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Allensbach-Umfrage : Die Rente ist sicher – oder?

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Wie finanzieren wir unseren Ruhestand - und welche Leistungen bekommen wir dann? Bild: dpa

Die Alterssicherung ist schwer zu finanzieren. Das sehen viele Deutsche ein. Gleichzeitig befürworten sie aber höhere Leistungen. Das zeigen Umfragedaten des Allensbach-Instituts.

          Wer sich mit der Umfrageforschung beschäftigt, bemerkt schnell, mit wie vielen Widersprüchen Menschen leben. Diese Entdeckung ist für viele Forscher überraschend, widerspricht sie doch den Idealvorstellungen einer Gesellschaft, die auf den Prinzipien der antiken Philosophie mit ihrer hohen Wertschätzung der Logik und der die Rationalität betonenden Aufklärung beruht. Doch die Zahlen sind meist unmissverständlich. So überlebt die vor allem in der amerikanischen Politikwissenschaft verbreitete Vorstellung vom rational entscheidenden Wähler im Kopf eines Nachwuchsforschers in der Regel nicht die erste eigene Wahlstudie.

          In Umfragen stößt man immer wieder auf Widersprüche im Antwortverhalten: Da freuen sich Befragte über die Wahlniederlage einer Partei, deren Programm sie in derselben Umfrage vehement zustimmen, andere geben an, dass das Design beim Kauf ihres neuen Autos keine Rolle gespielt habe – und sagen gleich danach, dass sie sich beim Autokauf spontan entschieden hätten, als sie den Wagen zum ersten Mal gesehen hätten. Wieder andere versichern, dass sie niemals Geld für teure Markenprodukte ausgeben würden, und geben im selben Interview zu Protokoll, dass sie das mit Abstand teuerste Markenwaschmittel vorrätig haben. Vermutlich lebt jeder mit solchen Inkonsequenzen. Nach den Erkenntnissen der Hirnforschung spricht sogar einiges dafür, dass jemand, der stets konsequent den Gesetzen der Logik folgen würde, im Leben erhebliche Probleme bekäme.

          Bis zu einem gewissen Grade sind unlogische Antworten in Umfragen also normal. Doch nur selten treten so massive Widersprüche in den Reaktionen der Befragten auf wie beim Thema soziale Sicherheit. Dies zeigt sich auch bei den Ergebnissen der jüngsten Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag dieser Zeitung, die der geplanten Rentenreform der neuen Bundesregierung, speziell der „Rente mit 63“, gewidmet war.

          Angesichts der zu erwartenden Belastungen für die Rentenkasse und des Umstandes, dass der künftig beschleunigt wachsenden Zahl der Rentner im Verhältnis bald immer weniger Bürger im arbeitsfähigen Alter gegenüberstehen werden, hat sich eine intensive Diskussion über die Finanzierbarkeit der Pläne entwickelt. Die Umfrageergebnisse zeigen, dass die Probleme, die den Sozialkassen durch den demographischen Wandel drohen, auch vielen Bürgern deutlich bewusst sind. Erkennbar wird dies in den Antworten auf die Frage „Es wird ja in Zukunft immer mehr ältere und immer weniger junge Menschen in Deutschland geben. Halten Sie das für ein ernsthaftes Problem, um das man sich dringend kümmern muss, oder ist das kein großes Problem, braucht man sich deswegen keine allzu großen Sorgen zu machen?“ 74 Prozent antworten, ihrer Ansicht nach sei diese Entwicklung ein großes Problem, nur 14 Prozent widersprechen.

          So ist es auch nur folgerichtig, dass auf die Frage „Glauben Sie, dass die Renten in Zukunft gesichert sind, oder haben Sie da Zweifel?“ ebenfalls rund drei Viertel der Deutschen, 79 Prozent, antworten, sie hätten daran Zweifel, während nur 12 Prozent die Renten für gesichert halten. Kaum anders fallen die Reaktionen aus, wenn man nach den persönlichen Aussichten fragt. Oft neigen Menschen verständlicherweise dazu, sich in Bezug auf ihr eigenes Schicksal optimistischer zu äußern als bei ihren Urteilen, die die Allgemeinheit betreffen. Doch beim Thema Renten ist dieser Effekt vergleichsweise gering: 66 Prozent sagen, sie hätten Zweifel, ob ihre eigene Rente gesichert sei. Bei den Befragten unter 60 Jahren sind es sogar 74 Prozent.

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