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Allensbach-Analyse Was bedeutet „sparen“?

 ·  Die Euro-Krise hat das Bewusstsein für die Risiken der Staatsverschuldung erheblich geschärft. Gleichwohl bleiben die Deutschen gelassen: Bedrohlicher werden Privatschulden angesehen.

Artikel Bilder (3) Lesermeinungen (18)

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Alex Zunker
Alex Zunker (zunker) - 20.07.2012 07:38 Uhr

Vielen Dank für diesen Artikel.

Er bestätigt meinen schlechten Eindruck von der Bildungsnation Deutschland. Mir ist schon zu Steinbrück-Zeiten, wenn nicht gar zu Eichel-Zeiten aufgefallen, welche verhängnisvolle Karriere der Begriff Sparen genommen hat. Und die Polemik, die Forderung nach einer Gehaltserhöhung als Sparen zu bezeichnen, könnte von mir sein. :-)

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Florian Adler

Noch deutlicher wäre das negative Bewertungsergebnis

wenn man der Frage die Information voranstellte, dass Deutschlands wirkliche Staatsverschuldung inkl. aller Verbindlichkeiten (auch ggü. den so genannten Staatsdienern und deren Familien) zurzeit taxiert >7 Billionen Euro beträgt. Aber wer in solcher Not ist, lügt wie gedruckt, verschleiert und verdreht Fakten, wie es beliebt. Die Kassen sind leer. Schon lange, seit Jahrzehnten. Deswegen werden Schulden in Reptilienfonds versteckt, unermüdlich neue, erstklassige Einnahmequellen wie z.B. die Klimakatastrophe für den erodierenden Staat erfunden, Gesetze zum permanenten Abkassieren geschaffen und neue Transparenz-Kontroll-Instrumente wie z.B. PLUTO entwickelt. Für den völlig verfetteten Riesen Staat. Beamte und Politiker deformierten das Land in einen behäbigen Verwaltungs- und Selbstversorgungsapparat, der Fördergeld-Brosamen in die Menge wirft. Dieses famose Geschäftsmodell wird sukzessive von Brüssel übernommen. Ergänzend.

PS: Dieser sparen-klarstellende Artikel war überfällig.

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Valentin Schmidt

Naheliegend & realitätsfern ?

Folgender pragmatische Ansatz für einen ausgeglichenen Haushalt drängt sich mir immer wieder auf:
Basis ist die Annahme, dass jeder Staatshaushalt die Wünsche der Staatsbürger widerspiegelt (Idealvorstellung). Wenn nun die Wünsche (Ausgaben) das Machbare (Einnahmen) übersteigen, liegt es nahe, nicht etwa __einzelne__ Ausgabenposten zu reduzieren, sondern schlicht den gesamten Ausgabenhaushalt mit Faktor x < 1 zu multiplizieren, sodass er den Einnahmen entspricht.
Dies entspräche einer gleichmäßigen Verteilung der Belastung auf alle Ressorts.

Wo liegt der Haken?

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Christian Borgelt

Sparen ja, aber bloß nicht bei mir!

Ein ausgezeichneter Artikel, der den Bürgern dieses Landes sehr schön den Spiegel vorhält.
Im Kern läuft die Haltung der Umfrageteilnehmer nämlich auf die einfache Aussage hinaus: Natürlich soll der Staat weniger ausgeben, aber nur, wenn ich dadurch nicht weniger bekomme. Daß Staatsverschuldung leichter akzeptiert wird als Privatverschuldung ist ebenfalls klar: Anders als bei Privatschulden spürt man nämlich die Last der Staatsschulden nicht so sehr, nicht so direkt, aber die reduzierten Ausgaben (und damit die eigenen Nachteile) spürt man in beiden Fällen gleich.

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Heinrich Maiworm

Wir sind sexy

Norbert Röttgen hat den Landtagswahlkampf der NRW-CDU unter das Motto "Politik aus den Augen unserer Kinder" gestellt und ist damit gescheitert. Hannelore Kraft verkörpert das "Weiter so!" - und hat gewonnen.

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Michael Wagner
Michael Wagner (comic) - 19.07.2012 11:26 Uhr

Man kann es drehen und wenden wie man will, man kann auch auf einem Auge blind sein,

aber sparen läßt sich nur an den wirklich ausufernden Kostenblöcken (2011)
Bundesministerium für Arbeit und Soziales 131.293.000.000 37.17%
Allgemeine Finanzverwaltung 62.319.300.000 17.64%
Bundesschuld 37.172.300.000 10.52%
Absurd: die Finanzverwaltung (Bund) verbraucht 17,64% des Bundeshaushaltes = 62,3 Mrd. um ein Steueraufkommen von ca. 550 Mrd. zu generieren (Bund, Länder, Kommunen). Hierzu kommen noch die Kosten für die Finanzverwaltungen der Länder, die sich auf ca. 10 Mrd?? belaufen dürften.
Am meisten müsste man im Bereich des Sozialhaushaltes sparen, aber das stösst nach Ihrer Umfrage immer noch nahezu auf taube Ohren. Langfristig vermeiden, lässt sich dies wohl aber nicht.

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Klaus Hessenauer

wenn Politiker übers sparen reden...

fällt mir immer folgende Annektode ein:

Fragt der Hans den Franz warum er denn hinter dem Bus her liefe?
Sagt Franz: Da spare ich 2 Euro für die Fahrkarte!
Fragt Hans: Warum läufst du denn nicht hinter einem Taxi her, da sparst du doch viel mehr!

;-) fast wie im richtigen Leben!

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Meinhard Boberlin

Geteilte Wahrnehmung ist typisch für "Staatsknete"

Sparen ja, aber nicht an den wesentlichen Ausgaben.

So wird das nix, lieber Deutscher Michel. Realismus hiesse schlicht, die Wohtaten der Allgemeinheit zurückzufahren. Davon sind wir weit entfernt.

Die "Sparvorschläge" sind oft Steuererhöhungen, also mehr Umverteilung, das Gegenteil von Sparen.

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Hermann Eichhorn

Sparen ja, aber nicht bei mir

Der Staat bin ich. Was Ludwig der IV. aus sprach und auch so meinte, meint heute die Masse der Gutdemokraten in unserem Land. Am Stammtisch wir massives Sparen eingefordert. Wenn man dann aber zu bedenken gibt, dass wir, konsequent die Aufforderung befolgend, die Sozialleistungen, Infrastrukturmaßnahmen wie Straßenbau, Schwimmbäder und öffentlichen Nahverkehr, Pensionen, Renten und vieles mehr stark, ja sehr stark einschränken müssten, dann heißt es: Das kann man mit mir nicht machen!. Die Verschuldung des Landes begründet sich vor allem an Ansprüchen derer, die im Politsystem sind und denen die als Empfänger solcher Leistungen sind. Die einen gehen Verschuldung aus Profilierungsgründen an, die anderen akzeptieren die Verschuldung von der sie profitieren. In der Summe: Wir haben zuviel Staat und der hat Ansprüche geweckt, damit er sich immer mehr in unsere Angelegenheiten einmischen kann. Es sind zuviel Menschen in Bereichen beschäftigt, die volkswirtschaftlich gesehen, unsinnig sind.

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 17:29 Uhr
Johannes Stefan

"Wer anders als das Volk sollte denn ihrer Meinung nach über die Staatsausgaben bestimmen ? "

Zu einem größeren Teil als bisher jedenfalls diejenigen, die das Ganze auch bezahlen; also die Personen mit großem Steueraufkommen.
Die derzeitigen Alternativen, Einfluss auf den Staatshaushalt zu nehmen, bestehen für diese Personengruppe im wesentlichen aus Steuerhinterziehung, Parteispenden und Auswandern. Das kann auch nicht im Sinne der Demokratie sein.

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Paul Rabe

@ Herr Eichhorn Gutdemokraten ?

Was genaui meint eigentlich der von ihnen verwendete Begriff "Gutdemokraten" ? Gibt es auch "Schlechtdemokraten" ? Was genau haben sie gegen die "Gutdemokraten" ?
Wer anders als das Volk sollte denn ihrer Meinung nach über die Staatsausgaben bestimmen ?

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Paul Rabe

Was bedeutet "sparen" bei Staaten ?

Der Begriff "sparen" ist selber schon ein riesiges Missverständnis, wenn wir nicht von Privatpersonen sondern von ganzen Staaten reden. Für eine Privatperson bedeutet "sparen" die Verschiebung von gegenwärtigem Konsum in die Zukunft, man legt Geld zurück und kauft sich dafür später etwas. Das setzt aber vorraus, daß jemand in Zukunft für das Geld etwas produziert.
Ganze Staaten können nicht sparen, wir können die Brötchen die wir morgen essen wollen nicht schon heute backen und diese dann "sparen". Staaten konsumieren immer(!) in einer Periode genau die Konsumgüter welche auch in der selben Periode geschaffen wurden. Staaten konsumieren auch nicht, sonder verteilen nur die in einer Periode geschaffene Wertschöpfung von Bürger zu Bürger (also z.B. von einem Arbeiter zu einem Beamten)
Die Schulden der Staaten sind also immer auch die Vermögen der Bürger, welche die Staaten bilden, es bleibt im Saldo eine Nullsumme, egal wie hoch die Schulden sind...

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 12:14 Uhr
Sam Tyler

Letztere Einlassung ist und bleibt falsch...

... und sie wird auch nicht durch ständiges Wiederholen richtiger.

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Hans List
Hans List (genervt) - 18.07.2012 21:36 Uhr

Das liegt nicht nur an der opportunistischen

Grundhaltung der Politiker, die es mit fremdem Geld nicht so genau nehmen.
Das liegt auch am Staat ... also an den Staatsbürgern, die immer dies und das und jenes wollen, im irrigen Vertrauen darauf, dass es andere zahlen.
Das sind dann hinterher die Gesetze, über die alle den Kopf schütteln; in Paragraphen geronnnener Lobbyismus.

Aber!
Wenn der Staat keine Schulden mehr macht, also keine Krdite mehr aufnimmt, wer tut es dann?
Denn Kredite müssen sein, nur so entsteht das neue Geld, das eine stets wachsende Wirtschaft als Tauschmittel braucht.
Wenn ALLE schuldenfrei leben würden, gäbe es kein Geld.
Wir würden Handel treiben wie in der Steinzeit: per Naturaltausch.
Es gibt einen unauflöslichen Widerspruch zwischen solidem Wirtschaften und der Verfasstheit unseres Geldes.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 10:16 Uhr
Michael Judaschke

.... Wenn alle schuldenfrei leben würden, gäbe es kein Geld. ..

Sehr geehrter Herr List,
auch wenn die Kreditaufnahme zu einer Erhöhung der Geldmenge führt, so muss man ihre These in das Reich der Fabeln verweisen.... Die Wirtschaft braucht Tauschmittel, die nicht verderben, aber nicht per se Kredite. Der Staat muss also keine Schulden machen, damit die Wirtschaft funktioniert.

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Hans Edelmann

Die meisten Staaten geben ständig mehr Geld aus und nennen das Sparen.

Öffentliche Hände scheinen zum Geldausgeben prädestiniert, und Sparen ist beim Staat ein offenbar missverstandenes Fremdwort. Das liegt großteils daran, dass viele Politiker zwar als rhetorisch hochbegabt in Erscheinung treten und beim Geldverteilen an ihre Anhängerschaft zu sozialen Experten heranreifen, aber von Wirtschaft und Sparsamkeit wenig Ahnung haben. Zum Beispiel gab es in Deutschland nie höhere Steuereinnahmen als heute; zugleich lamentieren deutsche Politiker über angebliche "öffentliche Armut" und wollen, weil der
unsolide Staat nie Sparen geübt, sondern gewohnheitsmäßig Schulden gemacht hat, auch noch mit Staatsgewalt auf Ersparnisse oder Vermögen seiner soliden Bürger zugreifen. Solche Gedanken in der Politik scheinen doch vollkommen abwegig, zumal der Staat wirklich kein Einnahmenproblem hat, sondern unter exzessiver Ausgabensucht leidet. Es ist kontraproduktiv und geradezu bürgerverachtend, wenn der Staat seinen Bürgern gar noch mehr als bisher schon abnehmen will.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 19.07.2012 08:43 Uhr
Andreas Neubert

@Hans Edelmann

"(...) aber von Wirtschaft und Sparsamkeit wenig Ahnung haben."

Wenn es denn so einfach wäre. Was passiert denn, wenn Sie als Politiker mehr ein- bzw. weniger ausgeben wollen? Sie werden sich jedesmal mit einer Interessengruppe anlegen müssen. Das ist das eigentliche Problem.

Dass man nicht mehr ausgeben darf als man einnimmt ist eine Binsenweisheit. Vielleicht sollte jeder mal eine Zeit in die Position kommen, so etwas in der Politik entscheiden zu können. Da werden Sie persönlich nicht auf weniger Probleme und Gegenwehr treffen wie jeder andere Politiker auch. Politik heißt Kompromisse durchsetzen und zwischen Interessengruppen vermitteln können. Da nutzt ihnen Ihre ökonomische Binsenweisheit gar nichts.

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Rolf Joachim Siegen

Begruessenswerte Schaerfung des Bewusstseins

Stellen wir uns vor, die Waehrungsunion wuerde zerfallen, entfiele dies. Dieser gesamteuropaeische Prozess wuerde kaum zur Kenntnis genommen oder achselzuckend mit einem 'Was geht uns die Verschuldung der anderen an?' quittiert.

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