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Allensbach-Analyse Union im Sinkflug

18.10.2006 ·  In der Allensbach-Umfrage zu den Wahlabsichten stürzt die Union ab, die SPD hingegen gewinnt. In den neuen Bundesländern liegt die CDU sogar hinter SPD und PDS. Damit ereicht die Union Werte wie 1998, als sie die Kanzlerschaft verlor.

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In der Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach zu den Wahlabsichten („Sonntagsfrage“) ist die Union innerhalb eines Monats von 35,8 auf 31,6 Prozent gefallen, die SPD hingegen von 28,8 auf 30,4 Prozent gestiegen. In den neuen Bundesländern erreichte die Union nur noch einen Anteil von 23,6 Prozent, das ist der tiefste Stand in diesem Jahr und bewegt sich unter dem Jahresdurchschnitt 1998, als die Union die Kanzlerschaft verlor.

Die CDU nimmt im Osten den dritten Platz hinter der unbedeutend stärkeren PDS ein. Die SPD hat beiden Parteien gegenüber einen Vorsprung von fünf Prozentpunkten; um denselben Wert hat sie seit Anfang September auch zugelegt. Auf ganz Deutschland bezogen kommt die Union aus ihrem Umfragetief nicht heraus. In den Umfragen anderer Institute zog die SPD gar an der Union vorbei. (Siehe auch: Umfragen: SPD hängt Union ab)

Die große Koalition im Bund schneidet bei der Bevölkerung schlecht ab. 62 Prozent sind laut Allensbach davon überzeugt, daß sich keiner der Koalitionspartner für die Eindämmung der Steuern und Abgaben einsetzt, 55 Prozent erkennen keine Anstrengung zur Kostenminderung im Gesundheitswesen.

Besondere Herausforderungen für CDU und CSU

Die Union werde heute in einem Ausmaß als zerstritten wahrgenommen, zu dem es in den letzten Jahrzehnten nur eine Parallele gebe, die Jahre 2000 und 2001, die von der Spendenaffäre geprägt gewesen seien, schreibt Renate Köcher vom Allensbach-Institut in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (Mittwochausgabe).

Seit Jahresbeginn ist der Anteil der Bevölkerung, der die Unionsparteien für eine zerstrittene Formation hält, von 32 auf 52 Prozent gewachsen; nur noch 21 Prozent empfinden die CDU/CSU als geschlossen. Während die Kompromißsuche bei der Gesundheitsreform nach dem Eindruck der Bevölkerung den Zwist in der Union verstärkt hat, schwächt sich hinsichtlich der SPD der Eindruck von Zerrissenheit und inneren Konflikten ab. Gleichzeitig verliert die CDU/CSU in der Wählergunst an Boden, anders als die SPD.

Die Bevölkerung nimmt die Sympathieverluste der Union aufmerksam zur Kenntnis. Keiner Partei stellt sie im Moment eine ungünstigere Prognose: Nur 27 Prozent der Bevölkerung können sich vorstellen, daß die Union in absehbarer Zeit an Bedeutung gewinnt, 45 Prozent rechnen künftig mit einer (weiteren) Schwächung. Ähnlich skeptisch wurde die Entwicklung der Union zuletzt 1998 unmittelbar vor dem Regierungswechsel eingeschätzt.

Auch der SPD wird zur Zeit nur wenig Potential zugetraut. Am ehesten noch wird der FDP und der Linkspartei ein Bedeutungszuwachs vorausgesagt; jeweils 39 Prozent der Bevölkerung erwarten, daß diese beiden Parteien erheblich an Rückhalt gewinnen werden. Alle drei Oppositionsparteien sind zur Zeit stark; dies geht jedoch in hohem Maße auf „Windfall Profits“ der Unzufriedenheit mit der großen Koalition zurück, nicht auf die Anziehungskraft der kleineren Parteien selbst.

Die Analyse zum Profil der Parteien und die besonderen Herausforderungen für CDU und CSU von Professor Dr. Renate Köcher vom Institut für Demoskopie Allensbach lesen Sie in der Mittwochausgabe der Frankfurter Allgemeinen Zeitung

Quelle: F.A.Z./FAZ.NET
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