18.02.2004 · Die SPD verliert weiter an Zustimmung in der Bevölkerung. Sie erreicht in der Sonntagsfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach noch 24,2 Prozent im Bundesdurchschnitt.
Die SPD verliert weiter an Zustimmung in der Bevölkerung. Sie erreicht in der Sonntagsfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach noch 24,2 Prozent im Bundesdurchschnitt, in den neuen Bundesländern gar nur 19,3 Prozent. So wenig wie noch nie in Allensbacher Umfragen. Die Ursache liegt nach der Untersuchung des Instituts eindeutig in der Reformpolitik der Bundesregierung; daran ändere auch der angekündigte Wechsel im Parteivorsitz nichts.
Bei der Zweitstimmen-Wahlabsicht ist die SPD damit trotz der beabsichtigten - und in den öffentlichen Auftritten bereits vollzogenen - Personal-Rochade um mehr als ein Prozent gesunken (Januar 25,3). Auch die Grünen verlieren gegenüber dem Vormonat und kommen auf 10,4%. Die Union legt wieder zu und würde - wäre am nächsten Sonntag Bundestagswahl - nun 47,8 Prozent erhalten (Januar 46,9%). Auch die FDP kann offenbar von den demoskopischen Schwächen der Sozialdemokraten profitieren und legt zu auf 8, 4 Prozent.
Schröder wird abgestraft
Im Januar kam die PDS erstmals seit der Wahl 2002 wieder bundesweit über die Fünf-Prozent-Hürde und kann diese Ergebnis (5,2%) halten, obwohl sie ausgerechnet in Ostdeutschland verloren hat (20,5 im Vergleich zu 22,1 im Januar.
Die Bevölkerung straft die SPD und ihren Kanzler zur Zeit in einem Ausmaß ab, das in der Geschichte der Bundesrepublik seinesgleichen sucht. Nur noch 12 Prozent unterstützen den politischen Kurs Schröders, nur noch 28 Prozent setzen die SPD auf den ersten Rang ihrer Parteisympathien, nur 24 Prozent würden ihr derzeit die Zweitstimme, 26 Prozent die Erststimme geben - eine desaströse Ausgangslage am Beginn eines Jahres, in dem 14 Wahlen anstehen, von der Hamburger Wahl über die Europawahl bis zu den gerade für die SPD besonders wichtigen Kommunalwahlen in Nordrhein-Westfalen.