31.12.2011 · Christian Wulff unterschrieb das dritte Darlehen für sein Haus erst, als die Öffentlichkeit schon von seinem Privatkredit erfahren hatte.
Von Eckart Lohse, BerlinRichtlinien für Lesermeinungen
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Vergeben, aber nicht vergessen
Auch wenn der Lichtkegel im Moment auf Herrn Wulff fällt - er ist
nicht der einzige Politiker der blind vor Macht ist und sich selbst
überschätzt. Längst ist bekannt, wer gemeinsam vom Buffet
speist - sich gegenseitig die Geburtstage ausrichtet oder wer wem einen
Batzen günstiges Kapital leiht.
Frau Merkel wiegt sich in Sicherheit...noch - die Dame glaubt sich wohl
sicher. Mal sehen, ob das Wahlvieh diese Affäre nach dem ganzen
Zirkus richtig zuordnen kann.
Ich habe mich lange zurückgehalten mit der Bemerkung, dass es
hinsichtlich der Bezüge "Jacke wie Hose" ist, wenn er
bleibt.
Deswegen sollten auch Klein-, Mini- und Hungerrentner mit langen
Einzahlungszeiten zusätzlich zu ihrer mickrigen Hungerrente eine
Ehrenrente von sagen wir 500,-€ erhalten, damt das
Ehrenabstandsgebot einigermassen eingfehalten werden kann.
Man muss das arithmetisch sehen
Nachdem mit Dr. zu Guttenberg und Schnipp-Schnapp-Mappi zwei Polittalente des deutschnationalen Flügels der CDSU abgetreten sind, ist jetzt ein Wirtschaftslieberaler des Merkel-Flügels dran. Die winzelige Vergünstigung beim Hauskaufkredit ist lachhaft, das Lavieren hinterher dagegen weniger.
Das Amt des Präsidenten schützen.
Es ist an der Zeit, das höchste repräsentative Amt unserer Demokratie vor weiterem Missbrauch und schwerster Beschädigung durch den derzeitigen Amtsinhaber Christian "Salami" Wulff zu bewahren.
Zeit für ein wenig Verschwörungstheorie
Wir wissen ja nun alle, dass Merkel Wulff damals als Konkurrenz
ausschalten wollte.
Das hat geklappt.
Frau Merkel ist gut Freund mit Frau Springer, kann also über diesen
Weg das eine oder andere einfädeln.
Wulff, ungeschickt und wohl auch von Merkel unbeliebt, wird nun von den
Medien demontiert, und jetzt denkt das Volk auch: Was für ein Depp.
Merkel hat also die Konkurrenz aufs Altenteil geschoben, und nun aller
Welt gezeigt, dass er wirklich nur ein Grüssaugust zu Merkels
Gnaden war.
Gefahr ausgeschaltet.
Eine Sache noch: In Verbindung mit dem Titel von Wulffs Buch
"Besser die Wahrheit" stellt sich die Frage, ist das ein
genialer Zufall, oder verfügt Frau Merkel über einen viel
besseren Humor als alle dachten? :D
Unbequeme Fragen sind mir lieber als bequeme Antworten, sagte einmal
Bundespräsident Heinemann. Diese Kultur ist längst
untergegangen. Ablenken, Abtauchen, Eitelkeiten, Unfehlbarkeitsanspruch,
Bürgerferne sind die Eigenschaften der vom Firmengeld ferngelenkten
Politikerkaste. Ausnahmen muss man mit der Laterne suchen.
Was hat der Angriff des BP auf die Pressefreiheit mit nörgelei zu tun?
Sehr geehrter Herr Bähr,
es ist richtig von Amt und Würde zu reden, aber dann muss die
Person, die so ein Amt auskleidet auch an sich selbst höchste
Ansprüche stellen.
Denken Sie bitte zurück unter welchen Umständen Herr Wulff zum
BP gewählt wurde.
Da fing die Beschädigung des Amtes doch schon an, wenn auch nicht
in erster Linie durch ihn Ich hätte sicher auch ja gesagt zu so
einem Angebot. Mal abgesehen davon, dass Herr Wulff nun wirklich nicht
auffällig wurde durch sein tun in Amt, jedenfalls in meiner
Wahrnehmung, wäre ein Rücktritt jedenfalls auch in dieser
Hinsicht nicht schlimm.
Die BILD Zeitung bestätigt nun, dass Herr Wulff als oberster
Hüter des Grundgesetzes aber eben dieses mit Füssen getreten
und unter Androhung von Strafmaßnahmen nun jegliches
Augenmaß verloren hat und versucht Zensur mit seiner Amtsmacht im
Rücken auszuüben. Nörgelei?
Mit Anstand seinen Hut nehmen (leider) hat nur Frau Käßmann
in der letzen Zeit geschafft, wg. Peanuts im Vergleich zu Wulff.
Irrtum: Der Fisch stinkt in ganzer Länge!
Es drängt sich zunehmend der Eindruck auf, dass hier eine Gemeinde verdrossener Nörgler und selbsternannter Saubermänner ihren Frust ablässt, ungeachtet der Kollateralschäden, die diese peinliche Schlammschlacht für den inneren Frieden in unserem Land und für sein Ansehen in der Welt anrichtet. Vermutlich ist es den Herren Stammtischstrategen, die hier offensichtlich den Ton angeben, auch gar nicht darum zu tun, dass ihre Tiraden irgendeinen Nutzen nach sich ziehen, wenn es ihnen selbst nur guttut. Ich jedenfalls schäme mich für dieses Theater, das einer demokratischen und zivilisieren Gesellschaft unwürdig ist.
Deutsche Neidhammelgesellschaft !
Seid doch mal ehrlich - es geht doch nicht in Wirklichkeit um Wulff ! Erstens geht es um Neid, zweitens geht es um Neid, und drittens - um seine Parteizugehörigkeit ! Es ist schon sehr erstaunlich - als ein gewisser Genosse Beck auf Kosten des ZDF seinen Geburtstag mit 700 ! Gästen "feierte", da war das Thema schon nach wenigen Tagen durch - waren ja auch bloß etwa 200.000 € aus der GEZ-Kasse ! Alles pure Heuchelei - panem et circenis sozusagen.
Antworten (3) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.01.2012 19:36 UhrWulff macht sicherlich einen ziemlich reservierten Eindruck,
was nicht untypisch für Niedersachsen ist. Ein Mann des Volkes ist
er gewiss nicht. Die Schlammschlacht gegen ihn verstehe ich dennoch
nicht, und ich finde sie widerlich. Mittlerweile ist nicht nur das Amt
des Bundespräsidenten beschädigt worden, sondern die
Demokratie insgesamt.
Gemäß Wikipedia hat sich Wulff als Ministerpräsident von
Anfang an durch eine rigorose Sparpolitik ausgezeichnet. Er hat also
bereits vor vielen Jahren mit etwas begonnen, was jetzt sowieso kommen
wird. Bei der Porscherettung hat er gleichfalls viel Weitsicht bewiesen.
Ich bin alles andere als ein Wulff-Fan. Seine Partei ist nicht meine
Partei. Die Hetze gegen ihn, dieses penetrante sich über ihn
erheben, was auch hier im Forum zu erkennen ist, kann ich jedoch
überhaupt nicht nachvollziehen. Und ja, dafür scheint mir Neid
eine wesentliche Motivation zu sein.
Mir gefallen deshalb die sehr ausgewogenen Beiträge von
Klaus-Henning Bähr hier im Forum sehr gut. Warum bekommt die
Redaktion so etwas nicht hin?
Voll daben ist auch vorbei!
"Erstens geht es um Neid, zweitens geht es um Neid, und drittens -
um seine Parteizugehörigkeit !"
Nein, werte Frau Förster, um letztere geht es definitiv nicht. Ich
war lange Mitglied der CDU, einige Zeit auch in hauptamtlicher Funktion,
und bezeichne mich als wertebewussten Konservativen. Wegen Leuten wie
Wulff bin ich ausgetreten, die sich in den
Partei-"Mauschelrunden" hochgearbeitet haben, bei denen stets
die auf der Strecke blieben, die etwas vom Leben verstanden und
Berufserfahrung hatten. Und wegen Typen wie Wulff (und seiner Chefin)
mag ich diese Partei auch nicht mehr wählen und muss
sehnsüchtig auf eine wählbare Alternative warten (vielleicht
Herrn Henkel und die Freien Wähler?), da ich mich von FDP, SPD,
Grünen oder gar der Linken ganz und gar nicht vertreten fühlen
würde. Neidisch bin ich im Übrigen auch nicht - wer etwas
leistet, sollte auch angemessen bezahlt werden. Wer aber sein Amt
beschädigt, sollte den Hut nehmen - es geht hier um Anstand, Moral
und Integrität.
Neidisch auf was?
Das müssen Sie schon genauer sagen. Neidisch auf seine Frau oder
dass er in Maschmeyers Villa Urlaub machen darf oder dass er billige
Kredite bekommt oder dass er in einem Schloss wohnen darf? Oder darauf
dass er so viel Geld bekommt, dass man sich fragen muss, warum er noch
am Kredit sparen muss? Ich bin gewiss kein CDU-Wähler aber gerade
beim Präsidentenamt ist mir die Parteizugehörigkeit ziemlich
egal. Wichtig wären herausragende menschliche Eigenschaften, wie
etwa seinem Gewissen verpflichtet zu sein wie es z.B. Herr Bosbach
gezeigt hat.
Das Neid-Argument wird auch von Herrn Westerwelle gern genutzt um
unverschämt hohe Gehälter zu rechtfertigen.
Wie Bundestagspräsident Lammers zu Recht beanstandet hat, geht es
den an der Schlammschlacht um den Bundespräsidenten beteiligten
Medien nicht allein um Aufklärung, sondern vor allem um Mehrwert
aus der Vermarktung von Sensationen. Der notwendige Partner in diesem
üblen Spiel ist das Publikum, das seine Frustration angesichts der
nicht wenigen Herausforderungen der globalisierten Welt und der dabei
empfundenen vermeintlichen Ohnmacht gern "der Politik" und
"denen da oben" anlastet und jede Nachricht begierig aufnimmt,
durch die es sich darin bestätigt sieht. Da machen sich
natürlich böswillige und schlüpfrige Gerüchte und
Unterstellungen besser als eine sachliche Berichterstattung, die zu
Gunsten der Ergebnisse eine rechtsstaatlichen Klärung von
Vorwürfen auf Vorverurteilungen verzichtet. Eines sollte klar sein:
Wie immer die Sache ausgeht: Semper aliquid haeret - es bleibt immer
etwas hängen, auch an unserem Gemeinwesen und an uns allen!
Das, was an uns hängen bleibt, ist dieser Bundespräsident. Hoffentlich nicht "semper", sondern nur vorübergehend, schnell vorübergehend am besten.
SalamiTaktik analog Guttenberg
Der Umgang mit der Wahrheit scheint einem Politiker im Blut mitgegeben
worden zu sein. Nur das bereits in den Medien eh Bekannte zuzugeben ist
KEINE Aufklärung! Meines ERachtens gehört Wulff genauso vom
politischen Geschehen weg, wie auch Guttenberg wegbleiben sollte!
Weg gehören dann aber auch die 199 Tsd. Euro "Belohnung"
bis zum Lebensende für den kurzen Job als Bundespräsident!!
Guttenberg
Ich möchte den Baron an dieser Stelle nicht in Schutz nehmen. Aber Guttenberg hat jedenfalls nur des Ruhmes und der Macht wegen agiert. Wulff hingegen will sich zusätzlich noch am Steuerzahler bereichern.
Schwupp! Am Ende hat Gabriel den schwarzen Peter.
Journalismus versucht die Wahrheit ans Licht zu bringen. Wenn man im
Dunkeln tappt, ist es dann gestattet auf Vorgaenge hinzuweisen, die
moegliche Taten anderer betreffen. Darf man sie zur Bewertung einer
anderen Tat als moralische Skala benutzen.
Hier geht es nicht um politische Schuldzuweisungen nach dem Motto, die
sind alle gleich. Aktuell steht ein Bundespraesident und sein Umfeld in
der Beurteilung, hat er oder hat er nicht richtig gehandelt.
Wulff im Schafspelz oder Der doppelte Krischan
Das Einzige was Herrn Wulff auszeichnete, war die Tatsache, daß er der reputierlichste (UND entbehrbarste) Farblose war, der gegen Gauck aufbietbar war. Nun hat er sich, was man in so einem Fall ja nie tun darf, als Katholik im negativsten Sinne geoutet (unter frdl. Mithilfe der 4. Gewalt - die Opposition erscheint hier, sogar der sonst oberpopulistische Gabriel, aus noch(!) nicht verständlicher Motivation als Totalausfall. In Abwandlung seines Mainstream-Blabla scheint er hier "der festen moralischen Überzeugung, daß Chuzpe zu Deutschland gehört". So recht er damit großenteils leider hat - er sollte sich SOFORT ans Pult setzen und seinen Rücktritt in einem Zweizeiler erklären und sich inkognito absetzen (dürfte ihm ja nicht schwerfallen). Und er verschone uns AUCH JETZT von einem Statement bezüglich seiner Un-Person (womöglich a la Dr. Guttenberg). Ah nein, eine Erklärung ist er dem deutschen Volk noch schuldig: die Verzichtserklärung auf seinen lebenslangen Ehrensold.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 02.01.2012 15:04 UhrOppositionsmotivation
Vielleicht liegen in niedersächsischen Staaskanzleikellern neben Wulffs Leichen auch solche anderer (Ex-)Ministerpräsidenten herum? Schröders und/oder Gabriels? Der Politischen Klasse sollte man parteiunabhängig nicht mehr über den Weg trauen. Schon gar nicht, wenn eine Opposition offenbar ihren Aufgaben nicht nachkommt ...
@ Frau Lena Waider: Vielen Dank, wir wissen, was ein variables Darlehen ist . . .
aber was wir nicht wissen, wie man als Kreditnehmer an ein derartiges
Darlehen zu Einkaufskonditionen der Bank rankommt.
Außerdem wissen wir nichts konkretes, trotz Entbindung vom
Bankgeheimnis und Offenlegung der Unterlagen.
Es ist ja ehrenwert, wenn Sie Wulff verteidigen, aber dann doch bitte
sachlich und stichhaltig.
Er kassierte, mittlerweile offensichtlich, von zwei Seiten. Geliefert
hat er aber wohl nur für den nicht öffentlichen Teil.
Und wieder ein Scheibchen eingestandene Ungradlinigkeit. Seh' ich mir ne
Salami an, dann denk ich an Wulffs Christian. Gute Güte, welch ein
peinlicher Mensch.
N. b. geht es nicht an, dass der Sozialdemokrat Gabriel den
ungradlinigen Schnorrer und Salamitaktiker Wulff im Amt halten
möchte mit der lachhaften Begründung, ein zweiter
Präsidentenrücktritt in so kurzer Zeit riefe womöglich
eine Staatskrise hervor. Das kann doch wohl kein Kriterium sein. Hier
wird Gabriels mangelndes Format deutlich sowie ein verächtliches
Rechts- und Moralverständnis, das Angehörige der Politischen
Klasse wie Wulff und Gabriel hegen.
Die niedersächsische Sozialdemokratie scheint offenbar ihrerseits
heftig Leichen im Keller zu haben. Sonst ließe sie sich die
Verschleierungs- und Blockadetaktik der CDU nicht so sang- und klanglos gefallen.
Die realwirtschaftliche Substanz von Porsche als erstklassiger Autobauer
und in der Branche führender Entwickler war doch wohl nie gefährdet?
Es handelte sich um einen feindlichen Übernahmeversuch mit
Gegenfinanzierung im Stil glorreichen Investmentbankings. Mit zur
Spekulation verführtem Eigentümerkreis.
Die Übernahmeangebote hätten sich überschlagen, einige
Milliardäre wären ärmer gewesen. Und notfalls hätte
der deutsche Staat eine grandios bessere Beteiligung bekommen als bei
allen Bankenrettungen.
Ja klar, es wäre dann vielleicht kein deutsches Unternehmen mehr gewesen ...
... nur so mal zum Nachdenken im neuen Jahr.
Vielen Dank für die Vorarbeit, Herr Bundespräsident!
Als Stuttgarterin, die auch noch Kredite abzubezahlen hat, werde ich
mich mit der BW Bank ins Benehmen setzen und um einen gleichen Zinssatz
bitten, der mir Dank Ihrer Vorarbeit sicher gewähret wird. Oder
muss ich sonst noch etwas tun?
Beste Grüsse
Himmel-Hoelle
Erstens würde ich Ihnen nicht raten, ...
einen solchen Kredit anzunehmen, denn er ist nur in der Form, wie ihn
die Medien darstellen, günstig. Die entscheidende Information ist,
dass der Zins variabel ist. Er hätte jederzeit auch auf 8%
ansteigen können (z. B. hätte er im Oktober 2008, als Wulff
sein Haus kaufte, wohl dort gelegen, denn der Euribor stand auf
über 5% und nicht bei 0,4% als Wulff den Kredit bei der BW-Bank bekam).
Zweitens könnten Sie sich bei der Gelegenheit als Stuttgarterin bei
Wulff für die Rettung von Porsche bedanken. Das Land Niedersachsen
ist maßgeblicher Anteilseigner von VW. Wulff hätte in 2009
nur sagen müssen: "Die Rettung Porsches liegt nicht in unserem
Interesse und ist zu teuer. Deshalb: Nein - kein Einstieg von VW bei
Porsche."
Ganz nebenbei hat Wulff hierbei auch der BW-Bank einen Milliardenverlust
erspart, denn die ist Porsches Hausbank. Auch dafür könnten
Sie sich als Stuttgarter Sparerin bedanken.
Und gleich darauf könnten Sie noch sagen: Ach ja, dafür
gönne ich ihm den Kredit. Oder?
"Heute ist ein guter Tag zum Sterben" - fast alle kennen wohl die witzige Werbung eines bekannten Schokoriegel-Herstellers mit einem greisen Indianer, der alles für den feierlichen Einzug in die ewigen Jagdgründe vorbereitet hat, dann aber im letzten Moment den schmackhaften Schokoriegel gereicht und auf einmal wieder pure Lust am Leben bekommt. Nun, keiner will irgendwen sterben sehen, aber im übertragenen Sinne könnte man sagen: Heute wäre ein guter Tag zum Rücktritt, werter Herr Wulff. Keiner wird Ihnen mehr den heiß ersehnten Schokoriegel reichen, Sie jedoch könnten zahllosen Mitbürgern einen höchst erfreulichen, erleichterten Neujahrstag bescheren. Das wäre doch ein würdiger Abgang. Denken Sie darüber nach - ein paar Stunden verbleiben ja noch.
Die Quantifizierung der Wahrheit
Ich sehe hier 3 Teilaspekte:1. War das Handeln von Wulf legal? Hier müssen die zuständigen Instanzen entscheiden, wobei ein wichtiger Punkt der Nachweis von Vorteilen wäre, die nicht nur Wulff genossen sondern auch umgekehrt als Dank für die Zuwendung seinem Kreditgeber unter Ausnutzung der Macht seines Amtes gewährt hat. 2. War das Handeln politisch korrekt ( selbst wenn an der Rechtmäßigkeit keine Zweifel bestünden )? Dass Spitzenpolitiker Freunde in der Industrie haben, ist ja weder ungewöhnlich noch "verboten", selbst ein Mann ohne Tadel wie Johannes Rau machte da keine Ausnahme. Dennoch erfordern diese ein hohes Maß an Sensibilität, um jeden Anschein (!) der Verquickung persönlicher und politischer Interessen zu vermeiden. 3. Umgang mit der Wahrheit? Es ist immer schlecht, als angeschossener Politiker nur das zuzugestehen, was nicht mehr geleugnet werden kann. Solange er aus der Sache nur mit einem "Freispruch 2. Klasse" herauskommt, sollte er aus Respekt vor dem Amt zurücktreten.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.01.2012 14:30 UhrDas sehe ich auch so, denn
er wird nie über einen Freispruch 2. Klasse hinaus kommen, analog dazu wie er durch sein Wahlergebnis 3. Klasse hineingekommen ist (wurde).
Ein Indikator für die politsche Klasse
Die Affäre Wulff ist das letzte Theaterstück in dem sich die Krise der bundesrepublikanischen Politik zeigt. Es gibt keine Menschen mehr die aus Überzeugung in die Politik gehen, wie die Kriegsgeneration, sondern nurmehr aalglatte Berufspolitiker, die grundsätzlich nur auf den eigenen Vorteil bedacht sind. Wulff ist ein Prototyp. Harmloses Schwiegersohngesicht für die Wahlplakate und in vorauseilendem Gehorsam vor den linken Medien politisch überkorrektes aber hirnloses Zeug babbeln bis hin zur Verleugnung seines eigenen Volkes, aber hinter der Fassade zeigt sich ein verkommenes Bild. Wulff beschödigt nicht nur das Grüßaugustamt, er wird zur immer weiter schreitenden Politikverdrossenheit beitragen. Bei mir zumindest. Wenn schon der Bundespräsident keinerlei Hemmungen hat, sich derartig zu benehmen (wäre die jetzige Angelegenheit vorher aufgekommen hätte er nicht Präsident werden können), wie müssen sich dann im Rang niedrige Politiker erst benehmen.
Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 01.01.2012 13:02 UhrPater Filuzius
Das Stichwort "harmloses Schwiegersohngesicht" hat mich an Wilhelm Buschs Bildergeschichte von der "Frommen Helene" erinnert. Pater Filuzius ist natürlich nicht der Schwiegersohn, aber er versteht es, mit frommer Miene und gen Himmel erhobenen Augen darüber hinwegzutäuschen, dass er es faustdick hinter den Ohren hat. Der Vergleich mit Wulffs Weihnachtsrede drängt sich auf, die von Kitsch geradezu troff, aber denn doch in krassem Gegensatz zur tatsächlichen Schläue des Redners steht.
Eckart Lohse Jahrgang 1963, Leiter des Büros der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung in Berlin.
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