiten, fordert sie.

          Die SPD-Fraktionsvorsitzende Andrea Nahles hat sich unzufrieden mit dem Start der großen Koalition gezeigt und die Minister Horst Seehofer (CSU) und Jens Spahn (CDU) scharf attackiert. Diesen gehe es „viel zu sehr um Eigenprofilierung“, sagte die designierte SPD-Vorsitzende den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland. „So kann es nicht weitergehen“.

          Mit Blick auf die Kabinettsklausur in der kommenden Woche forderte Nahles: „Es müsste langsam mal ein Bild von dieser Regierung entstehen: Sie muss trotz aller Unterschiede gemeinsam für dieses Land arbeiten.“ Sie erwarte von der Klausur in Meseberg vor den Toren Berlins einen klaren Fahrplan für die nächsten zwölf Monate. „Vornehmste Aufgabe der Kanzlerin ist es nun, das Regierungsgeschäft ans Laufen zu bekommen.“

          Seehofer hatte mit seinem Satz, der Islam gehöre nicht zu Deutschland, ein hitzige Debatte entfacht. SPD-Kritik gibt es auch an seinem Gesetzentwurf zum Familiennachzug von Flüchtlingen. Spahn hatte mit scharfen Äußerungen zu Schwangerschaftsabbrüchen und mit seiner Forderung nach mehr „Recht und Ordnung“ für Wirbel gesorgt.

          An seine Adresse sagte Nahles: „Und bevor der Gesundheitsminister Spahn in oberschlauen Interviews die innenpolitischen Zustände in Deutschland schlechtredet – das Innenressort besetzt übrigens seit 13 Jahren die Union – sollte er sich um seinen eigentlichen Job kümmern. Mitarbeiter, die große Reden schwingen, aber ihre Arbeit nicht erledigen, nerven die Kollegen und bekommen im wahren Leben Ärger mit dem Chef.“

          Weitere Themen

          Der Riss wird tiefer

          FAZ Plus Artikel: Streit in der Union : Der Riss wird tiefer

          Der Streit zwischen den beiden Unionsparteien lief schon einige Wochen und schien doch in ruhigere Fahrwasser einzuschwenken. Doch dann fuhr Markus Söder nach Linz.

          Nahles nennt Seehofer „Gefahr für Europa“ Video-Seite öffnen

          Bei Landesparteitag : Nahles nennt Seehofer „Gefahr für Europa“

          Kurz vor dem europäischen Mini-Gipfel zu Flüchtlingsfragen hat Innenminister Horst Seehofer seinen Willen zu nationalen Lösungen bekräftigt und Kanzlerin Angela Merkel weiter unter Druck gesetzt. Die SPD-Vorsitzende Andrea Nahles fand klare Worte für den CSU-Chef.

          So rastet Deutschland aus Video-Seite öffnen

          2:1 gegen Schweden : So rastet Deutschland aus

          In der fünften Minute der Nachspielzeit war es dann soweit: Toni Kroos schießt Deutschland zum 2:1 gegen Schweden und zahlreiche deutsche Fans in Ekstase.

          Topmeldungen

          Opposition gegen Erdogan : Mit Empathie gegen die geballte Faust

          Die „#Tamam“-Bewegung hat den türkischen Widerstand beflügelt und zum Bündnis der wichtigsten Oppositionsparteien geführt. Für die Wahlen am Sonntag könnte das die Spaltung des Landes bedeuten.

          Minigipfel in Brüssel : Warum Angela Merkel zwischen den Fronten steht

          Beim Asyltreffen mit 16 EU-Staaten in Brüssel will Bundeskanzlerin Merkel eine Lösung im Asylstreit finden. Doch das könnte schwierig werden. Ein Überblick über die Forderungen der anwesenden Länder und warum zwölf Länder nicht am Gipfel teilnehmen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.