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Marihuana als Medizin : Staatliche Cannabisagentur nimmt Arbeit auf

  • Aktualisiert am

Diese Plantage in einer Frankfurter Wohnung ist nach altem und neuen Recht illegal (Archivbild). Bild: Wolfgang Eilmes

In Deutschland darf Cannabis zu medizinischen Zwecken künftig legal angebaut werden. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte hat deshalb eine „Cannabisagentur“ gegründet. Bis Patienten deutsche Hanfprodukte erhalten, wird es aber noch dauern.

          In Deutschland wird es künftig möglich sein, Cannabis zu medizinischen Zwecken legal anzubauen. Als neue „Cannabisagentur“ wird das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) diesen Anbau steuern und kontrollieren, wie dessen Präsident Karl Broich am Freitag zum offiziellen Start in Berlin mitteilte. Die Abgabe von medizinisch verwendbarem Cannabis für schwer kranke Menschen soll künftig nach Rücksprache mit einem Arzt innerhalb weniger Tage möglich sein. Die Genehmigungsfrist der Krankenkassen bei ambulanter Palliativversorgung werde höchstens drei Tage betragen, sagte Gesundheitsstaatssekretär Lutz Stroppe am Freitag in Berlin. Die Kosten werden dann von der Krankenkasse übernommen.

          Die „Cannabisagentur“ wird nach eigenen Angaben ein EU-weites Ausschreibungsverfahren starten und anschließend Aufträge zum Anbau an geeignete Unternehmen vergeben. Ziel sei es, die Versorgung schwer kranker Patienten künftig mit in Deutschland angebautem Cannabis in pharmazeutischer Qualität sicherzustellen. Bis der staatlich kontrollierte Anbau anläuft, soll Medizinalhanf importiert werden. Bislang können Patienten Cannabisblüten und -extrakte nur mit einer Ausnahmegenehmigung erhalten.

          Ab 2019 soll Cannabis aus deutschem Anbau zur Verfügung stehen

          Laut dem Bundesamt soll von 2019 an Cannabis aus deutschem Anbau zur Verfügung stehen. Bislang wird Cannabis zu medizinischen Zwecken aus den Niederlanden und Kanada importiert, im vergangenen Jahr insgesamt 170 Kilogramm. Aktuell verfügen rund 1000 Patienten in Deutschland über eine Ausnahmeerlaubnis zum Erwerb von Cannabis. Der Zugang dazu soll aber nur Menschen offenstehen, die mit anderen verfügbaren Arzneimitteln nicht zufriedenstellend therapiert werden können, hieß es.

          Der Bundestag hatte im Januar Cannabis als Medikament auf Rezept freigegeben. Damit soll schwer kranken Menschen der Zugang erleichtert werden. Nach der Zustimmung des Bundesrates zum Gesetz am 10. Februar fehlt jetzt nur noch die Unterschrift von Bundespräsident Joachim Gauck unter das Gesetz, damit es in Kraft treten kann. „Wir stehen kurz vor dem Start“, sagte Stroppe bei der Vorstellung der künftigen Cannabisagentur des BfArM. Ziel der Agentur sei es, die Versorgung mit in Deutschland angebautem Cannabis in pharmazeutischer Qualität sicherzustellen.

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