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Allensbach-Analyse Alternative für Deutschland?

 ·  Die Sehnsucht nach der D-Mark hat über die Jahre stetig nachgelassen. Trotzdem können sich 17 Prozent der Wähler vorstellen, eine Partei wie die AfD zu unterstützen. Eine Allensbach-Analyse.

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Seit dem vergangenen Wochenende hat Deutschland eine weitere Partei, die allerdings durch ihre Fokussierung auf ein Ziel, die Auflösung der Euro-Zone, einer Bürgerinitiative ähnelt. Der Name „Alternative für Deutschland“ ist eine Kampfansage an die wiederholt als alternativlos apostrophierte Politik zur Stabilisierung der Euro-Zone. Politische Bewegungen, die sich gegen die europäische Integration und speziell die Gemeinschaftswährung richten, sind kein spezifisch deutsches Phänomen und auch in Deutschland nicht gänzlich neu. Bisher verharrten die Protagonisten in Deutschland jedoch im vorparlamentarischen Raum und konnten kaum aktive Unterstützung mobilisieren. Die Frage ist, ob die seit zwei Jahren andauernde Krise in der Euro-Zone einer solchen Bewegung heute größere Chancen bietet als bisher.

Deutschland hat, anders als die Länder, die zu harten Anpassungsmaßnahmen gezwungen sind, in den vergangenen Jahren keine nennenswerten Manifestationen antieuropäischer Ressentiments erlebt, auch keine lauten Proteste gegen die Mitgliedschaft in der Währungsunion. Das heißt aber keineswegs, dass die Krise die Bürger nicht beunruhigt. Die Hälfte der gesamten Bevölkerung ist zurzeit über die Krise stark beunruhigt. Ende 2011 waren es sogar annähernd zwei Drittel. Danach schwächte sich die Besorgnis allmählich ab bis auf 41 Prozent am Jahresbeginn 2013. Unter dem Eindruck der Zypern-Krise wurde den Bürgern jedoch jäh wieder bewusst, dass die vorübergehende Beruhigung noch keine Lösung der Probleme bedeutet. Dies stoppte den Trend und ließ die Besorgnis wieder ansteigen. Die Mehrheit sieht die Vorgänge um Zypern selbst allerdings gelassen. Nur 29 Prozent können sich vorstellen, dass daraus eine ernste Gefahr für die Euro-Zone erwachsen könnte; die meisten halten das Land und seine Wirtschaft für zu klein, um gravierende Risiken für die gesamte Währungsunion auszulösen.

Die Vorgehensweise in der Zypern-Krise wird von den meisten unterstützt. So halten es 87 Prozent für richtig, dass Zypern einen beträchtlichen Beitrag übernimmt. Auch die Heranziehung privater Anleger findet Zustimmung. 69 Prozent halten es für richtig, dass Anleger ab einem Anlagevolumen von 100000 Euro an den Kosten für die Rettung beteiligt werden. Die Mehrheit ist weit davon entfernt, dies als Präzedenzfall zu werten, der auch sie betreffen könnte.

Generell findet der Kurs der Bundesregierung bei den Bemühungen, die Situation in der Euro-Zone zu befrieden, überwiegend Zustimmung. Die Mehrheit stellt der Kanzlerin in Bezug auf ihr Krisenmanagement ein gutes Zeugnis aus. Dies hat nicht zuletzt mit der robusten deutschen Konjunktur zu tun, durch die die Krise für die Mehrheit rein virtuell geblieben ist. Dies stabilisiert auch die Grundhaltungen zu Europa. Langzeitanalysen belegen, dass die Bewertung der Mitgliedschaft in der Europäischen Union in Deutschland in einer gewissen Bandbreite immer konjunkturabhängig war. Wenn sich die Konjunktur deutlich abschwächt, wachsen teilweise Zweifel am Wert der Mitgliedschaft und dem Projekt der europäischen Integration.

In den vergangenen Jahren hat sich jedoch inmitten der europäischen Krise die materielle Lage weiter Teile der Bevölkerung verbessert. Der Kreis derjenigen, die sich als Wohlstandsgewinner sehen, wächst kontinuierlich, die Zahl der Wohlstandsverlierer schrumpft. Dies fördert bei aller Beunruhigung eine gewisse Gelassenheit. Sie zeigt sich auch in der sinkenden Unterstützung für drakonische Maßnahmen wie den Ausschluss überschuldeter Länder aus der Euro-Zone. Zeitweise wurden solche Maßnahmen von 55 Prozent der Bürger unterstützt, aktuell noch von 45 Prozent; vor Ausbruch der Zypern-Krise waren es 43 Prozent.

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