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Allensbach-Umfrage : Wenig Sympathie für Schwarz-Grün

  • -Aktualisiert am

Ein schwarz-grünes Bündnis kein „Hirngespinst“ mehr? Kanzlerin Angela Merkel und Jürgen Trittin im Bundestag (Archivbild Juni 2011) Bild: dapd

Die bevorstehende Bundestagswahl heizt die Spekulationen über künftige Regierungsbündnisse an. Am wahrscheinlichsten erscheint eine große Koalition. Aber Schwarz-Grün beflügelt die Phantasie und hätte laut Umfragen eine Mehrheit. Doch nur für 5 Prozent der Bevölkerung wäre dies die Wunschkoalition.

          Die bevorstehende Bundestagswahl heizt die Spekulationen an, da die derzeitige Koalition mit sehr unsicheren Perspektiven in das Wahljahr geht. Die FDP liegt in der Wählergunst knapp unter 5 Prozent, die Koalition zusammen bei 42 Prozent. Zurzeit wären ihre Chancen gering, ihre Regierungsmehrheit zu verteidigen. Wenn es im Wahljahr nicht noch zu einer Umorientierung von mindestens vier Prozent der Wähler kommt, wäre ein Regierungswechsel wahrscheinlich. Legt man die derzeitigen Wählersympathien zugrunde, könnte die Wahl rein rechnerisch zu einer großen Koalition, zu einem schwarz-grünen Bündnis oder einer rot-grünen Koalition führen. Rot-Grün ist zurzeit näher an einer Mehrheit als Schwarz-Gelb. Schon ein Zugewinn von zwei Prozent könnte ein rot-grünes Bündnis ermöglichen.

          Gerechnet wird zurzeit in erster Linie mit einer Neuauflage der großen Koalition. Besondere Phantasien entfachen jedoch Spekulationen über eine Annäherung von Union und Grünen. Die Hindernisse für ein solches Bündnis scheinen vielen Kommentatoren geringer denn je, weil mit der im Konsens beschlossenen Energiewende einer der größten Streitpunkte beseitigt ist.

          Die Anhänger der Grünen präferieren ein rot-grünes Bündnis

          Bei den Bürgern hält sich allerdings die Begeisterung für eine solche Konstellation in engen Grenzen. Schon 2008 standen nur 25 Prozent der Bürger einer Koalition auf Bundesebene grundsätzlich positiv gegenüber, jetzt sind es 22 Prozent. Die Wunschkoalitionen sind andere, wobei allerdings keine Koalition den Idealvorstellungen von mehr als einem Viertel der Bürger entspricht: 23 Prozent der Bevölkerung wünschen sich ein rot-grünes Bündnis, 22 Prozent eine große Koalition, 15 Prozent den Fortbestand der derzeitigen Koalition; sie hat viele Wähler enttäuscht. Die Bürger erwarten von einer Koalition eine konstruktive Zusammenarbeit. Von der derzeitigen Koalition hatten viele eine reibungslosere Zusammenarbeit erwartet. Das Maß der Auseinandersetzungen in dieser Legislaturperiode hat die Bürger überrascht und beeindruckt. Zwei Drittel nahmen die Koalition als zerstritten wahr. Dies hat die FDP mehr beschädigt als CDU und CSU.

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          Von einem schwarz-grünen Bündnis verspricht sich die Bevölkerung noch weniger. Nur für knapp 5 Prozent wäre dies die Wunschkoalition nach der Bundestagswahl, knapp vor einem Bündnis von SPD und Linken, das sich 4 Prozent wünschen. Die Anhänger der Unionsparteien hoffen entweder auf eine Fortsetzung der derzeitigen Koalition (36 Prozent) oder eine große Koalition (33 Prozent), während nur 8 Prozent ein schwarz-grünes Bündnis favorisieren. Die Anhänger der Grünen präferieren ein neuerliches rot-grünes Bündnis; auch von ihnen wünschen sich nur knapp 8 Prozent eine Koalition von Unionsparteien und Grünen.

          Auch wenn viele frühere Meinungsverschiedenheiten beseitigt oder abgemildert sind, stehen sich die Anhänger der Grünen und der Unionsparteien auch heute noch überwiegend distanziert gegenüber. Nur jeder fünfte Anhänger der CDU/CSU setzt die Grünen auf den zweiten Rang seiner Parteisympathien, 47 Prozent auf die Ränge vier bis sechs. Am nächsten stehen den Anhängern der CDU die SPD und die FDP. 46 Prozent der Unionsanhänger benennen die SPD als die Partei, die ihnen nach der CDU/CSU am sympathischsten ist, 31 Prozent die FDP. Umgekehrt ist die CDU nur für 15 Prozent der Anhänger der Grünen die zweitsympathischste Partei, dagegen für 59 Prozent die SPD. Zurzeit kann sich nur ein Fünftel der Bürger vorstellen, dass eine schwarz-grüne Koalition gut zusammenarbeiten könnte, während 56 Prozent überzeugt sind, dass die Unterschiede zwischen beiden Parteien dafür zu groß sind. Die Anhänger der Unionsparteien und der Grünen sehen das ähnlich wie die Bevölkerung.

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