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Veröffentlicht: 30.05.2015, 13:51 Uhr

Hessischer AfD-Parteitag Gauland will „liberalen Flügel ohne Lucke“

Alexander Gauland hat Bernd Lucke auf dem Landesparteitag der hessischen Alternative für Deutschland scharf kritisiert. „Ich bin völlig gegen den „Weckruf“, sagte Gauland unter dem Applaus der Delegierten.

© dpa Konträr: Bernd Lucke (links) und der stellvertretende AfD-Sprecher Alexander Gauland in einer Aufnahme aus dem Jahr 2013

Der stellvertretende AfD-Sprecher Alexander Gauland wünscht sich eine „Alternative für Deutschland“ ohne den bisherigen Parteivorsitzenden Bernd Lucke. Es sei die Frage, wofür die AfD steht, sagte Gauland am Samstag auf dem hessischen Landesparteitag in Hofheim am Taunus. „Wir brauchen den liberalen Flügel, aber ohne Bernd Lucke.“ Die eurokritische Partei stehe kurz vor dem Abgrund, eine Spaltung drohe. „Ich bin völlig gegen den „Weckruf““, sagte Gauland unter dem Applaus der Mehrheit der 350 Delegierten.

Während der Machtkampf in der Bundesführung weiter tobt, wollte die ebenfalls heftig zerstrittene hessische AfD auf dem Parteitag einen personellen Neuanfang versuchen. „Wir Hessen waren in der Vergangenheit nicht nur Weltmeister beim Einfahren von Wahlergebnissen, sondern auch beim Verschleiß von Vorständen“, sagte der Vorsitzende des Kreisverbandes Main-Taunus, Harald Oestreich, zur Begrüßung. Er erbat von den Delegierten die Weisheit, die richtigen Leute zu wählen, „und die Gelassenheit, sie auch zwei Jahre im Amt zu lassen“.

Eklat auf Parteitag in Hofheim

Aber schon die Entscheidung über die Größe des neu zu wählenden Vorstands führte gleich wieder zu Auseinandersetzungen. Die rund 350 Parteimitglieder beschlossen mit einer Mehrheit von nur einer Stimme, auch in Zukunft mit drei gleichberechtigten Vorsitzenden zu arbeiten. 170 Mitglieder stimmten für die Dreierlösung, 169 wollten nur einen Sprecher. Zahlreiche Vertreter des unterlegenen Lagers verließen daraufhin aus Protest den Parteitag. Sie stehen dem „Weckruf“ des AfD-Bundessprechers Bernd Lucke nahe und hatten gehofft, ihren Vertreter Hadi Riedel als einzigen Sprecher durchzusetzen.

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Auf dem letzten Parteitag in Gießen am 18. April waren die drei hessischen Sprecher abgewählt worden. Insgesamt hat die hessische AfD seit ihrer Gründung vor zwei Jahren schon 14 Sprecher verschlissen. Zum Parteitag in Hofheim wird auch Frauke Petry erwartet. Petry und Gauland wollen auch den gleichzeitig tagenden Bundeskongress der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative in Karben besuchen.

Mit der Initiative namens Weckruf versucht Lucke, den liberalen Flügel der Partei zu organisieren und seine Kritiker zurückzudrängen. Der Machtkampf in der AfD soll am 13. Juni auf  einem Bundesparteitag in Kassel entschieden werden.

Quelle: wahlrecht.de
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