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An Schulen und Internaten Immer mehr Fälle missbrauchter Kinder

07.03.2010 ·  Nach dem Bekanntwerden neuer Missbrauchsfälle an Schulen und Internaten dringt die Bundesregierung auf Konsequenzen. Bildungsministerin Schavan kündigte Gespräche mit dem Präsidenten der Kultusministerkonferenz und den Vorsitzenden der Lehrerverbände an.

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Nach dem Bekanntwerden immer weiterer Missbrauchsfälle an Schulen und Internaten dringt die Bundesregierung auf Konsequenzen. Bundesbildungsministerin Schavan (CDU) kündigte Gespräche mit dem Präsidenten der Kultusministerkonferenz und den Vorsitzenden der Lehrerverbände in den kommenden Tagen an. Dabei solle über konkrete Schritte beraten werden, um weiteren Fällen vorzubeugen und den Opfern zu helfen. Bundesjustizministerin Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) tritt weiterhin für die Einrichtung eines runden Tisches zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle ein.

Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper forderte angesichts der jüngsten Skandale in katholischen Einrichtungen harte Strafen für die Täter. Der Beauftragte für Fälle sexuellen Missbrauchs der deutschen katholischen Bischofskonferenz, der Trierer Bischof Stephan Ackermann, hat Fehler im Umgang mit dem Thema eingestanden: „Wir haben in den letzten Wochen gespürt, dass wir uns diesem Thema stärker widmen müssen als bisher. Das geht nicht nur mit einer Hotline und einem neuen Büro. Die Bischöfe haben der Sorge für die Opfer und dem Bemühen um Prävention ein Gesicht geben wollen“, sagte Ackermann der F.A.Z.

Missbrauchsfall auch in Hessen

Er wies zugleich die Kritik der Justizministerin, die einen mangelnden Aufklärungswillen in der katholischen Kirche beklagt hatte, zurück: „Dieser Generalverdacht ist absurd.“ Die Leitlinien der Kirche drängten darauf, dass die Staatsanwaltschaften ermitteln. „Die Praxis in den Bistümern ist entsprechend, auch wenn in Deutschland im Fall mutmaßlicher sexueller Übergriffe keine Pflicht zur Anzeige besteht.“

Nach Bekanntwerden von Missbrauchsfällen an einem privaten Internat im hessischen Odenwald kündigte die Landeskultusministerin Henzler (FDP) an, bei der Aufklärung zu helfen. Sie werde genau prüfen, ob es nach dem erstmaligen Bekanntwerden der Vorwürfe 1999 Versäumnisse der Schulbehörden gegeben habe. Die Schulleiterin Margarita Kaufmann teilte mit, dass eine Anwältin beauftragt worden sei, bei der Aufklärung der Missbrauchsfälle zu helfen. An der Reformschule sind über Jahre hinweg Kinder missbraucht worden.

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