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Veröffentlicht: 19.02.2013, 14:46 Uhr

Allensbach-Studie Keine Wechselstimmung

Die Menschen sind zufriedener als 2009. Die Kanzlerin ist deutlich angesehener als damals. Doch nur 19 Prozent der Bürger sind überzeugt, dass eine Fortsetzung der schwarz-gelben Koalition gut wäre.

von Renate Köcher
© AP Angela Merkel hat gut lachen: Sie ist bei den Deutschen weitaus beliebter als Peer Steinbrück

Jede Bundestagswahl findet in einer ganz eigenen Konstellation statt. Das gilt für die Konkurrenz der Spitzenkandidaten wie für die Stärke und Stabilität der Parteien, für die wirtschaftliche Lage wie für die Probleme und Themen, die die Gesellschaft im Wahljahr bewegen. Auch die Ausgangslage für die bevorstehende Bundestagswahl unterscheidet sich gravierend von der vorigen 2009.

Vielen ist gar nicht mehr bewusst, in welchem Ausmaß 2009 ein Krisenjahr war. Die Welt stand unter dem Schock der Finanzmarktkrise, die in der Folge in Deutschland zu dem schärfsten Konjunktureinbruch in der Nachkriegsgeschichte führte. Das Bruttoinlandsprodukt ging 2009 um fünf Prozent zurück. Viele Unternehmen mussten in dieser Zeit noch größere Umsatzeinbußen verkraften.

Stimmungslage gänzlich anders als 2009

Zwar wurde die Bevölkerung damals durch die gemeinsamen Anstrengungen von Wirtschaft und Politik weitgehend vor den Folgen der Krise bewahrt. Anfang 2009 war jedoch noch völlig unsicher, wie sich die Situation weiterentwickeln und wie lange die Krise dauern würde. Dies prägte die Stimmungslage. 64 Prozent glaubten damals, dass die nächsten Monate von einem gravierenden wirtschaftlichen Abschwung gekennzeichnet sein würden, jeder fünfte Erwerbstätige fürchtete zu diesem Zeitpunkt um die Sicherheit des eigenen Arbeitsplatzes. Nur jeder Dritte war damals für die nächsten zwölf Monate hoffnungsvoll gestimmt.

Heute ist die Stimmungslage gänzlich anders. Die meisten sehen den nächsten zwölf Monaten optimistisch entgegen. In Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung befürchten lediglich 26 Prozent einen Abschwung, die große Mehrheit erwartet eine stabile oder positive Entwicklung. Der Anteil der Erwerbstätigen, die an der Sicherheit ihres Arbeitsplatzes zweifeln, ist heute etwa halb so groß wie Anfang 2009.

342.000 Arbeitslose weniger

Die Bilanz dieser Legislaturperiode ist eindrucksvoll. Die Arbeitslosenquote ging seit Anfang 2009 von 8,3 auf 7,4 Prozent zurück; in absoluten Zahlen sind das rund 342.000 Arbeitslose weniger. Noch deutlicher zeigt sich die robuste Verfassung des Arbeitsmarktes in der Entwicklung der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten; ihre Zahl nahm seit 2009 um knapp 1,5 Millionen zu, darunter nur rund 350.000 geringfügig Beschäftigte.

Die Entwicklung des Arbeitsmarktes und die höheren Lohnabschlüsse haben dazu geführt, dass sich signifikant mehr Bürger als Wohlstandsgewinner sehen denn als Wohlstandsverlierer. 2009 meinten dagegen mehr Bürger, dass es ihnen schlechter gehe als fünf Jahre zuvor. Die Krise in der Eurozone, die vor allem die südeuropäischen Länder hart getroffen hat, ist für die überwältigende Mehrheit der deutschen Bevölkerung eine virtuelle, medienvermittelte Krise geblieben.

Infografik / Allensbach / Die Stärke der Parteien © F.A.Z. Bilderstrecke 

Dies wird nicht nur der Wirtschaft, sondern auch der Politik gutgeschrieben. Insbesondere die Kanzlerin geht stärker in diese Wahl als 2009. Schon damals bewerteten 47 Prozent der Bürger Angela Merkel als starke Kanzlerin, heute sind es 61 Prozent. Lediglich 13 Prozent glauben, dass der Herausforderer die derzeitigen Probleme und Aufgaben besser bewältigen würde. Von den Anhängern der SPD ist nur jeder Dritte überzeugt, dass er den derzeitigen Herausforderungen besser gewachsen wäre als Angela Merkel. Auch 45 Prozent der SPD-Anhänger und sogar 54 Prozent der Grünen-Anhänger sehen Angela Merkel als starke Kanzlerin.

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