http://www.faz.net/-gpf-83xm9

Hessischer AfD-Parteitag : Gauland will „liberalen Flügel ohne Lucke“

  • Aktualisiert am

Konträr: Bernd Lucke (links) und der stellvertretende AfD-Sprecher Alexander Gauland in einer Aufnahme aus dem Jahr 2013 Bild: dpa

Alexander Gauland hat Bernd Lucke auf dem Landesparteitag der hessischen Alternative für Deutschland scharf kritisiert. „Ich bin völlig gegen den „Weckruf“, sagte Gauland unter dem Applaus der Delegierten.

          Der stellvertretende AfD-Sprecher Alexander Gauland wünscht sich eine „Alternative für Deutschland“ ohne den bisherigen Parteivorsitzenden Bernd Lucke. Es sei die Frage, wofür die AfD steht, sagte Gauland am Samstag auf dem hessischen Landesparteitag in Hofheim am Taunus. „Wir brauchen den liberalen Flügel, aber ohne Bernd Lucke.“ Die eurokritische Partei stehe kurz vor dem Abgrund, eine Spaltung drohe. „Ich bin völlig gegen den „Weckruf““, sagte Gauland unter dem Applaus der Mehrheit der 350 Delegierten.

          Während der Machtkampf in der Bundesführung weiter tobt, wollte die ebenfalls heftig zerstrittene hessische AfD auf dem Parteitag einen personellen Neuanfang versuchen. „Wir Hessen waren in der Vergangenheit nicht nur Weltmeister beim Einfahren von Wahlergebnissen, sondern auch beim Verschleiß von Vorständen“, sagte der Vorsitzende des Kreisverbandes Main-Taunus, Harald Oestreich, zur Begrüßung. Er erbat von den Delegierten die Weisheit, die richtigen Leute zu wählen, „und die Gelassenheit, sie auch zwei Jahre im Amt zu lassen“.

          Eklat auf Parteitag in Hofheim

          Aber schon die Entscheidung über die Größe des neu zu wählenden Vorstands führte gleich wieder zu Auseinandersetzungen. Die rund 350 Parteimitglieder beschlossen mit einer Mehrheit von nur einer Stimme, auch in Zukunft mit drei gleichberechtigten Vorsitzenden zu arbeiten. 170 Mitglieder stimmten für die Dreierlösung, 169 wollten nur einen Sprecher. Zahlreiche Vertreter des unterlegenen Lagers verließen daraufhin aus Protest den Parteitag. Sie stehen dem „Weckruf“ des AfD-Bundessprechers Bernd Lucke nahe und hatten gehofft, ihren Vertreter Hadi Riedel als einzigen Sprecher durchzusetzen.

          Auf dem letzten Parteitag in Gießen am 18. April waren die drei hessischen Sprecher abgewählt worden. Insgesamt hat die hessische AfD seit ihrer Gründung vor zwei Jahren schon 14 Sprecher verschlissen. Zum Parteitag in Hofheim wird auch Frauke Petry erwartet. Petry und Gauland wollen auch den gleichzeitig tagenden Bundeskongress der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative in Karben besuchen.

          Mit der Initiative namens Weckruf versucht Lucke, den liberalen Flügel der Partei zu organisieren und seine Kritiker zurückzudrängen. Der Machtkampf in der AfD soll am 13. Juni auf  einem Bundesparteitag in Kassel entschieden werden.

          Weitere Themen

          Vor 50 Jahren beendet die sowjetische Armee den Prager Frühling Video-Seite öffnen

          Zerstörte Hoffnung : Vor 50 Jahren beendet die sowjetische Armee den Prager Frühling

          Vor 50 Jahren beginnt in Prag ein einzigartiges Experiment - ein „Sozialismus mit menschlichem Gesicht“. Gallionsfigur ist Alexander Dubcek, der am 5. Januar 1968 Chef der Kommunistischen Partei in der damaligen Tschechoslowakei wird. Doch der Kreml in Moskau ist nicht bereit, soviel Freiheit zu tolerieren und beendet den Prager Frühling abrupt.

          Topmeldungen

          Unterricht in einer Schule in Berlin-Schöneberg (Archivbild von 2015)

          Bildung in Berlin : In sieben Tagen zum Lehrer

          In Berlin haben die meisten neu eingestellten Lehrer kein entsprechendes Studium absolviert. Viele lernen das grundlegende Handwerk im Schnellverfahren in Crashkursen. Vor allem Schulen in Brennpunktvierteln trifft das hart.

          Erdogans offene Flanke : Das türkische F-35-Fiasko

          Mit ihren Rüstungslieferungen haben die Vereinigten Staaten die türkischen Streitkräfte in der Hand. Dabei geht es um mehr als nur ein Kampfflugzeug. Eine Analyse.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.